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Kein Luxus, aber blitzsauber: Die neuen Unterkünfte in Attaching. Die Erstaufnahmeeinrichtung wird noch nicht benötigt. Aber man ist für den Ernstfall gerüstet.

Erstaufnahmeeinrichtung in Attaching fertiggestellt

Gerüstet für die nächste Welle

Freising - Sie ist die denkbar schlechteste Variante einer Unterbringung von Flüchtlingen: die Einquartierung in einer Schulturnhalle. Deshalb hat der Landkreis nun für den Notfall vorgesorgt. In Attaching ist eine mustergültige Erstaufnahmeeinrichtung entstanden, die als Puffer dient, wenn es (wieder) ernst wird.

Es war im November 2014, als den oberbayerischen Landräten ein Schreiben der Regierung auf den Tisch flatterte: In jedem Landkreis müsse ab sofort eine Erstaufnahmeeinrichtung für mindestens 300 Asylbewerber vorgehalten werden. Da man über so etwas nicht verfügte, griff der Landkreis auf das geeignetste Objekt zurück: die Dreifachturnhalle der Moosburger Realschule.

Ein halbes Jahr später, die Flüchtlingswelle brandete mit Wucht über Oberbayern hinweg, war es dann soweit: Die Turnhalle musste zur Verfügung gestellt werden – zum Leidwesen der Schüler und Sportvereine. Bald wurde die Halle wieder geräumt, um kurz darauf wieder mit Flüchtlingen belegt zu werden. Die Herausforderung hat die Schule, auch dank BRK und Technischem Hilfswerk (THW), gemeistert. Aber Landrat Josef Hauner setzte alles daran, um bei künftigen Engpässen eine alternative Erstaufnahmeeinrichtung zur Verfügung zu haben. Inzwischen ist die fertig: Den früheren Praktiker-Markt in Attaching hat das THW in ein mustergültiges Notquartier für maximal 500 Flüchtlinge verwandelt.

Behaglich kann man die Einrichtung vermutlich nicht nennen. Aber alles ist sauber und funktionell. Betten in verschiedenen Größen stehen bereit, Kinderwagen und Waschmaschinen. In den „Zimmern“ stehen drei Stockbetten. „Es ist wirklich bewundernswert, was das THW da geleistet hat“, lobt Landrat Hauner. Sollte eine stark ansteigende Zahl von Flüchtlingen die Regierung erneut dazu zwingen, wieder Notfall-Unterbringungen anzuordnen, „sind wir gewappnet“, betonte Hauner.

Generell könne niemand sagen, wie sich die Flüchtlingszahlen entwickeln. Angesichts der vielen verzweifelten Menschen, die an den Küsten Südeuropas und Nordafrikas auf eine Überfahrt nach Europa warten, glaubt Landrat Hauner nicht an eine dauerhafte Entspannung. Die Situation bleibt schwierig: „Bis eine stationäre Unterkunft fertig ist, dauert das bis zu einem Jahr“, weiß Hauner. Und die Lage in einem Jahr sei nicht abzuschätzen. Schon deshalb könne man auf Planung und Fertigstellung weiterer Quartiere nicht verzichten – auch wenn man „hinterher“ vielleicht schlauer sei. Den Landrat ärgert die Unentschlossenheit der Regierung in der Flüchtlingsfrage: „Wir sind halt weiterhin das letzte Glied in der Kette und müssen die Quote erfüllen, die man uns zuweist."

Helmut Hobmaier

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