Freisinger Geschäftswelt zur Abschaffung des 500-Euro-Scheins

„Einfach mehr Hunderter mitnehmen“

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Freising - „Weg mit dem 500-Euroschein“: Das hat sich die Europäische Zentralbank (EZB) auf die Fahnen geschrieben. Denn der „Violette“ ist bei Geldwäschern beliebt, und denen will die Justiz das Handwerk legen. In Freisings Geschäftswelt hingegen hat die große Note nie die große Rolle gespielt – bis auf Ausnahmen.

„Da müssen die Leute in Zukunft eben mehr Hunderter einstecken, wenn sie bei mir einkaufen“, kommentiert Heiko Widmann, Inhaber von Schmuck und Uhren Widmann in Freising augenzwinkernd den Plan der EZB und der Politik „Bei uns spielt diese Banknote im Alltag kaum eine Rolle“. Nur eine Ausnahme gebe es alljährlich: „Im Weihnachtsgeschäft, wenn es mehr teure Geschenke gekauft werden, dann sind bei der Abrechnung schon mehrere Fünfhunderter dabei.“ Ansonsten werden bei Widmann größere Beträge per Karte bezahlt.

Im Autohandel ist das ähnlich: „Bei uns wird das Meiste bargeldlos erledigt“, bestätigt Fachverkäufer Ralph Schillinger vom Freisinger BMW-Autohaus Spaett. „Es gab auch mal eine Zeit, da wurde der 500-Euro-Schein als Zahlungsmittel nicht akzeptiert.“ Da seien wohl ziemlich viel Falsche im Umlauf gewesen. Das habe sich inzwischen aber wieder geändert. Im übrigen ist es bei den Kunden des Hauses Spaett üblich, dass „die Barzahler überweisen“. Eine Abschaffung des großen Scheins würde daher im Geschäftsalltag nicht groß zu Buche schlagen. „Ab und zu wird mal mit so einem großen Schein bezahlt. Aber das ist eher die Seltenheit“, kommentiert Brigitte Grimm, Geschäftsführerin von Haushaltswaren Grimm in Freising. Viel eher würde der Anteil der Kartenzahler wachsen.

 Eine Abschaffung des 500-Euro-Scheins aber könne man „sicherlich verschmerzen.“ Und selbst bei Grossisten wie zum Beispiel dem Baumarkt „Hagebau“ in den Freisinger Clemensängern weint man dem 500-Euro-Schein keine Träne nach. Das versichert Sebastian Thiem, der stellvertretende Marktleiter: „Diese Banknote war und ist bei uns wirklich die absolute Ausnahme.“ Verbannt als Zahlungsmittel war der Fünfhunderter bei „Hagebau“ hingegen nie – auch nicht aus Sicherheitsgründen: „Fälschungen erkennen wir sofort. Bei uns wird jede Note, ob fünf oder fünfhundert Euro, generell beim Kassieren kontrolliert.“ Als potenzielle Fehlerquelle jedoch betrachtet Roswitha Muschler, Chefin der Bäckerei Muschler in Freising, den Fünfhunderter seit jeher: „Deswegen werden bei uns keine 500-Euro-Scheine angenommen. Genauso wenig wie die Zweihunderter.“ Bei so großen Noten könne man sich „beim Herausgeben leicht verrechnen.“ Für die übrigen Banknoten gebe es spezielle Testmöglichkeiten. Muschler: „Damit uns keine falschen unterkommen.“ Man gehe eben auf Nummer sicher, und das habe sich bislang bezahlt gemacht.

Rubriklistenbild: © dpa

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