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Preisschock zum Projektstart: Feuerwehr-Ausbildungszentrum in Airportnähe kostet mehr als 30 Millionen Euro

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Von: Andreas Beschorner

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Feuerwehrfahrzeug
Auf dem ehemaligen Kammermüllerhof im Westen des Flughafens soll ein Feuerwehrausbildungs- und Katastrophenschutzzentrum gebaut werden. © Symbolfoto: Armin Forster

Die Integrierte Leitstelle bleibt in Erding. Dafür soll in Freising ein Feuerwehrausbildungs- und Katastrophenschutzzentrums entstehen - für sehr viel Geld.

Freising – Die mögliche Standortverlegung der Integrierten Leitstelle (ILS) von Erding nach Freising auf das Areal des ehemaligen Kammermüllerhofs im Westen des Flughafens ist bekanntlich vom Tisch. Trotzdem soll auf dem Areal etwas Großes und Wichtiges entstehen: Der Landkreis plant dort den Bau eines Feuerwehrausbildungs- und Katastrophenschutzzentrums. Wie das aussehen könnte, wurde am Mittwoch im Kreisausschuss vorgestellt – eine Präsentation, die für einige Überraschungen sorgte.

Landrat hofft auf „erhebliche Fördermittel“

Juliane Zopfy vom Büro Bogevisch, das mit der Machbarkeitsstudie beauftragt worden war, stellte die Ergebnisse vor: Aus sechs Varianten habe man eine ausgewählt, die eine optimale Anordnung des Verwaltungsgebäudes mit Schulungsräumen, einer zentralen Atemschutzwerkstatt, einer Atemschutzübungsstrecke, einer rund 25 Meter hohen Übungs- und Fahrzeughalle zur zentralen Stationierung von Katastrophenschutzfahrzeugen und Ausrüstungsgegenständen sowie Räumen für eine Einsatzzentrale ermögliche – Parkplätze inklusive. Das gefiel den Kreisräten.

Weniger erfreut war man über die erste Grobkostenschätzung, die Zopfy vorlegte: Inklusive eines Puffers für Preissteigerungen (zehn Prozent) und für Unvorhergesehenes (15 Prozent) kommt man auf Kosten von 31,5 Millionen Euro brutto – allerdings ohne technische Ausstattung. Da mussten die Kreisräte erst einmal schlucken. Johann Stegmair (CSU) beispielsweise fragte nach, wie man denn auf die Größe des Projekts gekommen sei. Das wolle er angesichts der genannten Kosten schon gerne wissen. Und Uwe Gerlsbeck (CSU) appellierte, man solle bei den weiteren Planungen die Kosten im Auge haben. Wenn da eine 25 Meter hohe, frei tragende Halle geplant sei, könne man sich schon denken, wie es zu dieser Summe komme.

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Immerhin: Auf Nachfrage von Karl Ecker (FW) versicherte Landrat Helmut Petz, dass man für die Maßnahme wahrscheinlich „erhebliche Fördermittel“ erhalten werde. Für eine andere, auch nicht gerade erfreuliche Überraschung hatte die Flughafen München GmbH (FMG) gesorgt. Von der will man nämlich das Areal pachten. Aber anders als bisher besprochen, ist die FMG nun laut Mitteilung vom Montag nicht mehr willens, das gesamte Gelände (56 000 Quadratmeter) zur Verfügung zu stellen, sondern nur noch den westlichen Teil. Der reiche zwar von der Fläche her für das Vorhaben aus, trotzdem müsse nun die Machbarkeitsstudie überarbeitet werden, so der Leiter des Hoch- und Tiefbaus im Landratsamt, Florian Plajer.

Trotz hoher Kosten: Ausschuss votiert einstimmig für nächste Schritte

Johannes Becher (Grüne) interessierte da schon, woher dieser plötzliche „Sinneswandel“ denn komme. Als Becher zunächst darauf keine Antwort bekam, hakte Gerlsbeck nach. Aber auch er erhielt keine Auskunft – zumindest nicht im öffentlichen Teil der Sitzung. Landrat Petz vertröstete die Kreisräte auf den nichtöffentlichen Teil. Sebastian Thaler (SPD) wäre es eh lieber gewesen, man plane das Projekt auf einem Landkreis-Grundstück statt auf einem Areal, das man von der FMG pachten müsse.

Allen Überraschungen zum Trotz beschloss der Kreisausschuss einstimmig, die nächsten Planungsschritte zu beauftragen. Was den Zeithorizont angeht, gab es auch keine konkreten Aussagen. „Wir haben noch keinen öffentlich kommunizierbaren Zeitplan“, sagte Plajer.

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