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Rund 440 Mitarbeiter arbeiten im HAWE-Werk Freising. Nach der Schließung in Dorfen sollen von dort neue Kollegen bekommen – wenn sie „umziehen“ wollen.

Werk in Dorfen wird geschlossen

HAWE-Konzern: Standort Freising offenbar gesichert

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Freising/Dorfen - Sie hat gemäß ihres Leitsatzes „Lösungen für eine Welt unter Druck“: die Firma HAWE-Hydraulik. Jetzt steht der Gesamtkonzern unter Druck: Er steckt in massiven finanziellen Schwierigkeiten. In Dorfen wird ein Werk geschlossen – der Standort Freising sei von all dem nicht betroffen.

„In Freising wird sich nur marginal etwas ändern“, verlautbarte am Montag Konzernsprecherin Astrid Vosberg: „Es wird wohl der eine oder andere neue Kollege nach Freising kommen.“ Und die kommen, wenn sie kommen, aus Dorfen. Denn Karl Haeusgen, Sprecher des Vorstands (CEO), kam am Nachmittag ins dortige Werk und informierte die Mitarbeiter über die Entscheidung, den Standort zu schließen. Die Beschäftigten seien fassungslos, die Stimmung im Werk wird als „katastrophal“ beschrieben. HAWE wird aber keinem der Dorfener Angestellten eine betriebsbedingte Kündigung aussprechen, betonte Vosberg. Jedem Mitarbeiter werde angeboten, in anderen Werken der Unternehmensgruppe weiterarbeiten zu können – eben auch am Standort Freising, an dem derzeit rund 440 Mitarbeiter tätig sind. „Wie viele das sein werden, kann ich im Moment nicht sagen“, meinte Vosberg. „Wir stecken gerade mitten in der Planung.“ Mitarbeitern, die dieses „Umzugsangebot“ nicht annehmen, würden Abfindungen bezahlt. Auch an Transfergesellschaften ist gedacht. 

Der Standort Freising scheint also mit einem blauen Auge davongekommen sein. Dass man sich keine Gedanken um die Zukunft eines der größten Freisinger Arbeitgeber machen müsse, hatte es schon im August vergangenen Jahres geheißen: zum einen, weil die Firmenleitung allein seit dem Jahr 2000 50 Millionen in das Werk investiert hatte, zum anderen, weil man das gegenüberliegende Grundstück für mögliche spätere Erweiterungen gekauft hatte. 

Die Werkschließung in Dorfen begründet Vosberg mit „Umstrukturierungen“ im Unternehmen. „Wir müssen schauen, dass wir die Kosten in den Griff bekommen.“ Darauf drängen offenbar auch Banken, die HAWE Kredite gewährt haben. Eine Folge davon: Unternehmensweit (also auch in Freising) werden freiwerdende Stellen nicht nachbesetzt. Erst im Januar hat HAWE das Firmengelände in München verkauft. Dort ist man jetzt zur Miete. 

Das Unternehmen entwickelt und produziert Hydraulik-Komponenten und -Systeme für den Maschinen- und Anlagenbau. Vieles davon kommt vor allem in Baumaschinen für den chinesischen Markt zum Einsatz. Doch der chinesische Drache lässt seit längerem die Flügel hängen. Wenn in China sprichwörtlich ein Sack Reis umfällt, kann das für die weltweite Konjunktur weitreichende Folgen haben. Im Fall der Firma HAWE ist das so. 

Lesen Sie auch: HAWE schließt Werk in Dorfen

In den vergangenen Jahren verzeichnete das Unternehmen in der Volksrepublik einen Umsatzrückgang von nahezu 50 Prozent. Das Unternehmen lebt jedoch überwiegend vom Export. In den Werken in München (Stammsitz), Dorfen, Freising, Kaufbeuren, Sachsenkam (Bad Tölz) und Salem (Bodensee) werden insgesamt knapp 2200 Mitarbeiter beschäftigt. Erst im September 2014 hatte HAWE in Kaufbeuren ein neues Werk eröffnet. Die Planungen dafür erfolgten zu einer Zeit, als China noch als Eldorado für Maschinenbaufirmen galt. 100 Millionen Euro wurden in das neue Werk investiert. Doch es kam anders als geplant: Wegen der Turbulenzen auf dem chinesischen Markt und dem Umsatzrückgang musste HAWE auch immer wieder Kurzarbeit einführen.

HAWE in Freising: 

- 1965 entstand die erste Fertigungshalle mit 3500 Quadratmetern. 

- 1970/1971 kam eine Montagehalle in ähnlicher Größe dazu. 

- 1985 folgte ein Gebäude für den Werkzeugbau, im Jahr 2000 eine Logistikhalle, 2007 und 2008 dann ein moderner, 6000 Quadratmeter großer Anbau. Gleichzeitig wurden der Bürotrakt und die Hallen saniert.

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