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Ein Hauch von Pogo: Die Abseits-Hausband „P.S.R.“ weckte bei den Fans Erinnerungen an die Hochzeit des Punk.

Benefiz-Abseits-Rocknacht

Ein Signal in Sachen „Subkultur“

Die Legende lebt, das Abseits zieht auch knapp zwei Jahre nach seiner Schließung noch die Massen an. Zur Benefiz-Abseits-Rocknacht im Lindenkeller kamen fast 300 Leute. Dort warteten die Veranstalter mit sieben Bands unterschiedlicher Couleur auf. Dem Publikum bot sich ein straffes – und durchweg begeisterndes – Programm.

Freising – An magischen Momenten mangelte es bei dieser Rocknacht nicht. Dem Abseits-Verein ist es mit seinem Benefizkonzert nicht nur gelungen, seine Fans zu mobilisieren, sondern auch ein Zeichen für die Subkultur in Freising zu setzen. Auf der Bühne des Unterhauses waren Blues, Punk und Psychedelic Rock geboten. Es herrschte eine Atmosphäre, wie sie die Fans seit der Schließung der Neustifter Kultkneipe nicht mehr erlebt hatten.

Der Genre-Mix passte, die Freisinger Musikszene gab sich bei der Abseitsrocknacht ein Stelldichein. Allen voran ist hier die Abseits-Hausband „P.S.R.“ zu nennen, die mit Deutsch-Punkrock nahtlos an die Konzerte im „Saal“ der Kultkneipe anknüpfte. Allerdings hätten dort niemals so viele Leute Platz gehabt. Aber selbst hier wurde es eng und enger vor der Bühne – sehr zur Freude von Pogo-Tänzern und Headbangern, die tüchtig ihre Mähnen schüttelten.

Roadhouse Blues: Die Coverband „Unbroken Link“ eiferte Idolen wie „The Doors“ nach – mit durchschlagendem Erfolg. Die lauthals formulierten Zugaberufe der Fans blieben wegen des straffen Programms allerdings unerfüllt.

Das passte gut. Die Bands fuhren eine harte Schiene, gingen mit Freuden an ihr Limit. Wenngleich: Die Stile wechselten. Während „The Anderton Experience“ für die Blütezeit des Garagen-Rock standen, machte die Santana-affine, zehnköpfige Latin-Rock-Combo „Jingo-Lo-Ba“ auf Percussion und Hammond-Orgel. Das war ein Highlight im dicht gedrängten Programm, das mit einem viel umjubelten Auftritt von Ex-„Simeon Soul Charger“-Frontmann Aaron Brooks und Band begann. Ein Auftakt nach Maß, der sich früh abzeichnete: Eine bunt zusammengewürfelte „Marching Band“ begrüßte die langsam im Foyer eintrudelnden Fans bereits um 19 Uhr mit Klassikern wie „Bei mir bist du schön“. Danach sang der Abseitschor – das Spektakel konnte beginnen.

Laszive Bühnenshow: Nummerngirl „Roxy Racket“ sorgte mit viel Charme für Ordnung im zeitlichen Ablauf.

Backstage herrschte fortan Hochbetrieb, die Bands gaben sich in den Garderoben die Klinke in die Hand. Sich auf der Bühne zurechtzufinden, war in Anbetracht der zahlreichen Verstärker, Kabelstränge und Mikrofonständer nicht einfach. Tontechniker Rudi Spindler hatte alle Hände voll zu tun. Aber: Die Umbaupausen waren kurz, der Sound hervorragend.

Zum Zapfenstreich blies die Landshuter Band „Mondstaubmaschine“ – mit mitreißenden psychedelischen Klängen. Es war das Ende einer Rocknacht, bei der es wegen der Fülle im Programm eines schrillen Nummerngirls namens „Roxy Racket“ bedurfte, das den Musikern charmant, aber bestimmt die Zeit anzeigte. Ganz abgesehen von der knisternden Erotik, die „Roxy“ mit Auszügen ihrer Bühnenshow verbreitete. Wie sagte doch Abseits-Ikone und P.S.R.-Drummer „Eschi“ über die Rocknacht: „Langweilig ist ganz was anderes.“

Alexander Fischer

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