Ihre blumigen Offerten im Schaufenster hat Floristin Anita Dähne nummeriert. Die Kunden wählen das Arrangement aus und holen es dann ab.
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Ihre blumigen Offerten im Schaufenster hat Floristin Anita Dähne nummeriert. Die Kunden wählen das Arrangement aus und holen es dann ab.

„Können mehr Sicherheit bieten als jeder Supermarkt“

Freisings Floristen äußern Unverständnis über Lockdown für Geschäfte - und hoffen auf den Valentinstag

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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Der Lockdown ist für Freisings Floristen hart. Sie äußern Unverständnis über die Maßnahmen - und hoffen auf den Valentinstag.

Freising – Für die Blumenläden im Landkreis ist der Valentinstag am Sonntag ein Licht der Hoffnung in dunkler Zeit. Mit Click & Collect hofft man auf Umsatz – und lässt sich dafür einiges einfallen. Gleichzeitig senden die Floristen SOS: „Wenn wir nicht bald aufmachen dürfen, kostet uns das die Existenz“, sagt Anita Dähne, Inhaberin des „Blumenhandwerk“ in der Freisinger Bahnhofstraße. Der Lockdown ärgert sie maßlos: „Wir kleinen Läden könnten den Kunden mehr Sicherheit bieten als jeder Supermarkt.“

Blumenangebot derzeit gering

Auch Petra Baumgartner ist mit ihrer „Floristenwerkstatt“ in der Erdinger Straße in Freising „weit von einem Gewinn entfernt“. Aber: „Immerhin können wir noch präsent sein und mit dem Abholservice die Unkosten decken.“ Mit Click respektive Call & Collect sei sie eigentlich ganz zufrieden. Probleme bereite aber die Beschaffung der Ware. Aufgrund der Lockdowns in Italien und Holland sei das Angebot an Blumen geringer, und alles brauche mehr Vorlaufzeit. Alles sei halt schwierig, das Geschäft laufe wesentlich schlechter als sonst. Existenzängste aber plagen Petra Baumgartner nicht: „Wir werden es überleben – auch dank der treuen Kunden.“

Vor zwei Jahren hat Anita Dähne den alteingesessenen Laden von Blumen Venne übernommen. Angesichts der Dauerbaustelle Innenstadt ein mutiger Schritt – aber das hat sich die Existenzgründerin zugetraut. Doch in der Corona-Pandemie fühlt sie sich – wie viele Geschäfts in Freising – ungerecht behandelt. Nach der ersten Welle, ab dem 27. April 2020, habe sie wieder öffnen dürfen – mit Maske, Hygienekonzept und begrenzter Kundenzahl im Geschäft. „Und das hat wunderbar funktioniert“, wie Dähne berichtet.

„Höchstens ein Viertel vom Normalumsatz“

Den derzeitigen Dauer-Lockdown versteht sie daher nicht. Wenn sie beim Einkauf in der Großmarkthalle mit Kollegen rede, seien alle der gleichen Meinung. Die Stimmung sei schlecht, alle hätten Angst, unterzugehen. Nach dem harten Lockdown durfte Dähne wie ihre Kollegen nur liefern, seit einigen Wochen ist Click & Collect erlaubt. „Das ist aber auch nur sehr schleppend angelaufen“, berichtet die Floristin, „und bringt jetzt höchstens ein Viertel vom Normalumsatz.“

Für den Valentinstag hat sie sich etwas Besonderes einfallen lassen: Im Schaufenster hat sie Mustersträuße, fertige Gestecke und Pflanzschalen platziert und nummeriert. Die Kunden können sich so ihr Blumenarrangement auswählen, anrufen und abholen – „oder einfach an die Scheibe klopfen“. Auch die Floristenwerkstatt Baumgartner ist – wie alle in der Branche – vor dem Valentinstag verstärkt für ihre Kunden da – sogar am Sonntag. Jetzt liegt’s nur noch an den Kunden im Landkreis, am Sonntag ihr „Blumenopfer“ zu bringen – so wie die alten Römer.

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