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Nur aus zertifiziertem Rohmaterial oder aus Europa (so wie hier) sind die Grabsteine der Firma Wiedmann.

Grüne wollen Stadt in die Pflicht nehmen

Fair Trade auch für Grabsteine

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Freising - Grabsteine aus Kinderarbeit haben nichts auf Freisinger Friedhöfen zu suchen. Das fordern die Grünen im Stadtrat. Sie wollen einen Herkunftsnachweis per Satzung festschreiben lassen. Die Freisinger Steinmetze sehen dem gelassen entgegen: Sie kaufen längst nur zertifizierte Ware.

„Ich habe schon vor Jahren meine Natursteinhändler im Bayerischen Wald und in der Oberpfalz angeschrieben und Auskunft über die Herkunft ihrer Steine verlangt.“ Der Freisinger Steinmetzmeister Manfred Kozel, dessen Betrieb in Kirchdorf steht, kennt die Diskussion um Grabsteine aus Kinderarbeit seit Jahren. 

„Rund 40 Prozent aller bayerischen Grabsteine stammen aus Ländern wie China oder Indien, wo ausbeuterische Kinderarbeit an der Tagesordnung ist“, heißt es im Antrag der Grünen an den OB, mit dem sie ein Verbot solcher Steine auf städtischen Friedhöfen durchsetzen wollen. Rückenwind bekommen sie dabei vom Bayerischen Landtag, der dieser Tage die Grundlage für so ein Verbot durch die Änderung des Bestattungswesens geschaffen hat. Künftig dürfen Kommunen nun ein Verbot in ihren Friedhofssatzungen festschreiben. „Wir werden den Antrag der Grünen den zuständigen Ausschüssen und dann dem Stadtrat vorlegen“, kommentiert Freisings Hauptamtsleiter Rupert Widmann: „Wir als zertifizierte Fair-Trade-Stadt werden uns dem Thema auf alle Fälle annehmen.“ 

Dem allen sieht Kozel gelassen entgegen. „Ich habe von meinen Natursteinhändlern Zertifikate anerkannter Organisationen. Die belegen, dass die Ware, die importiert wurde, nicht durch Kinderarbeit entstanden ist“, sagt Kozel. Eingeführt würden vor allem die Granitsorten aus Indien, die in Europa nicht vorkommen. Zudem nimmt Kozel nur Rohware an, nichts Vorgefertigtes: „Die Gestaltung entsteht in meinem Betrieb.“ Jedes Grabmal ist für den Steinmetz ein Kunstwerk, das den Vorstellungen des jeweiligen Kunden entspricht. Im Übrigen ist ein Passus gegen das Aufstellen von Grabsteinen aus Kinderarbeit bereits in der Friedhofssatzung von St. Georg festgeschrieben: „Ich bin selbst Mitglied in der Kirchenverwaltung und habe daran mitgewirkt.“ Die Änderung sei auch überfällig gewesen, denn: „Wenn man sieht, wie groß das Angebot auf Natursteinmessen ist, ist Vorsicht durchaus angebracht“, meint Kozel. 

Auch der Steinmetzbetrieb Wiedmann in Freising-Lerchenfeld bezieht seine Steine nur von zertifizierten Händlern: „Wir wollen nicht, dass wir Ware aus ausbeuterischen Betrieben bekommen“, sagt Chefin Sabine Wiedmann. Ihre Natursteinhändler, denen sie und ihr Mann vertrauen, haben ihre Firmensitze in Bayern, Italien, Österreich und Spanien: „Von dort beziehen wir die Rohblöcke. Die werden dann bei uns weiterverarbeitet.“ Diese Händler importieren auch aus Indien Granitblöcke, aber: „Zusätzlich zu den Zertifikaten kontrollieren diese Händler persönlich und mehrmals ihre Bezugsquellen dort“, betont Wiedmann.

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