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Er hat einmal zu oft zugeschlagen: Ein 21-jähriger Informatikstudent aus Freising, der bereits fünf Vorstrafen wegen Körperverletzung hat, musste sich nun erneut vor Gericht verantworten.

Einmal zu oft zugeschlagen

Er ist schon fünf Mal vorbestraft: Freisinger Student muss jetzt in Jugendknast

Er hat einmal zu oft zugeschlagen: Ein 21-jähriger Informatikstudent aus Freising, der bereits fünf Vorstrafen wegen Körperverletzung hat, musste sich nun erneut vor Gericht verantworten.

Freising/Landshut – Auf Richter Theo Ziegler machte der junge Mann eigentlich einen sympathischen Eindruck. Umso unverständlicher war es für ihn, dass der 21-Jährige auf der Anklagebank zum wiederholten Male zum Schläger geworden sei. Den Freisinger Informatikstudenten schickte die Jugendkammer des Landgerichts Landshut nun für ein Jahr in eine Jugendhaftanstalt.

Was genau hinter der Auseinandersetzung steckte, die sich im vergangenen Januar auf dem Freisinger Bahnhofsvorplatz abspielte, blieb vor Gericht weitgehend ungeklärt. Fest stand aber, dass der damalige Begleiter des Informatikstudenten einem 19-jährigen arbeitslosen Erdinger eine Watschn verpasst hatte, wobei das Opfer auf dem offenbar rutschigen Untergrund zu Boden ging. Als sich der 19-Jährige wieder aufgerappelt hatte, schlug auch der Informatikstudent zu: Das Opfer landete erneut auf dem Boden. Ein Arzt stellte fest, dass es sich den Kiefer gebrochen hatte.

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Vor der Jugendkammer schilderte der 21-Jährige den Vorfall allerdings anders: Bei dem Treffen mit dem alkoholisierten 19-Jährigen sei es zu einem Streit gekommen, „weil der grundlos aufgebracht war und uns provoziert hat“. Beruhigungsversuche seien gescheitert. „Als er mich dann an der Kleidung packte, habe ich ihm eine Watschn verpasst“, so der Student. Dann sei sein Begleiter auch auf den Erdinger los und habe auf ihn eingeschlagen. „Das hat mich schockiert, ich habe meinen Kumpel noch weggezogen, aber es war schon zu spät“, versuchte der Student, seine Rolle zu bagatellisieren. Der 19-Jährige habe dann laut geschrien, sodass Beamte der Bahnpolizei aufmerksam geworden und eingeschritten seien.

Anti-Aggressionstraining half offenbar nicht

Im Übrigen, so der Informatikstudent, habe er sich inzwischen beim Opfer entschuldigt und ein Schmerzensgeld von 3000 Euro vereinbart, von denen 2500 Euro inzwischen bezahlt seien. Das war offenbar auch der Grund dafür, weshalb der 19-Jährige seine Zeugenladung ignoriert hatte. Wie die Ermittlungsbeamtin der Polizei bestätigte, hat das Opfer bei seinen Vernehmungen sogar auf einen Strafantrag verzichtet, allerdings geschildert, dass es zwei Mal zu Boden geschlagen worden sei. Die übrigen Zeugen aus beiden Cliquen, die damals vor Ort waren, hätten sich widersprochen.

Den guten Eindruck, den der Student auf der Anklagebank machte, trübte sein Vorstrafenregister mit fünf Einträgen – vier davon wegen Körperverletzung. Dafür hatte er bereits Jugendarreste verbüßt und zuletzt eine Jugendstrafe von acht Monaten aufgebrummt bekommen, die noch einmal zur Bewährung ausgesetzt worden war. Als Auflagen hatte er Sozialstunden geleistet und ein Anti-Aggressionstraining absolviert, das offenbar wirkungslos geblieben war. So sah es auch Staatsanwalt Thomas Bauer, der eine Einheitsjugendstrafe von einem Jahr beantragte. Die Jugendkammer entsprach diesem Antrag des Staatsanwalts und verhängte diese Strafe ohne Bewährung. Eine andere Alternative habe es angesichts der Vorstrafen nicht gegeben. Ein Lichtblick für den Studenten: Bei entsprechender Führung könne er nach gut einem halben Jahr wieder auf freiem Fuß sein und sein Studium fortsetzen. Sein Mittäter war übrigens beim Jugendschöffengericht mit einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten davongekommen. Walter Schöttl

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