Ein Hubschrauber hebt auf dem Sportplatz am Freisinger Rabenweg ab.
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Mit dem Rettungshubschrauber musste - wie schon vor gut einer Woche - ein Kind (12) in eine Münchner Klinik gebracht werden.

Wieder Noteinsatz im Freisinger fresch

Dramatischer Badeunfall im Freibad: Mädchen (11) in Sprungbecken untergegangen - Bub wird zum Lebensretter

  • Andrea Hermann
    VonAndrea Hermann
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Im Freisinger Erlebnisbad fresch ist es erneut zu einem Badeunfall gekommen: Ein 11-jähriges Mädchen musste reanimiert werden, nachdem es im Sprungbecken untergegangen war.

Freising – Es waren dramatische Szenen, die sich am Montag – acht Tage nach dem Badeunfall eines zwölfjährigen Buben – erneut im Freisinger Kombibad fresch abgespielt haben. Ein Bub entdeckte im Sprungbecken einen leblosen Körper am Boden des Beckens. Sofort lief er zum Bademeister, um den Badeunfall zu melden.

Dieser, so berichtete Freisings Erster Polizeihauptmeister Michael Ertl, habe „sofort reagiert“ und das Mädchen (11) aus dem Wasser gezogen. Da die Schülerin keine Vitalfunktionen hatte, sprich auf Ansprache nicht reagierte und auch nicht atmete, musste sie reanimiert werden. Dabei wurde der Bademeister von einem Badegast unterstützt.

Unfall im Freisinger fresch: Bub entdeckt im Schwimmbecken leblosen Körper - und eilt zum Bademeister

Die gute Nachricht: Nach 30 Sekunden war das Mädchen wieder bei Bewusstsein, berichtete Ertl auf FT-Nachfrage. Mit dem zwischenzeitlich alarmierten Hubschrauber, der auf dem Sportplatz neben dem fresch gelandet war, wurde das Kind in eine Münchner Klinik geflogen. Und der Elfjährigen ging es „relativ schnell wieder relativ gut“, so Ertl.

Wie genau es zu dem Unfall kam, steht noch nicht fest. Nur so viel ist sicher: Obwohl das Mädchen kaum schwimmen konnte, war es im vier Meter tiefen Sprungbecken, berichtete der Erste Polizeihauptkommissar. Doch: „Im Sprungbecken hat ein Nichtschwimmer nichts zu suchen“, spricht Ertl deutliche Worte. Die Eltern hätten das Kind wohl aus den Augen verloren, und dann sei es zu dem schlimmen Badeunfall gekommen.

Es ist bereits der zweite Badeunfall binnen weniger Tage, in denen ein Kind beinahe ertrunken wäre: Vor gut einer Woche musste ein zwölfjähriger Bub reanimiert werden, der ebenfalls im fresch untergegangen war. Auch er musste reanimiert und anschließend in eine Klinik geflogen werden.

Dramatische Badeunfälle: Zusammenhang mit Corona? Kein Schwimmunterricht in der Pandemie - „Wird uns in den nächsten Jahren noch einholen“

Warum es zu diesen dramatischen Badeunfällen kommt, kann Michael Ertl nur vermuten: In der Corona-Pandemie hätte kein Schwimmunterricht stattgefunden, und auch in den Schulen sei das Schwimmen längst nicht mehr fester Bestandteil des regelmäßigen Sportunterrichts.

„Das wird uns in den nächsten Jahren noch einholen“, prognostiziert Ertl. Umso mehr seien die Eltern gefordert: „Das Engagement der Eltern ist gefragt – nicht nur das der Gesellschaft“, appelliert er. „Die Eltern müssen auch was tun“, sprich: Schwimmen üben – auch wenn das Kind bereits einen Schwimmkurs gemacht hat.

Das sieht auch Bäderleiter Alexander Frederking so: „Das Wasser ist gefährlich – man darf es nicht unterschätzen.“ Gerade nach der langen Corona-Zwangspause, in der die Bäder geschlossen waren, sei es wichtig, „die Kinder kontrolliert ans Wasser heranzuführen – auch wenn sie bereits einen Schwimmkurs gemacht haben. Die Eltern sind nicht aus der Verantwortung raus.“

Appell des Freisinger Bäderleiters an alle Badegäste: „Gemeinsames Wachsamkeit erhöht die Sicherheit“

Für das fresch-Team war der Einsatz am Montag ein „einschneidendes Erlebnis“. Frederking: „Es ist eine immense Belastung, wenn Kinder gerettet werden müssen.“ In der Notsituation selbst „funktioniert man“, aber die Verarbeitung erfolgt erst Tage später.

Für das Schwimmbad-Team gelte laut Frederking eine Devise: „Keine Sekunde Unachtsamkeit“. Und es wäre auch gut, wenn die Bürger „ein bisschen aufmerksamer nach rechts und links schauen“. Denn: „Gemeinsame Wachsamkeit erhöht die Sicherheit.“

Ertl ist froh, dass dieser Unfall ein gutes Ende gefunden hat. Das wiederum ist einem Buben zu verdanken, der „sehr gut und sehr vorbildlich reagiert hat“, indem er sofort den Bademeister verständigte. Jetzt ist die Polizei auf der Suche nach dem Ersthelfer, denn man wolle dieses Engagement würdigen, so Ertl.

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