geplantes Areal für Convention Center am Flughafen München in Freising
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Als ideales Areal für ihre geplante Konzert- und Kongresshalle bezeichnen die Investoren das von ihnen favorisierte Grundstück am Flughafen München.

In Zeiten von Corona

Event Arena am Flughafen: Wirtschaftsgutachten ist ein Hoffnungsschimmer für die Region

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Gerade in der Pandemie soll die geplante Konzert- und Kongresshalle zum Hoffnungsanker für gebeutelte Branchen werden. Die Investoren unterfüttern das mit neuen Zahlen.

  • Investoren planen nahe des Flughafens München eine Konzert- und Kongresshalle, die bis zu 20.000 Besuchern Platz bieten soll
  • Die Finanzierung des privatwirtschaftlichen Projekts ist laut Geschäftsführer trotz Corona gesichert.
  • Die Halle soll Folgen der Pandemie abfedern.

Freising – Trotz Pandemie könnte die geplante Konzert- und Kongresshalle auf einem Gelände in der Nähe des Flughafens München gebaut werden. „Die Finanzierung ist privatwirtschaftlich komplett gesichert“, sagte Lorenz Schmid, Geschäftsführer der SWMUNICH Real Estate, die das Projekt plant. Auf rund 200 Millionen Euro schätzen die Investoren die Planungs- und Baukosten, für das sogenannte MUCcc, das für bis zu 20 000 Menschen Platz bieten soll.

Mit dem Vermögensverwaltungsunternehmen KGAL aus München habe man einen langfristigen Partner im Boot, der solide und robust gebaut sei und über Erfahrung verfügt. „Wir können seriös weiterarbeiten mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell, das gerade auch nach der Pandemie einen Nerv treffen wird“, betonte Schmid gegenüber dem FT. „Wir sind überzeugt, dass nach Corona darüber hinaus ein großer Nachholeffekt entsteht, was den Besuch großer Konzerte betrifft. Und Kongresse mit einer großen Teilnehmerzahl werden auch künftig nicht ausschließlich auf digitalem Weg erfolgen.“

Geplante Konzert- und Kongresshalle soll über 285 Millionen Euro jährlich bringen

Nicht nur Gespräche mit Freisinger Bürgern, sondern auch mit Vertretern der Hotellerie und Gastronomie, mit Kulturschaffenden, Licht- und Bühnentechnikern haben Schmid und seinem Team Rückenwind gegeben. „Gerade für diese gebeutelten Branchen ist unser Projekt ein Lichtblick und eine echte positive Perspektive. Wir wollen Leuchtturm und Hoffnungsanker sein – als Kulturverstärker, aber auch als Wirtschaftsmotor für die Region.“

Das namhafte internationale Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte hat errechnet, dass das geplante Convention Center über 285 Millionen Euro pro Jahr an Bruttowertschöpfung bringt. Demnach liegen die direkten Effekte, zum Beispiel Ausgaben für Gehälter, Catering, Licht, Ton und Tickets bei 86 Millionen Euro. Weitere 157 Millionen Euro sollen durch indirekte Effekte erwirtschaftet werden, etwa durch vorgelagerte Produktionsbereiche, Einzelhandel, Restaurants oder Übernachtungen in Hotels, aber auch kleinen Pensionen in der Region. Und schließlich rechnen die Wirtschaftsprüfer mit 42 Millionen Euro an induzierten Effekten; also Konsumausgaben, die Löhne und Gehälter erst ermöglichen.

Lorenz Schmid spürt Rückenwind für die von ihm geplante Konzerthalle.

„Dadurch wird MUCcc zum Impulsgeber für Wirtschaft, Tourismus und Kultur - diese werden nach der Covid-19-Krise von besonderer Bedeutung sein“, so das Fazit des Deloitte-Gutachtens. In Schmids Worten: „Wir werden die Folgewirkungen von Corona in der Region abdämpfen können – sei es als Arbeitgeber, als Betreiber eines Kultur- und Kongresszentrums, das auch dank seiner faszinierenden Architektur Menschen aus Nah und Fern anlocken wird, und nicht zuletzt auch als Gewerbesteuerzahler an die Stadt Freising.“

Verkehrsanbindung: Die Planer feilen derzeit am Konzept

Bleibt das Thema Verkehr, das die Kritiker des Projekts anmahnen. „Gerade im Hinblick darauf ist der von uns favorisierte Standort bereits gut erschlossen und wird die nächsten Jahre weiter ausgebaut, etwa durch den S-Bahn-Ringschluss“, betont Schmid. Zudem gäbe es hier keine direkten Anwohner, und man könne auf eine bestehende Infrastruktur aufbauen. Nach ermutigenden Untersuchungsergebnissen und Analysen arbeiten die Investoren mit Fachplanern derzeit an einem tragfähigen Verkehrskonzept. Sollte ein Grundstücksdeal mit dem Eigentümer zustande kommen, wird beim nachfolgenden Genehmigungsverfahren natürlich auch das Verkehrskonzept geprüft werden, sagt Schmid.

Eine Attraktion der Region nennt Schmid als Vergleichsgröße. „Die Therme Erding hat gut 1,8 Millionen Gäste pro Jahr“, berichtet er. „Wir kalkulieren mit rund 1 Million Gäste, und möchten, dass die Freisinger so stolz auf ihr Kultur- und Kongresszentrum sind, wie die Erdinger auf ihre Therme“.

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