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Experten in Sachen Bienen: Dr. Ulrike Schweinzer, Amtstierärztin, Tobias Kiel (Bienensachverständiger) und Andreas Stuber, Vorsitzender des Imkervereins Freising.  Foto: fkn

Landkreis nimmt an Monitoring-Aktion teil

Der Faulbrut auf der Spur

Bei der amerikanischen Faulbrut der Honigbiene handelt es sich um eine staatlich bekämpfte Tierseuche, die höchst ansteckend ist und zum Zusammenbruch der Völker und großen wirtschaftlichen Schäden führen kann. Als eine sehr effektive Methode der Früherkennung infizierter Völker konnten in mehreren Regionen Deutschlands Faulbrutmonitoring-Programme etabliert werden. Auch der Landkreis Freising beteiligt sich heuer an der Aktion.

Landkreis – Es handelt sich grundsätzlich um ein freiwilliges Verfahren. Eine Abfrage durch das Veterinäramt im Jahr 2016 ergab eine sehr positive Resonanz: Ein Großteil der befragten Imker sprach sich für eine Teilnahme am Monitoring aus. Unterstützt und koordiniert wird das Projekt durch das Veterinäramt Freising. Verantwortlich dafür ist laut Veterinäramt der Tiergesundheitsdienst (TGD) und das Fachzentrums für Bienen Veitshöchheim zur Installation eines freiwilligen Faulbrutmonitorings.

Anlässlich eines Infoabends beim Imkerverein Freising wurden jetzt alle interessierten Imker über das Projekt informiert und die Entnahme einer sogenannten Futterkranzprobe praktisch vorgeführt. Der Futterkranz besteht aus Honigzellen, die rings um das Brutnest angeordnet sind und bei Befall mit Faulbrut eine besonders hohe Sporenanzahl enthalten. „Dieser Honig wird zur Untersuchung auf Faulbrutsporen entnommen“, informierte Referent und Bienensachverständiger Tobias Kiel aus Kirchdorf zusammen mit Dr. Ulrike Schweinzer, Amtstierärztin am Landratsamt.

Die Untersuchung der Futterkranzprobe ist für die Imker kostenlos. „Inzwischen wurden flächendeckend im Landkreis Futterkranzproben genommen und beim TGD zur Untersuchung eingereicht“, berichteten die Experten.

Verursacht wird die Erkrankung durch Infektion mit Sporen von Paenibacillus larvae. Diese Sporen können bereits mehr als zwei Jahre vor Ausbruch der Erkrankung im Bienenvolk vorhanden sein, was die Bekämpfung schwierig macht. „Werden die Faulbrutfälle zu spät erkannt, ist eine wirkungsvolle Bekämpfung häufig nur durch Abtöten von Bienenvölkern und umfangreiche tierseuchenrechtliche Maßnahmen wie Einrichtung eines Sperrgebietes sowie die Untersuchung und Beprobung von Völkern im Sperrgebiet möglich“, hieß es beim Infoabend.

Wenn hingegen die Belastungen mit Faulbrutsporen frühzeitig erkannt werden, ist eine Sanierung – etwa durch verstärkte Wabenhygiene oder Kunstschwarmsanierung – möglich. Dabei werden die Bienen von ihren Waben getrennt und in eine neue Behausung gefegt. Grundsätzlich weist das Landratsamt darauf hin, dass, jeder, der Bienen hält, dies dem Veterinäramt mitteilen muss. Zusätzlich muss die Bienenhaltung beim Amt für Landwirtschaft gemeldet werden und eine Betriebsnummer beantragt werden.

Gut zu wissen

Ein weiteres Problem, das die Imker beschäftigt, ist der Befall der Bienenvölker mit Varroa-Milben. Die Bienenvölker in Bayern sind seit Jahren konstant und flächendeckend befallen. Zu den Schutzmaßregeln gegen die Varroose gehört die Behandlung der Bienenvölker, zu der der Imker verpflichtet ist. Nähere Auskünfte erteilt im Veterinäramt Dr. Ulrike Schweinzer unter Tel. (0 81 61) 600 509.

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