Wurzer Umwelt: Das Areal im Morgengrauen
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In den frühen Morgenstunden kam es zu einer Razzia beim Unternehmen Wurzer.

Firmen- und Privaträume durchsucht

Verdacht auf Umweltgefährdung: Razzia bei Wurzer - Hinweisgeber führt Polizei auf exakte Spur

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Großer Polizeieinsatz bei Wurzer Umwelt: Das Unternehmen soll asbesthaltigen Abfall falsch entsorgt haben - nicht der einzige Verdacht.

Freising/Erding - In den frühen Morgenstunden bekam das Unternehmen Wurzer Umwelt Besuch von mehr als 100 Beamten des Landeskriminalamts und der Staatsanwaltschaft Landshut. Wie der BR zuerst berichtet hat, geht es um den Vorwurf, das Unternehmen, das an der Landkreisgrenze zwischen Freising und Erding liegt, könnte über mehrere Jahre asbesthaltigen Abfall, Klärschlamm und belastetes Altholz falsch gelagert oder entsorgt haben.

Freising/Erding: Polizeigroßeinsatz bei Unternehmen - Verdacht auf Umweltgefährdung

Zudem steht die Anschuldigung im Raum, Entsorgungsanlagen nicht ordnungsgemäß genutzt und Kapazitäten überschritten worden sein sollen. Ohne den Namen des Unternehmens zu nennen, bestätigt Thomas Steinkraus-Koch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Landshut, den Einsatz. „Es muss jetzt ermittelt werden, ob Anlagen betrieben wurden, die nicht genehmigt waren beziehungsweise gar nicht genehmigungsfähig sind“, sagte der Oberstaatsanwalt.

Nach Razzia bei Wurzer: Sogar Privaträume wurden durchsucht

Am Mittwoch wurden das Areal, die Büroräume sowie Privaträume von Verantwortlichen durchsucht und zahlreiches Material sichergestellt. Die Aktion ging laut Steinkraus-Koch am Donnerstag weiter. „Es geht jetzt darum, Datenmaterial zu sichern.“ Er gibt zu, dass sich die Ermittlungen sehr aufwändig gestalteten. Es werde Monate dauern, bis alle Beweismittel ausgewertet seien.

Bestätigte die Razzia: Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch.

Bei der Razzia war auch ein Gutachter dabei. „Es gilt zu prüfen, inwieweit durch eine unsachgemäße Lagerung und Entsorgung eine Umweltgefahr für den Boden und die Luft entstanden ist“, so der Behördensprecher. Derzeit könne man aber noch nicht mehr sagen. „Aktuell gehen wir den Vorwürfen nach.“

Freising/Erding: Hinweisgeber kannte sich offenbar sehr gut aus

Auf das Unternehmen sei man durch einen Hinweis gekommen, den Staatsanwaltschaft und LKA ernst nehmen. „Es handelt sich um eine Person, die sich sehr gut auskennt, und die uns mitgeteilt hat, wo wir suchen sollen.“ Es müsse sich um einen Tippgeber mit viel Erfahrung und guter Ortskenntnis handeln. Ob es sich um einen Wettbewerber oder gar einen Mitarbeiter handle, sagte Steinkraus-Koch nicht.

Nach Razzia bei Wurzer: Inhaber möchte sich Zeitung gegenüber nicht äußern

Inhaber Wolfgang Wurzer wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. Er stellt aber klar, „dass wir eine der modernsten Anlagen in ganz Bayern haben und 450 Menschen Arbeit geben“. Und er betont, „dass der Betrieb bei uns regulär weiterläuft“.

Aufgrund des hohen Infektionsgeschehens passt das Klinikum Freising seine Besuchsregelungen an. Es gibt aber eine gute Nachricht für Angehörige von Patienten. Drei Verletzte gab es kürzlich bei einem Saunabrand in Wolfersdorf. Sie zogen sich Rauchgasvergiftungen zu. Und die Schulleiter im Landkreis Freising reagieren ganz unterschiedlich auf die widersprüchlichen Anweisungen des Kultusministers. Einer der Kommentare: „Schade.“

(ham)

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