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Freie Fahrt auf Freisings ersten Fahrradstraßen: Diese Regeln gelten

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Von: Wolfgang Schnetz

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In der Kulturstraße wird sich die Vorfahrtsregelung durch die Anpassung ebenfalls ändern: Radler haben Vorfahrt.
In der Kulturstraße wird sich die Vorfahrtsregelung durch die Anpassung ebenfalls ändern: Radler haben Vorfahrt. © Rainer Lehmann

Gute Nachrichten für Radler: Die Alte Poststraße, Zur Schwabenau und die Kulturstraße werden Freisings erste Fahrradstraßen.

Freising – Noch im Herbst beginnt die Praxisphase: Der Planungs- und Umweltausschuss hat im Sommer beschlossen, Kulturstraße, Alte Poststraße (zwischen Landshuter und Wendelinstraße) sowie Zur Schwabenau fahrradfreundlicher zu gestalten und deshalb zu Fahrradstraßen und -zonen umzuwidmen. In diesen Straßen werden künftig also die Radler Vorrang haben: „Sie geben damit das Tempo vor und dürfen zum Beispiel auch nebeneinander fahren“, erklärt Dominik Fuchs, Mobilitätsmanager der Stadt Freising. Start ist voraussichtlich noch im Oktober in Neustift.

Der Hintergrund

In der Umsetzung zentraler Anliegen aus der großen Straßenbereisung durch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) hatte der Planungsausschuss im Juli einen Maßnahmenkatalog verabschiedet, um den Radverkehr in Freising weiter zu stärken. Dazu zählt die Umwidmung ausgewählter Straßenzüge zu Fahrradstraßen und -zonen. „Zonen“, sagt Fuchs, „umspannen einen gesamten Bereich, während Fahrradstraßen nur einen bestimmten Straßenabschnitt betreffen.“ Nach ausgiebiger Auswertung und mit Hilfe des Instituts für innovative Städte, das im Bereich Radverkehrsförderung als führend gilt, konnten die Kultur- und Alte Poststraße (zwischen Landshuter und Wendelinstraße) als Fahrradstraßen und die Fahrradzone Zur Schwabenau als geeignete Straßen benannt.

Zur Fahrradzone wird die Straße Zur Schwabenau in Lerchenfeld.
Zur Fahrradzone wird die Straße Zur Schwabenau in Lerchenfeld. © Rainer Lehmann

Die Rechtslage

Das Befahren einer Fahrradstraße oder -zone ist nur Radlern erlaubt. Es können jedoch Ausnahmen angeordnet werden. In Freising werden alle drei Bereiche mit dem Zusatzschild „Anlieger frei“ umgesetzt. Folglich können Anwohner weiterhin mit ihrem Auto in die Straße fahren.

Auch Besucher mit eigenem Pkw oder die Anlieferer (sowohl für Geschäfte als auch für Privatpersonen) sind selbstverständlich wie bisher erlaubt. Ausgenommen ist jedoch der Kfz-Durchgangsverkehr: Die Straßen dürfen also beispielsweise nicht mehr als Abkürzung genutzt werden.

Mit diesem Flyer die Stadtverwaltung erläutert die neuen Fahrradstraßen. AGFK
Mit diesem Flyer die Stadtverwaltung erläutert die neuen Fahrradstraßen. © AGFK

Das Parken auf der Straße ist wie bisher gestattet. Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt bei 30 km/h. Allerdings müssen sich Autofahrer am Radverkehr orientieren: Sie dürfen Radfahrer zwar überholen, jedoch nur, wenn eine Gefährdung ausgeschlossen werden kann.

Die Umgestaltung

Ein wichtiger Teil der Umsetzung wird es sein, einige Zufahrten mit Markierungen oder Gummiborden zu verschmälern, um dem Kfz-Verkehr deutlich mitzuteilen, dass er hier quasi nur „als Gast“ erwünscht ist. Dominik Fuchs erklärt: „Das betrifft die Einmündung Alte Post- und Landshuter Straße aus Richtung General-von Nagel-Straße/Korbinianskreuzung. Heute schon sehr enge Bereiche wie die Abzweigung der Wendelin- von der Alten Poststraße werden nicht durch zusätzlichen Einbauten weiter zusätzlich verschmälert.“

In der Lerchenfelder Kulturstraße wird sich die Vorfahrtsregelung durch die Anpassung ebenfalls ändern. Während bislang an den Kreuzungen zur Mur- oder Finkenstraße die Rechts-vor-Links-Regel gilt, erhält die Kulturstraße mit der Umwidmung zur Fahrradstraße Vorfahrt über den gesamten Bereich. Um dennoch nicht den dann nicht mehr erlaubten Durchgangsverkehr anzulocken, werden ebenfalls Einengungen gebaut.

Alle drei Straßen sind im Mobilitätskonzept der Stadt Freising aus dem Jahr 2018 als sogenannte Hauptrouten definiert. In diesen Straßen sollen Fahrradfahrer also schnell und sicher vorankommen. Schon heute werden diese Strecken rege vom Radverkehr genutzt, jedoch gibt es auf keiner der Straßen Radverkehrsinfrastruktur wie Radwege oder Schutzstreifen. „Durch die Umwidmung wird dem Radverkehr in diesen Bereichen klar Vorrang gegeben und damit die Sicherheit der Fahrradfahrer erhöht“, betont Fuchs.

Nicht weiter verengt wird der Einmündungsbereich Alte Post- und Wendelinstraße.
Nicht weiter verengt wird der Einmündungsbereich Alte Post- und Wendelinstraße. © Rainer Lehmann

Die Umsetzung

Nachdem alle Anwohner in den betreffenden Straßen vergangenes Wochenende mittels Wurfsendung informiert wurden, ist die Umsetzung der Maßnahmen für Ende Oktober/Anfang November geplant. Auftakt wird in der Alten Poststraße sein. Da die erforderlichen Markierungsarbeiten bei schlechter Witterung nicht durchgeführt werden können, kann sich der Zeitpunkt aufgrund ungünstiger Bedingungen auch nach hinten verschieben. Eine Beschilderung wird alle Verkehrsteilnehmer in jedem Fall ausdrücklich auf die Geltungsbereiche der neuen Fahrradstraßen und -zonen hinweisen.

Der Ausblick

Selbstverständlich werden die Erfahrungen genau verfolgt, eine stetige Auswertung ist vorgesehen. Mobilitätsmanager Fuchs: „Wenn die Fahrradstraßen und -zonen den erwarteten positiven Effekt haben, ist geplant, weitere Straßen aus dem Hauptroutennetz des Mobilitätskonzepts umzuwidmen. Denkbar sind in den Fahrradstraßen weitere Maßnahmen: Sei es, um die Sicherheit von Radlern zu maximieren oder den Durchgangsverkehr weiter zu minimieren. „Einbahnstraßenregelungen“, sagt Dominik Fuchs, „könnten hier ein Mittel sein, das wir diskutieren und je nach Erfolg umsetzen könnten.“ Der Praxistest ab dem Spätherbst wird es dann weisen.  

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