Erinnerung an vergangene Tage: Eine Kommunion mit so vielen Kindern und so wenig Abstand wie in St. Peter und Paul in Neustift im Jahr 2018 wird es heuer nicht geben. ARCHIV

Feiern in Kleingruppen

Abstand halten am Tisch des Herrn: Erste Kommunion in Corona-Zeiten rückt näher

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
    schließen

Aus dem großen Tag wurde erst mal nichts: Aufgrund der Corona-Krise mussten sowohl Kommunionen als auch Konfirmationen verschoben werden. Jetzt rückt die erste Feier näher.

Freising – Die Pfarreien arbeiten nun mit Hochdruck daran, Ersatztermine und Alternativformate für die große Feier zu finden – und „keine Verlegenheitsveranstaltung“, wie Dekan Peter Lederer bereits vor mehreren Wochen betont hat. Der Abstand in Kirchen wurde zwar mittlerweile von zwei auf 1,50 Meter reduziert. „Doch wenn die Kinder auch nur einen Teil ihrer Angehörigen mitbringen würden, muss das Format geändert werden.“ Die Kommunionen für Freising, Pulling, Marzling, Haindlfing und Tüntenhausen sollen daher in Kleingruppen stattfinden. Zudem müssen Feiern auch auf Samstage gelegt werden.

Wie das funktioniert, wird sich bald zeigen: In der Pfarrei St. Peter und Paul in Neustift findet die Erstkommunion von 29 Mädchen und Buben am Wochenende vom 18. und 19. Juli statt –an beiden Tagen jeweils eine am Vormittag und am Nachmittag.“ Sollte das Datum nicht für alle Kinder und Familien passen, gibt es einen Ausweichtermin am 5. September. In allen anderen Pfarreien treten die Mädchen und Buben erst nach den Sommerferien, ab dem 12. September, an den Tisch des Herrn. „Überall werden mehrere Termine angeboten. Die Anmeldung erfolgt über das Pfarrbüro.

Erstbeichte muss nachgeholt werden

Doch nicht nur die Termine werden verschoben, auch die Vorbereitung läuft jetzt anders. Als Corona kam, waren die verschiedenen Gruppen unterschiedlich weit. Jetzt sollen drei Vorbereitungsgottesdienste alle auf den selben Stand bringen. „Nur die Erstbeichte bringen wir nicht mehr unter“, betonte Lederer. „Die wird im Spätherbst oder Advent nachgeholt.“

Dass es mit den Kommunion-Planungen für 2020 mittlerweile gut vorangeht, ist für die Angehörigen der Pfarreien eine enorme Erleichterung. „Viele Kinder sind froh, dass sie jetzt wieder ein Ziel haben, auf das sie sich freuen können“, sagte Lederer. „Das Unangenehme für sie war einfach die lang andauernde Ungewissheit.“

Konfirmation für Herbst geplant

Auch den Freisinger Konfirmanden hat Corona heuer kurz vor dem Ziel einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Die Vorbereitung war in allen Gruppen fast fertig. Wir haben gerade noch Konfirmationssprüche gesammelt“, sagt Pfarrerin Dorothee Löser. Nun müssen sich die knapp 70 Jugendlichen, die sich auf das Paul-Gerhard-Haus in Neustift, das Epiphanias-Zentrum in Lerchenfeld und die Innenstadt mit Pulling aufteilen, noch bis zum Herbst gedulden, ehe sie ihren Tag – vermutlich ebenfalls in Kleingruppen – feiern können.

Löser und ihre Kollegen, Pfarrer Thomas Prusseit, Pfarrerin Meye Hoesch de Orellana und Gemeindepädagogin Lisa Koller, hoffen bis dahin auf weitere Lockerungen. „Unser Ziel ist, dass jeder sein Fest so haben kann, wie er das möchte – mit allen Gästen“, erklärt Prusseit. Geplant sei derzeit ein Wochenende im September oder Oktober, gerade würden Termine abgefragt. „Da konfirmieren wir dann hoch und runter“, sagt Pfarrerin Löser mit einem Augenzwinkern. Und für das an den Gottesdienst anschließende, traditionelle Frühstück finde man sicher auch eine Lösung – „zur Not jeder für sich in einer Kirchenbank“.

In den zurückliegenden Monaten habe die Konfirmationsarbeit freilich zurückgefahren werden müssen. Dennoch haben die Verantwortlichen versucht, durch Telefonate, Video-Anrufe und sogar Briefe Kontakt mit ihren Schützlingen zu halten.

Lockdown hat Spuren hinterlassen

Pfarrerin Löser ist mit ihrer Gruppe kürzlich das erste Mal wieder persönlich zusammengekommen – in einer Andacht in der Kirche. „Alle waren da, alle waren gesund. Das war wirklich ein besonderer Moment“, sagt Löser. Dass der Lockdown Spuren hinterlassen habe, sei zu spüren gewesen. „Wir sind zur Ruhe gekommen, haben vielleicht das Leben anders schätzen gelernt.“

Die wenigen noch ausstehenden Vorbereitungstreffen sollen nun im Garten oder in der Kirche stattfinden, um den notwendigen Sicherheitsabstand wahren zu können. Aufwand und Organisation seien jetzt zwar größer, als es vor der Pandemie der Fall war, doch die Verantwortlichen sehen den kommenden Wochen gelassen entgegen. Pfarrer Prusseit betont: „Die Konfirmation wird auf jeden Fall heuer noch was.“

Lesen Sie auch: „Jedes Jahr ein Gebäude“: Stadt Freising treibt sozialen Wohnungsbau voran. Corona-Ausbruch auf Krebsstation: Klinikum verzichtet auf Besuchsverbot. Über diesen Buckelpisten-Radweg lacht jetzt ganz Deutschland - Behörde will trotzdem weiterbauen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mit grauem Mercedes unterwegs: Freisinger (82) vermisst
Die Polizei sucht nach dem 82-jährigen Ludwig Bachmaier aus Freising. Er wird seit Dienstagvormittag vermisst.
Mit grauem Mercedes unterwegs: Freisinger (82) vermisst
Coronafall in Marzlinger Seniorenheim: Reihentestung am Mittwoch
Eine Mitarbeiterin des Vitalis-Senioren-Zentrums in Marzling ist positiv auf Corona getestet worden. Am Mittwoch findet dort eine Reihentestung statt.
Coronafall in Marzlinger Seniorenheim: Reihentestung am Mittwoch
Eine Radltour mit 18 Stopps, die sich lohnen
Wer in den Sommerferien eine Radltour plant, für den gibt es eine lohnende Route entlang des Hallbergmooser „Geschichtswegs“: An 18 Stationen kann man Halt machen und …
Eine Radltour mit 18 Stopps, die sich lohnen
Wangs neuer Bürgermeister Stöber: „Du musst pausenlos Entscheidungen treffen“
Im Interview erzählt Wangs neuer Bürgermeister Markus Stöber, wie sein Start verlief, wo er die größten Baustellen sieht - und welche Corona-Folgen er für Wang erwartet.
Wangs neuer Bürgermeister Stöber: „Du musst pausenlos Entscheidungen treffen“

Kommentare