Großes, gelbes Monster: Mithilfe einer Kappsäge schneidet Florian die Bretter zu.

Seit Ostern baut der 13-Jährige daran

Rekordverdächtig: Dieser Freisinger könnte der jüngste Tiny-House-Bauer Deutschlands werden

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Seit Ostern baut Florian Dittmar aus Freising an seinem Tiny House. Wenn der 13-Jährige so  weiterarbeitet, wird er der jüngste Tiny-House-Bauer in ganz Deutschland.

Freising – Er arbeitet jeden freien Tag an seinem großen Projekt: Seit Ostern baut der 13-jährige Florian Dittmar aus Freising an seinem Tiny House. Wer den Montessori-Schüler in den Ferien oder am Wochenende sucht, wird meist auf dem Gelände der Firma von Papa Ulli fündig. Dort sägt, bohrt und hämmert der Teenager an seinem Haus auf Rädern. Den Rahmen für das obere „Stockwerk“ hat er bereits fertig.

Wie berichtet, hat sich der 13-Jährige entschlossen, das Tiny House im Rahmen der Großen Arbeit zu realisieren, die an der Montessorischule so etwas wie das Meisterstück ist. „Erst habe ich mir überlegt, eine Bar zu bauen oder ein Bett“, berichtet er. „Aber das war mir zu langweilig.“

Kleines Haus, große Arbeit: Im Rahmen eines Schulprojekts baut Florian Dittmar ein Tiny House. Die mobile Wohnung, die auf einem Anhänger transportiert werden kann, ist 2,55 Meter breit und 7,40 Meter lang. Der Rahmen für den oberen Aufsatz ist bereits fertig.

2,55 Meter breit und 7,40 Meter lang soll Florians Tiny House werden. Auf 16 Quadratmetern Wohnfläche sollen eine mit Propangas betriebene Küche und ein Bad mit Wassertank errichtet werden. Im oberen Bereich soll ein etwa ein Meter hohes Loft entstehen, in den Florian zum Schlafen reinkriechen kann. Von dort erreicht er über einen Steg das Prunkstück seines Hauses: die Dachterrasse. Auf die Höhe muss Florian besonders achten, wie er berichtet: Denn inklusive Anhänger dürfen es von der Straßenoberfläche bis zum Dachrand nur vier Meter sein. „Alles was höher ist, darf nicht auf der Straße transportiert werden.“

So sollte es mal aussehen, Florians Tiny House. Unten entstehen Wohnraum, eine mit Propangas betriebene Küche und ein Bad mit Wassertank. Oben befinden sich das Schlafzimmer und die Dachterrasse, das Prunkstück der gesamten Konstruktion.

An freien Tagen arbeitet Florian zum Teil mehr als acht Stunden an seinem Projekt. Schnell hat er gemerkt, dass er sich einen ganz schönen Kraftakt aufgehalst hat. „Einmal habe ich den ganzen Tag nur Schrauben in die Bodenauflage gesetzt“, berichtet er. „Da haben mir die Knie am Abend sauber wehgetan.“ Da war es fast eine gute Nachricht, dass ihm die Schrauben ausgingen, und er mit seinem Vater zum Baumarkt fahren musste. Eine angenehme Pause für die Muskeln und Knochen.

Ausdauer und Geduld sind gefragt

Neben Ausdauer ist bei der Arbeit auch Geduld gefragt. „Besonders knifflig war es, die Wärmedämmung passend zuzuschneiden und in die Konstruktion zu pfriemeln“, berichtet er. Eine große Hilfe ist ihm da sein „großes, gelbes Monster“. So nennt Florian liebevoll die gigantische Kappsäge, die er zu seinem Geburtstag im März von seinen Eltern geschenkt bekommen hat.

Kraftakt für die Knie: Einen Tag lang hat Florian Dittmar (13) nur Schrauben für sein Tiny House gesetzt.

Wenn Florian in dem Tempo weiterarbeitet, wird er der jüngste Tiny-House-Bauer in ganz Deutschland. Auch weltweit zählt er dann zu den jüngsten. Die Resonanz, die der 13-Jährige mit seinem Projekt erzielt, ist bereits jetzt enorm. „Oft fragen mich Passanten, was ich denn da mache“, berichtet Florian und lacht. „Wenn ich ihnen sage, dass ich ein Tiny House errichte, und erkläre, was das ist, wollen sie alle auch so etwas haben.“

Florian hat schon einen prominenten Fan

Einen prominenten Fan hat Florian ebenfalls schon: Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher. Der OB hat ihn auch schon zu sich ins Rathaus eingeladen. „Da habe ich im Vorfeld ganz schön Bammel gehabt“, erzählt der 13-Jährige. Doch bei dem Treffen habe sich die Aufregung schnell gelegt. „Der Tobi war einfach total nett.“ Seine Unterstützung hat ihm das Stadtoberhaupt zugesagt. So darf Florian etwa an Markttagen einen eigenen Infostand aufbauen und um finanzielle Unterstützung für sein Projekt werben.

Die Akkus sind voll: Mit viel Energie hat sich Florian in die Arbeit gestürzt.

Jetzt in den Ferien wird er dazu wohl nicht kommen. An den freien Tagen stehen wieder große Arbeiten an, berichtet der 13-Jährige: „Da wollen wir die unteren Wände machen – und, wenn alles gut läuft, zur Krönung den oberen Aufbau draufsetzen.“

Gut zu wissen

Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann Florian auf Facebook (Profil: Florian Dittmar) oder Instagram (Florianstinyhouse) folgen.

Auch interessant: Wohnen auf 24 Quadratmetern - so sieht es in einem Tiny House aus

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