+
Rund 400 Demonstranten hatten sich gestern am Kriegerdenkmal versammelt und zogen dann durch die Stadt, um für den Klimaschutz zu kämpfen.

„Klimakrise hat schon an die Tür geklopft“

„Freising for Future“: 400 Demonstranten fordern sofortiges Handeln

  • schließen

Die Bewegung „Freising for Future“ hat am Sonntag gegen den Klimawandel mobil gemacht und eindringliche Appelle an die Politik gerichtet.

Freising – „Die Sonne knallt runter.“ Luca-Marie Beck von der Freisinger Gruppe „Fridays for Future“ wusste, dass das ein Schweiß treibender Nachmittag werden würden. Doch wer gegen den Klimawandel auf die Straße geht, so wie am Sonntag rund 400 Demonstranten in Freising, der muss solche Temperaturen aushalten. Diverse Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hatten zum Protest aufgerufen. Reden, Singen und Gehen – das war „Freising for Future“.

„Bella Ciao“ war zu „Rebella Ciao“ umgedichtet worden, „Sag mir, wo die Blumen sind“ sang man voller Inbrunst. Rund um das Kriegerdenkmal hatten sich Klimaschützer versammelt, um zu erleben, dass viele Organisationen und Verbände in Freising den Kampf gegen den Klimawandel aufgenommen haben. Wobei Beck eine der Forderungen von Fridays for Future so formulierte: Man müsse von einer Klimakrise sprechen, die schon „an die Tür geklopft“ habe. Die „Fridays for Future“-Bewegung sei noch sehr jung, man habe weder den Klimaschutz noch das Demonstrieren erfunden, sagte Beck. Aber man wollte mit der Gemeinschafts-Demonstration zeigen, dass in Sachen Klimaschutz auch in Freising schon viel passiere.

Magerl: „Förderungen für den Flugverkehr stoppen“

Da ist zum Beispiel das Aktionsbündnis Aufgemuckt, dessen Sprecher Christian Magerl auf über 14 Jahre erfolgreichen Kampf gegen die dritte Startbahn verwies. Von Anfang an sei ein wesentliches Argument gegen das Projekt im Moos der Klimaschutz gewesen. Und wenn die Staatsregierung den Klimaschutz wirklich ernst nehme, wenn sie glaubwürdig sein wolle, dann gebe es nur eine Entscheidung: „Die dritte Startbahn sofort beerdigen.“ Zwischen 1995 und 2018 sei der Kohlendioxid-Ausstoß allein in Bayern durch den Flugverkehr um 300 Prozent gestiegen, führte Magerl aus. Angesichts dieser Situation müssten sämtliche Förderungen für den Flugverkehr gestoppt werden. Im Klartext: Kerosin müsse beispielsweise besteuert werden und es müsse Schluss sein mit Subventionen von Fluggesellschaften durch die FMG. Magerls Appell: „Kämpfen Sie mit uns!“ Und: Man werde erfolgreich sein.

Klare Botschaften hatten Hochkonjunktur.

Plakate und Transparente, die auch versicherten, dass „Grufties for Future“ seien, dass man nur diese eine Erde habe und dass Klimaschutz sofort passieren müsse, sah auch der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Wolfgang Willner, vor sich, als er die Bühne betrat. Für den BN sei Klimaschutz schon seit Jahrzehnten ein Thema, blickte er auf die vergangenen Jahrzehnte zurück. 99,9 Prozent aller Wissenschaftler hätten den Klimawandel nachgewiesen. Weshalb derzeit Parteien, die den Klimawandel leugneten, Zulauf hätten, sei ihm schleierhaft. Denn man müsse jetzt und sofort handeln, jetzt sei die letzte Chance.

Zug durch die Freisinger Altstadt

Sprechchöre skandierend machte man sich dann auf den Weg – über die Obere Hauptstraße, die Wippenhauser Straße und die Kammergasse, dann über die Amtsgerichtsgasse und den Marienplatz wieder zum Kriegerdenkmal. Dort sprachen Vertreter von Extinction Rebellion, vom Landesbund für Vogelschutz und der Mahnwache Freising. Die Botschaft war identisch und klar: Klimaschutz jetzt und wirksam.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Hallbergmooser Ortsmitte: Bücherstube Stotter macht dicht
Das Einzelhandelssterben in der Ortsmitte von Hallbergmoos geht weiter. Nach 21 Jahren schließt mit der Bücherstube Stotter ein weiteres Traditionsunternehmen.
Hallbergmooser Ortsmitte: Bücherstube Stotter macht dicht
Fahrenzhausens Bürgermeister Heinrich Stadlbauer: „Nun ist es an der Zeit zu gestalten“
Heinrich Stadlbauer ist einer von wenigen Bürgermeisterkandidaten im Landkreis Freising, die am Wahltag nicht zittern müssen: Der FBL-Rathauschef ist der einzige …
Fahrenzhausens Bürgermeister Heinrich Stadlbauer: „Nun ist es an der Zeit zu gestalten“
Podiumsdiskussion der Freisinger Landratskandidaten: Hier im Video-Livestream
Kurz vor der Landratwahl treffen am Dienstag die sieben Bewerber um den Posten des Freisinger Landrats aufeinander. Interessierte können die Debatte vor Ort verfolgen – …
Podiumsdiskussion der Freisinger Landratskandidaten: Hier im Video-Livestream
Podiumsdiskussion in Freising: Sieben Bewerbungen für „Traumjob“, drei Stunden Spannung
Die Podiumsdiskussion des Freisinger Tagblatts mit den sieben Freisinger OB-Kandidaten bot fast drei Stunden lang Hochspannung. Jetzt haben die Bürger die Qual der Wahl.
Podiumsdiskussion in Freising: Sieben Bewerbungen für „Traumjob“, drei Stunden Spannung

Kommentare