Aufladen statt volltanken: Seit 2014 wird das Thema E-Mobilität auch im Kreis Freising immer präsenter. Das Landratsamt will dabei Vorbild sein – der Fuhrpark wird nach und nach auf Elektrofahrzeuge umgestellt.
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Aufladen statt volltanken: Seit 2014 wird das Thema E-Mobilität auch im Kreis Freising immer präsenter. Das Landratsamt will dabei Vorbild sein – der Fuhrpark wird nach und nach auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Symbolfoto

Landratsamt will Vorbild sein

Exponentiell Richtung E-Mobilität: Immer mehr Elektrofahrzeuge im Kreis Freising

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Die E-Mobilität nimmt in ganz Deutschland Fahrt auf – auch im Landkreis Freising. Das Landratsamt will Vorbild sein.

Landkreis – Immer mehr Elektrofahrzeuge sind auf Deutschlands Straßen unterwegs – der Landkreis Freising bildet da keine Ausnahme. Auf den Wandel aufmerksam gemacht hat kürzlich die „Themenwoche Mobilität“ des „Teams Energiewende Bayern“, eine Aktion des Wirtschaftsministeriums.

161 152 Fahrzeuge sind im Landkreis Freising zugelassen. Davon verfügen 1279 Autos und 73 Lastwagen über einen reinen Elektroantrieb, teilt Robert Stangl, Sprecher des Landratsamts, mit. Hybrid fahren 2418 Pkw und ein Lkw. Angetrieben von Erdgas sind 177 und von Flüssiggas vier Fahrzeuge unterwegs. Wasserstoff wird überhaupt nicht genutzt.

Renault Zoe gab den Anstoß

Das erste Elektro-Kfz im Landkreis wurde im Mai 2007 zugelassen, allerdings sei diese Angabe ohne Gewähr, so die Kreisbehörde. Das erste E-Kennzeichen wurde im Oktober 2015 vergeben – darüber berichtete damals auch die Heimatzeitung. Ein Jahr, ab dem es in puncto E-Mobilität im Landkreis vorwärtsging, lasse sich nicht festmachen. Der Verlauf gleiche „eher einer Exponentialfunktion“.

Den Anstoß dafür habe laut Stangl ab dem Jahr 2014 die Verbreitung des Renaults Zoe gegeben, eines der ersten hundertprozentig elektrischen Stadtautos für die breite Öffentlichkeit. In den darauffolgenden Jahren nahm die E-Mobilität zunehmend an Fahrt auf: Während 2018 noch 627 E-Fahrzeuge zugelassen wurden, waren es ein Jahr später 925 und 2020 sogar 1231.

Rund 40 Ladepunkte im Landkreis

Geladen werden können diese an rund 40 sogenannten Ladepunkten im Landkreis Freising. „Die erste Ladesäule war die der Stadtwerke Freising, die 2011 installiert wurde und anfangs kostenlos war“, berichtet Stangl. „Vorher war das Aufladen aber bereits an Steckdosen in den Freisinger Parkhäusern möglich.“ Parallel zum Anstieg der E-Fahrzeuge erhöhte sich auch die Zahl der Ladevorgänge kontinuierlich. Die Ladesäule am Landratsamt Freising etwa wurde 101 Mal im Jahr 2017 genutzt, ein Jahr später 237 Mal. 2019 und 2020 blieb die Zahl konstant (400 beziehungsweise 404 Ladungen). 2021 wurde sie – Stand Ende April – aber bereits 269 Mal benutzt.

Stichwort Landratsamt: Auch dort setzt man zunehmend auf Elektrofahrzeuge: „Das erste E-Dienstauto wurde 2015 in Betrieb genommen, die erste Ladesäule 2017“, heißt es aus der Pressestelle. Das zweite E-Dienstfahrzeug kam 2018.

„Elektromobilität ist mir persönlich ein besonderes Anliegen. Wir wollen als Landratsamt in Sachen Energiewende vorangehen und Vorbild sein“, sagt Landrat Helmut Petz. Darum habe er schon zu Beginn seiner Amtszeit die Verwaltung beauftragt, den Fuhrpark des Landratsamts im Rahmen notwendiger Ersatzbeschaffungen sukzessive auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Drei neue E-Autos würden in den nächsten Tagen geliefert und die erforderlichen Ladesäulen in der Tiefgarage installiert.

Alternativantriebe für Busse geprüft

Ebenfalls gebe es Überlegungen, den Nahverkehr auf alternative Angebote umzustellen: Der Kreis Freising habe 2019 über den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) mit den anderen Landkreisen im Verbund eine Studie zu alternativen Antrieben bei Bussen in Auftrag gegeben. „In dieser Studie werden verschiedene Antriebsarten und anschließend die Linien der beteiligten Landkreise für sich auf Umsetzbarkeit mit alternativen Antrieben betrachtet“, heißt es aus der Kreisbehörde. Die Ergebnisse sollen bei künftigen Ausschreibungen berücksichtigt werden.

Ein weiterer Schritt, den das Landratsamt Freising derweil unternehmen möchte: Der zuständige Fachausschuss des Kreistags soll demnächst darüber beraten und beschließen, die kreiseigenen Schulen mit Ladestationen zu versorgen, um Lehrkräften, die ein E-Auto haben, in der Schule kostenloses Stromtanken zu ermöglichen, erklärt Landrat Petz.

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