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Helfen, wo Not am Mann ist: (v. l.) Helga Jahns, 2. Vorsitzende des Verei ns „Wärmestube Mensch Sein“, und die Ehrenamtlichen Hildegard Killer und Reinhard Ziegler. 

„Menschen in Not“ unterstützt die Einrichtung

Ein Plätzchen im Warmen: In der Freisinger Wärmestube erleben Obdachlose Gemeinschaft

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Gerade jetzt, im Winter, ist die Einrichtung besonders notwendig: In der Freisinger Wärmestube bekommen Obdachlosen nicht nur eine warme Mahlzeit - sie erfahren dort viel mehr.

Freising – Die Steintreppe führt drei Stufen nach unten. Viele Menschen nehmen sie an diesem Tag, denn es ist eiskalt geworden. Sie betreten den gemütlichen Raum mit den bunten Stühlen und lassen sich an Holztischen nieder, um Kaffee zu trinken, Karten zu spielen und zu ratschen. In der kleinen Küche an der rechten Seite wird gerade das Mittagessen hergerichtet: Putenschnitzel mit Kartoffeln und Kohlrabi. Diese Szene ist Alltag in der Freisinger Wärmestube – und doch ist sie für die Besucher meist der Höhepunkt des Tages.

„Die Menschen, die zu uns kommen, haben sonst keine Anlaufstelle“, sagt Helga Jahns, 2. Vorsitzende des Vereins „Wärmestube Mensch Sein“. In der Einrichtung, die von Sonntag bis Freitag um die Mittagszeit geöffnet ist, können sich Obdachlose, Sozialhilfeempfänger und Bedürftige – wie der Name schon sagt – nicht nur aufwärmen, sondern auch duschen und Wäsche waschen. „Wir versorgen unsere Gäste auch mit Kleidung, Schuhen und Decken“, erklärt Jahns. Außerdem bekommen sie ein Mittagessen. Sonntags wird gebruncht, die Lebensmittel spenden Freisinger Geschäfte. Unter der Woche wird das Essen vom Heiliggeist-Spital und dem Tagungshaus Viva Vita geliefert.

Gerade jetzt, im Winter, ist der Zulauf enorm. Bis zu 20 Leute, meist Männer, schauen jeden Tag in den Räumen an der Vimystraße 3 vorbei. „Essen ist ohnehin ein Grundbedürfnis. Hier erfahren die Menschen zudem Gemeinschaft, werden behandelt wie du und ich. Das ist gut für das Selbstwertgefühl“, betont Jahns. Sie kennt viele der tragischen Schicksale. „Man braucht nur seine Arbeit verlieren – die Spirale geht ganz schnell nach unten.“

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Die 72-Jährige arbeitet seit acht Jahren für den Verein, der sich komplett über Spenden finanziert. „Ich habe mich schon immer sozial engagiert.“ Jahns hilft gern, etwa bei Jobcenter-Terminen. „Aber ich fordere auch eine gewisse Eigeninitiative.“ Als sie mit den Männern plaudert, die gerade zu Mittag essen, hört sie oft „Vielen Dank, Helga“ und „Super, dass du das gemacht hast“.

Am Tisch wird auch eifrig über den Ausflug gesprochen, der bald ansteht: ein Besuch in der Allianz-Arena. „Die Spenden ermöglichen uns, den Leuten auch einmal eine Abwechslung vom Alltag zu bieten“, sagt Jahns. Was zum Jahresende ebenfalls nicht fehlen darf, ist die Weihnachtsfeier. „Dass wir Essen gehen, ist für viele etwas ganz Besonderes. Es ist das erste Mal seit Langem, dass sie sich selbst ein Gericht aus der Speisekarte aussuchen können.“

Um den Bedürftigen weiterhin einen Platz zum Aufwärmen zu bieten, ist die Wärmestube auf Unterstützung in Form von freiwilligen Mitarbeitern und Spenden angewiesen. Wer helfen möchte, kann sich per Mail an helga-jahns@t-online.de melden. Mit der Aktion „Menschen in Not“ wird die Wärmestube – und die wichtige Arbeit der Ehrenamtlichen dort – seit vielen Jahren unterstützt.

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