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Ein ganzes Leben für die Feuerwehr: Ehrenmitglied Stefan Mühl mit Stadtbrandinspektor Anton Frankl (r.) sowie (v. l. ) Vorsitzendem Thilo Kachel, Stadtbrandmeister Oliver Sturde sowie Thomas Ackstaller, der zum neuen Vertrauensmann gewählt wurde. 

Immer mehr Fehlalarme

Feuerwehr fühlt sich zum „Hausmeister-Service“ degradiert

Seit 70 Jahren Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr? Stefan Mühl aus Freising hat das geschafft und seine Ernennung zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr war denn auch das Highlight bei der Herbstversammlung der Floriansjünger. Die plagen aber auch Probleme  etwa die vielen Fehlalarme.

Freising – Seit 70 Jahren Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr? Stefan Mühl aus Freising hat das geschafft und seine Ernennung zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr war denn auch das Highlight bei der Herbstversammlung der Floriansjünger.

Thilo Kachel, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, bilanzierte ein mit Aktivitäten vollbepacktes erstes Halbjahr 2017 und zeigte auf, dass die „Feuerwehrkameradinnen und -kameraden“ – so die offizielle Anrede – letztlich doch ein eingeschworener Haufen sind. Rund 50 Termine standen im Kalender des Feuerwehrvereins, darunter die Fahrzeugsegnung von zwei neuen Einsatzwagen, die Mitwirkung bei der Aktion „Saubere Landschaft“, aber auch der Florianstag mit dem Gottesdienst im Dom. Und dann war da noch der „Tag der offenen Tür“, der sich wieder eines sehr großen Ansturms aus der Bevölkerung erwehren musste. Aber auch diese Herausforderung wurde von den Feuerwehrleuten in der Feuerwache 1 (an der Münchener Straße) mit Bravour gelöst.

Feiern kann man auch bei der Feuerwehr, die Feste zum 75. Geburtstag von Peter Reisch und das zum 50. von Stadtbrandmeister Oliver Sturde, zeigten das deutlich. Der Spielmannszug mit seinen 50 Mitgliedern hatte 20 Auftritte, wozu 37 Probenabende nötig waren. Highlight war natürlich das Gastspiel auf dem Petersplatz in Rom. Viel Lob hatte Thilo Kachel für die „Oldtimergruppe“ parat, die sich fürsorglich nicht nur um die „Liesl“ kümmert, sondern auch die übrigen alten Geräte in Schuss hält.

Ganz sorgenfrei sind aber auch die Freisinger Floriansjünger nicht, wie Kommandant Anton Frankl in seinem kurzen Bericht darstellte. Ihn ärgert besonders, das heute mit dem Handy „jeder leicht einen Alarm auslösen kann“. Dabei sollte man dran denken, dass hier Ehrenamtliche ihren Dienst versehen, die helfen wollen und nicht „bei zwei Zentimeter Wasser im Keller“ ausrücken müssen. „Das kann man selber ausschöpfen“. Die „66 Alarme für die Katz“ (Frankl) setzen sich zusammen aus elf reinen Fehlalarmen, 30 falschen an Brandalarmanlagen und 25, bei denen kein Eingreifen erfolgte. In die gleiche Kerbe hieb auch Kreisbrandrat Manfred Danner, der sich dagegen verwahrte, von vielen Bürgern als „Hausmeisterservice degradiert zu werden“.

Das Grußwort von Bürgermeister Hans Hölzl führte bei vielen Feuerwehrkameraden zu Unmutsäußerungen, weil in der Feuerwache 2 in Lerchenfeld Planungsstillstand herrscht. Hölzl versprach aber, so schnell wie möglich alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, damit sich was bewegt, denn: „Am Geld scheitert das Projekt nicht“.

Dann war es an der Zeit, Stefan Mühl für seine 70-jährige Mitgliedschaft zu ehren und ihm die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Der Jubilar, 1947 in die FFW eingetreten, war von 1967 bis 1972 Vorsitzender der Freisinger Wehr. Angesichts der Auszeichnungen und Präsente, meinte der sichtlich gerührte Jubilar: „Mei, de is zvui“. 

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