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Bilder und Flyer aus ihrer Zeit in Nepal hat Eva Dörpinghaus (r.) am Dienstag mit in den Salon für Frauen g ebracht. KBW-Bildungsreferentin Veronika Schweikl und die Gäste im Kardinal-Döpfner-Haus lauschten interessiert. 

Eva Dörpinghaus im Salon Für Frauen

Verfechterin der Chancengleichheit

Sie ist eine Powerfrau. Und das Fundament dafür wurde bereits in ihrer Kindheit gelegt. Im Salon für Frauen zeichnete Eva Dörpinghaus die bisherigen Stationen ihres bewegten Lebens nach.

FreisingDie Gleichberechtigung von Mann und Frau lagen Eva Dörpinghaus schon immer am Herzen. Dafür setzt sie sich engagiert ein. Bis vor kurzem war sie noch Pressesprecherin des Landratsamts Freising. In ihrem Ruhestand geht sie nicht nur gerne auf Reisen, sie setzt sich auch für die Chancengleichheit ein. Zuletzt war sie zwei Monate ehrenamtlich in Nepal. Und freilich war auch diese bewegende Reise Thema im Salon für Frauen des Kreisbildungswerks am Dienstag.

Aufgewachsen ist Eva Dörpinghaus in Kempen in Nordhein-Westfalen. Bis zu ihrem 18. Lebensjahr verbrachte sie dort glückliche Jahre mit ihren Eltern und ihrem großen Bruder. Und von klein an habe sie immer das Gefühl vermittelt bekommen, die gleichen Chancen im Leben zu haben wie ihr Bruder. „Mir wurde nie gesagt, ich soll nicht aufs Gymnasium gehen oder studieren, nur weil ich eine Frau bin.“ Ihre Eltern seien emanzipiert und aufgeschlossen gewesen, hätten sie zu einer selbstbewussten, toughen Frau erzogen. Nach dem Abitur zog es sie an eine kleine, philosophische Fakultät nach Aachen. Weil ihr dort aber Vieles nicht schnell genug ging, setzte sie sich ins Auto, fuhr nach Bayern – und blieb. Sie studierte an der Journalistenschule in München mit Politik als Hauptfach und Soziologie als Nebenfach. Nach ihrem Studium arbeitete sie freiberuflich, nahm einen Job bei einem deutschen Radiosender am Gardasee an, war Journalistin bei der SZ in München und schrieb für die Vogue und andere Zeitschriften.

Ihre große Liebe lernte Eva Dörpinghaus 1983 kennen. Ein Jahr später kam ihr Sohn zur Welt, die junge Familie zog nach Neufahrn um. Eva Dörpinghaus erinnert sich, wie einsam sie sich damals als junge Mutter zunächst gefühlt hatte, waren doch all ihre Freunde in München. Doch wie es ihre Art ist, packte sie das Problem bei den Wurzeln, schloss Freundschaften, gründete zusammen mit anderen Frauen die Neufahrner Frauenwoche, die heute als Frauentreff immer noch besteht. 1992 wagte sie beruflich einen Neuanfang: Dörpinghaus unterschrieb ihre erste Festanstellung als Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises. 2004 übernahm sie das Amt der Pressesprecherin: „Es war oft stressig.Viele vergessen, dass das Landratsamt nur ein ausübendes Organ ist. Hier wird keine Politik gemacht. Doch auch wenn man in dieser Position schon mal in die Schusslinie gerät, hatte ich viel Spaß in meinem Beruf.“

Der ist nun passè. Langeweile? Fehlanzeige! Ihren Ruhestand läutete Dörpinghaus mit einer zweimonatigen rise nach Nepal ein, wo sie ehrenamtlich in einem Waisenhaus arbeitete (wir berichteten). „Diese Zeit war unvergesslich und unbeschreiblich erfüllend“, sagt sie rückblickend. Und sie hat etwas mitgebracht aus Nepal: Die Leiterin des dortigen Waisenhauses hat eine Näherei eröffnet, um Arbeitsstellen für Frauen zu schaffen, die damit unabhängig werden und ihr eigenes Geld verdienen können. Diese Taschen verkauft Eva Dörpinghaus nun auf Festen und Festivals im Landkreis, zuletzt auf dem Uferlos.

Und was kommt nach Nepal? „Mein Mann und ich wollen schöne Dinge unternehmen. So haben wir geplant, zu Fuß von Neufahrn bis Göttingen zu gehen. Das sind ungefähr 500 Kilometer. Wir wollen meine Schwiergermama mal zu Fuß besuchen.“

Und zum Abschluss verrät Eva Dörpinghaus noch etwas, das ihre Augen zum Leuchten bringt: „Im September werde ich Oma. Das ist das größte und schönste Ziel, das ich momentan vor Augen habe.“

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