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Forschungszentrum für Integrierte Infektionsprävention am Campus Weihenstephan geplant - für 43 Millionen Euro

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Ein neues Forschungszentrum für Integrierte Infektionsprävention soll am TUM-Campus in Weihenstephan entstehen – für 43 Millionen Euro.
Ein neues Forschungszentrum für Integrierte Infektionsprävention soll am TUM-Campus in Weihenstephan entstehen – für 43 Millionen Euro. © TUM

Ein „Zentrum für Integrierte Infektionsprävention“ soll in Weihenstephan entstehen. Der Haushaltsausschuss des Freistaats gab grünes Licht für die Planung des 43-Millionen-Euro-Projekts.

Freising – Der TUM-Campus in Weihenstephan wird größer: Dort entsteht das „Zentrum für Integrierte Infektionsprävention“ (ZIP), in dem die Technische Universität ihre Kompetenzen zur Entwicklung innovativer Strategien zu Prävention, Bekämpfung und Verhinderung der Verbreitung von resistenten Krankheitserregern in Menschen und Nutztieren vereint. Schon im Juli 2020 hatte die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz beschlossen, dass Bund und Freistaat das Projekt mit rund 40 Millionen Euro unterstützen. Am Donnerstag wurde die Planung des Bauvorhabens im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags bewilligt. Die Kosten belaufen sich nach jüngstem Stand auf rund 43 Millionen Euro. Der Bund beteiligt sich mit 50 Prozent.

Sorge vor Rückfall in prä-antiobitische Zeit

„Die starke Zunahme resistenter Bakterien und die damit verbundene, massiv steigende Gefahr antibiotisch nicht behandelbarer Infektionen bei Mensch und Tier ist langfristig eine der größten wissenschaftlichen, medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit“, heißt es vonseiten der TUM. „Ohne Innovationen drohe ein Rückfall in die prä-antibiotische Zeit, in der sich einfach Verletzungen zu tödlichen Bedrohungen entwickeln konnten“, so Gründungsdirektor Dietmar Zehn, Professor für Tierphysiologie und Immunologie. Daher vereinige man künftig alle Kompetenzen, die sich bisher auf drei Standorte verteilen, in einem Zentrum.

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Dessen Forschung soll sich in drei Säulen gliedern: Modulation und Dynamik des Mikrobioms, Stärkung lokaler Immunität an mikrobiell besiedelten Grenzflächen und innovative Technologien. Dadurch, dass resistente Bakterien sowohl im Menschen als auch in Nutztieren betrachtet werden, „setzt das ZIP einen weltweit einzigartigen Schwerpunkt an den Schnittstellen von Medizin, Lebenswissenschaften, Mikrobiologie, Bioanalytik und Informatik“, heißt es vonseiten der TUM. Das Institut setzt sich zum Ziel, neue Präventionsstrategien so schnell wie möglich in die Praxis umzusetzen. Damit sollen der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung weitgehend vermieden, bestehende Infektionen besser kontrolliert und Übertragungswege zwischen Tier und Mensch unterbunden werden.

Einmalig in Deutschland

„Die Forschung auf diesem Gebiet ist essenziell für die Gesellschaft“, sagte Freisings Stimmkreisabgeordneter und Staatsminister Florian Herrmann nach dem Beschluss des Haushaltsausschuss am Donnerstag. Das Zentrum sei in Deutschland einmalig und international auf höchstem Niveau. „Dies stärkt einmal mehr den Standort Weihenstephan.“

Nach der Freigabe durch den Haushaltsausschuss des Landtags wird die Planung für das ZIP jetzt vertieft fortgesetzt. Gebaut wird allerdings noch nicht. „Dafür braucht es zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Genehmigung durch den Haushaltsausschuss“, teilt Herrmann mit. ft

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