Flughafen München
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Die Grünen-Resolution „Endgültiges Aus für die dritte Start- und Landebahn“ wurde im Freisinger Kreisausschuss einstimmig verabschiedet.

Die Last von den Bürgern nehmen

Dritte Startbahn „geht einfach nicht“: Landkreis Freising verabschiedet Resolution

Endgültig Schluss mit der dritten Startbahn am Flughafen: Das wollen Freisings Kreis-Grüne. Eine Resolution im Kreistag wurde nun einstimmig verabschiedet.

Freising – Für die Freisinger Kreistagsfraktion der Grünen muss jetzt endgültig Schluss sein mit der dritten Start- und Landebahn am Münchner Flughafen – diesem „Damoklesschwert“, das über der Region hängt. Am Donnerstag wurde deshalb ihre Resolution „Endgültiges Aus für die dritte Start- und Landebahn“ im Kreisausschuss für Planung, Umwelt, Tourismus, Landkreisentwicklung und Infrastruktur einstimmig verabschiedet.

Stadt Freising braucht verbindliche Planungssicherheit

Freilich: Zuständig für das Beerdigen der dritten Bahn ist nicht der Landkreis, sondern der Landtag. Aber gerade jetzt ist für Franz Heilmeier (Grüne) der richtige Zeitpunkt, um erneut klare Kante zu zeigen. Zudem hofft er auf weitere Signale aus den verschiedenen Lagern, dann würde seiner Meinung nach die Sache gar nicht mal so schlecht aussehen, dass das leidige Thema endlich vom Tisch sei. Die Stadt Freising müsse endlich über eine verbindliche Planungssicherheit für die Zukunft verfügen können. Und das ginge eben nur mit der längst überfälligen Entscheidung gegen den Bau einer weiteren Start- und Landebahn.

Johann Stegmair (CSU) betonte, dass er grundsätzlich kein sonderlicher Freund von Resolutionen für Angelegenheiten außerhalb der Zuständigkeit sei, allerdings wolle er hier durchaus mitgehen. Denn die Kreis-CSU, so Stegmair, sei ja immer gegen eine diese dritte Bahn gewesen. Für ihn ist jedoch fraglich, ob die Start- und Landebahn so einfach aus dem bestehenden Planfeststellungsbeschluss herausgenommen werden könne: „Da hängen ja einige Sachen dran.“ Für Peter Warlimont (SPD) wäre es vor allem wünschenswert, dass die Last einer möglichen weiteren Bahn endlich von den Bürgern genommen werden würde.

Die Dritte ist tot - sie muss jetzt mit Anstand beerdigt werden!

Landrat Helmut Petz

Landrat Helmut Petz machte es kurz und knapp: „Die Dritte ist tot – sie muss jetzt mit Anstand beerdigt werden!“ Allerdings stellte Petz auch klar: Das dürfe nicht mit dem Flughafen per se in den Topf geworfen werden. Der Flughafen, so der Landrat, sei als „Job-Motor“ außerordentlich wichtig und garantiere dem Landkreis Wohlstand. Doch die Dritte „geht einfach nicht“, seiner Meinung sei es völlig unsinnig etwas zu bauen, was nicht gebraucht werde.

Der Planungsfeststellungsbeschluss, in dem ja die dritte Start- und Landebahn enthalten ist, gelte seines Wissens nach bis 2025/26 – dann würde dieser sowieso „von der Bildfläche verschwinden“. Der Landrat glaubt nämlich auch nicht, dass durch den Baubeginn des S-Bahn-Tunnels, der auch in diesem Planfeststellungsbeschluss zu finden ist, die Frist verkürzt worden sei und das Großprojekt damit noch länger in der Schwebe sei. Für Petz hätte es gereicht, wenn die Entscheidungsträger klar und deutlich via Erklärung von einer weiteren Bau-Absicht Abstand genommen hätten. Denn ein Änderungsverfahren sei doch aufwendig und dauere zudem lange. Bis dahin könnte sich die ganze Sache seiner Meinung nach von alleine erledigt haben. Heilmeier jedoch reichen Zugeständnisse längst nicht mehr aus: „Es muss verbindlich sein.“

Klare Worte in der Resolution

In der Resolution findet der Grünen-Kreisverband deshalb klare Worte: „Die FMG und ihre Gesellschafter werden aufgefordert, sich bei der Regierung von Oberbayern als Planungsfeststellungsbehörde dafür einzusetzen, dass der Planfeststellungsbeschluss geändert und die dritte Start- und Landebahn gestrichen wird.“

Der Ausschuss verabschiedete die Resolution einstimmig. Darin auch enthalten: „Landrat Helmut Petz wird beauftragt, dieses Anliegen offensiv an die FMG und ihre Gesellschafter heranzutragen.“

Richard Lorenz

Das Projekt spaltet. Die dritte Startbahn sorgt seit 2005 für Unruhe in den Landkreisen des Flughafen Münchens. Eine Chronologie über die Entwicklungen.

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