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Dem Zauber der „Misa Criolla“ konnte sich niemand entziehen. Das Vokalensemble Cantabile bestach zuvor aber auch durch behutsame, zurückhaltende Sangeskunst.

Franz Burgers letztes Cantabile-Konzert

Ein Finale mit allen Facetten

Freising – Eine „feurige Andacht“ hatte das Vokalensemble Cantabile für sein Adventskonzert am Samstagabend in der Pallottinerkirche angekündigt. Und tatsächlich: Die „Misa Criolla“ von Ariel Ramirez, die das eine große Werk des Abends war, bot mit seinen lateinamerikanischen Rhythmen eine zwar ungewöhnliche, aber sehr beeindruckende Art weihnachtlicher Besinnung.

Franz Burgers letztes Konzert als Leiter und Dirigent von Cantabile geriet aber auch wegen der Darbietung anderer Werke zu einem musikalischen Genuss. Benjamin Brittens „Ceremony of Carols“, ein zunehmend öfter zu hörender Programmpunkt in Weihnachtskonzerten, stimmte die voll besetzte Pallottinerkirche auf das ein, was noch kommen sollte. Begleitet von Harfenistin Veronika Ponzer vermochte der Chor die gesamte Bandbreite seines Könnens, vor allem aber die behutsame und zurückhaltende Sangeskunst, unter Beweis zu stellen. Die wundervollen Melodien fanden in der exakten und gefühlvollen Darbietung eine würdige Interpretation. Vor allem auch Sopranistin Mayumi Takagi war schon in diesem Werk der Garant für außergewöhnliche Qualität. Drei Stücke, die zu der „Misa Criolla“ überleiteten, waren allerdings viel mehr als nur Zwischenspiele: „O Magnum Mysterium“ von Morten Lauridsen und lithurgische Werke von Arvo Pärt und Franz Biebl komplettierten das aus zeitgenössischen Kompositionen zusammengestellte Konzerterlebnis.

Und ein echtes Erlebnis war dann eben jene „Misa Criolla“, bei der das Vokalensemble Cantabile, die Solisten Takagi und (der stimmlich etwas angeschlagene) Tenor Reinhard Kreuzinger vom Ensemble Leno Verde unterstützt und kongenial begleitet wurden. Lateinamerikanische Rhythmen, Lebensfreude, verbunden mit dem Ausdruck tiefer Gläubigkeit – die Komposition von Ariel Ramirez war schon etwas Besonderes für europäische Ohren, wurde durch Cantabile aber mit solch einer souveränen Selbstverständlichkeit vorgetragen, dass man sich dem Zauber der „Misa Criolla“ nicht entziehen konnte.

Cantabiles Adventskonzert stach also schon allein deshalb aus der Vielzahl besinnlicher, vorweihnachtlicher Konzerte in diesen Tagen und Wochen heraus. Und es war nicht zuletzt der würdige Abschluss der langen und erfolgreichen Dirigentenkarriere von Franz Burger. andreas beschorner

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