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Auf den Stadtbus warteten am Freitag viele Pendler vergeblich. Grund war der Streik im öffentlichen Dienst.

Tarifstreit im öffentlichen Dienst

Fahrer streiken - Etliche Freisinger warten vergeblich auf  Stadtbusse

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Der Streit im öffentlichen Dienst hat am Freitag auch etliche Pendler in Freising getroffen. Stundenlang weigerten sich Fahrer, die Stadtbusse in Bewegung zu setzen.

Freising – Zahlreiche Nutzer de Freisinger Stadtbusse standen am Freitagmorgen im Regen: Bei unwirtlichen Wetterbedingungen warteten sie vom frühen Morgen bis zum späten Vormittag umsonst auf ihre Mitfahrgelegenheit. Grund dafür sind die Tarifstreitigkeiten im öffentlichen Dienst.

Wie berichtet, hatte Ver.di auch die Busfahrer zum Ausstand aufgerufen. Und die Gewerkschaft fand im Landkreis Freising Gehör. „Die Stadtbuslinien wurden am Freitag zwischen 4 und 10 Uhr bestreikt“, meldete Nina Reitz, Sprecherin der Stadtwerke. Im Betriebshof des Busunternehmens Hadersdorfer hätten sich die Fahrer geweigert, die Busse in Bewegung zu setzen. Eine Ausnahme hätten lediglich die Linien 620 und 639 sowie die Verstärkerbusse für die Schüler gebildet, sagte Reitz. „Für diese Busse hat es Hadersdorfer geschafft, Fahrer zu finden.“

Telefonische Beschwerden bei den Freisinger Stadtwerken

Die Pendler der anderen Linien indes blieben verärgert zurück. „Bei uns sind einige telefonische Beschwerden eingelaufen“, berichtete die Stadtwerke-Sprecherin. „Und mit Sicherheit hat es noch viel mehr Verärgerte gegeben, die sich nicht bei uns gemeldet haben. Das tut uns natürlich leid.“

Viele hätten offenbar einfach nicht mitbekommen, dass ein Streik drohe. Die Stadtwerke selbst hätten aber erst am Donnerstag mitbekommen, dass es am Freitag einen Streik geben könnte.„Daher konnten wir nur sehr kurzfristig informieren, „sagte Reitz. Zwar habe man auch auf den Bildschirmen in den Bussen über den möglichen Ausstand der Fahrer informiert. „Aber wer gestern nicht Bus gefahren ist, hat es halt nicht mitbekommen.“

Streik: Busunternehmer zeigt Verständnis für Fahrer

Ab 10 Uhr begann sich der Busbetrieb zu normalisieren. Um diese Zeit setzten die Hadersdorfer-Mitarbeiter die Fahrzeuge nach und nach in Bewegung, wie Nina Reitz mitteilte. „Der letzte Bus ging dann um 10.30 Uhr raus.“

Alfred Hadersdorfer, Geschäftsführer des Moosburger Busunternehmens, zeigte am Freitag Verständnis für den Streik seiner Fahrer. „Von dem, was tariflich bezahlt wird, kann in Freising keiner die Miete bezahlten.“ Die Politik müsse bereit sein, in Ballungszentren wie Freising mehr zu bezahlen als zum Beispiel an der tschechischen Grenze. Dass trotz Ausstands wichtige Linien bedient werden konnten, habe er einer guten Kommunikation mit dem Betriebsrat zu verdanken und einer „Top-Mannschaft in der Disposition“.

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