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Startet voller Power: Franz Jungmeier ist gerüstet, wenn in seinen Fitnessstudios in Freising ab 8. Juni wieder trainiert werden darf.

„Unsere Branche hat enorm gelitten“

Fitnessstudios öffnen: Laut Freisinger Inhaber war das längst überfällig

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Fitnessstudios dürfen ab 8. Juni wieder öffnen. Franz Jungmeier, der die Fitnessworld Number 1 in Freising betreibt, spricht darüber, wieso dieser Schritt in seinen Augen längst überfällig ist.

Freising – Am Dienstag erhielt Franz Jungmeier die erlösende Nachricht: Am 8. Juni dürfen bayerische Fitnessstudios wieder öffnen. Der 52-Jährige betreibt in Freising die Fitnessworld Number 1 mit Studios in Lerchenfeld und am Steincenter, in denen über 3000 Kunden trainieren. Im Interview spricht er über die Schwierigkeiten der vergangenen Wochen, und warum die Öffnung in seinen Augen längst überfällig ist.

Herr Jungmeier, wie geht es Ihnen jetzt, wo feststeht, dass Ihre Studios bald wieder öffnen dürfen?

Ich bin sehr erleichtert und total motiviert. Wir sind natürlich schon wieder im Studio und treffen die notwendigen Vorkehrungen, damit wir dann richtig durchstarten können.

„Viele unsere Kunden warten sehnlichst darauf, wieder trainieren zu können“

Wie Handel und Gastronomie müssen auch Sie strenge Auflagen befolgen. Beeinträchtigen die das Training?

Wir sind gerade dabei, unsere Studios mit den entsprechenden Aushängen und Bodenmarkierungen zu präparieren und überall ausreichend Desinfektionsmöglichkeiten aufzustellen. Ein gewisser Hygienestandard war bei uns aber ohnehin schon immer Pflicht. Der Riesenvorteil jetzt ist, dass unsere beiden Studios die größten im Landkreis sind. Das Areal in der Kepserstraße ist 2500 Quadratmeter groß. Mit der 10-Quadratmeter-Regelung können dort 250 Kunden trainieren. Aber ich gehe jetzt ohnehin nicht von mehr als 100 gleichzeitig aus.

Das heißt, Sie erwarten einen gemäßigten Ansturm?

Ich rechne nicht mit einem größeren Ansturm als vor der Krise, aber schon damit, dass wir relativ schnell wieder zu einem Normalbetrieb zurückkehren können. Viele unserer Kunden warten schon sehnlichst darauf, endlich wieder trainieren zu können. Manche kommen ja schon seit 20 Jahren zu uns. Was man nicht vergessen darf: In den vergangenen Wochen waren die meisten Menschen sehr unter Stress. Und die beste Möglichkeit, den abzubauen, ist nun einmal Sport und Bewegung. Das ist enorm wichtig für das seelische Gleichgewicht – gerade, wenn man Homeoffice, Homeschooling, Kinderbetreuung und mehr unter einen Hut bringen muss.

„Keine Perspektive zu haben, war anstrengend“

Stichwort „vergangene Wochen“: Wie ging es Ihnen und Ihrem Team?

Für meine Mitarbeiter musste ich Kurzarbeit anmelden, es gab ja keine Arbeit. Keine Perspektive zu haben, war anstrengend. Bei uns herrschte auch Unverständnis. Es war schade, dass über Grenzöffnungen und Urlaubsreisen diskutiert wurde, lange bevor es darum ging, wann man wieder etwas für die eigene Gesundheit tun kann. Unsere Branche hat in der vergangenen Zeit enorm gelitten, weil viele Kunden ihre Verträge gekündigt haben. Dabei tragen wir dazu bei, dass die Leute eigenverantwortlich etwas für ihre Gesundheit tun können, die gerade jetzt so wichtig ist. Das ist schon traurig. Deswegen freue ich mich umso mehr, dass es endlich wieder losgehen kann.

Haben Sie auch Bedenken, wenn die Fitnessworld ihre Pforten wieder öffnet?

Wie reibungslos das Training unter Auflagen funktioniert, wird sich rausstellen. Diese Einschränkungen nehme ich gern in Kauf. In anderen Bundesländern sind die Fitnessstudios schon seit 11. Mai wieder geöffnet. Bislang gab es keine negativen Auswirkungen. Daher bin ich optimistisch, dass auch wir in Freising das hinkriegen. Man muss dazu sagen: Auch vor dem Lockdown hat in ganz Deutschland kein Fitnessstudio Corona-Schlagzeilen gemacht – obwohl zwölf Millionen Menschen in Studios trainieren.

Aktuelles im Landkreis Freising

Die FDP Freising möchte ein Alternativ-Volksfest für Freising anstoßen. Andere Städte hätten es erfolgreich vorgemacht. Was sagt der OB?

Seit Beginn der Kontaktbeschränkungen gehen mehr Menschen denn je zum Joggen. Diesen Eindruck hat Kevin Ragner. Der Freisinger AOK-Experte gibt Lauftipps, die Spaß bringen.

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