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Sie wollen nach Berlin: die Freien Wähler mit (stehend, v. l.) Rupert Popp, MdL Benno Zierer, Albert Gürtner (Kreisvorsitzender Pfaffenhofen), Altlandrat Manfred Pointner, Kreisvorsitzender Maria Scharlach, dem stellvertretenden Landrat Robert Scho lz und Marianne Heigl sowie (vorne, v. l.) FW-Chef Hubert Aiwanger und Kandidat Robert Weller.

Aufstellungsversammlung in Allershausen

Freie Wähler: Robert Weller soll‘s als Direktkandidat richten

Freising/Allershausen - Kampflustig sind sie, sogar angriffslustig. Und als konservative Kraft wollen sie mit einer Politik der Vernunft und „des gesunden Menschenverstands“ nach Berlin: die Freien Wähler. Im Wahlkreis 214 soll es Robert Weller als Direktkandidat richten.

32 Jahre alt ist er, ein Freisinger durch und durch und Polizeibeamter: Robert Weller. Am Montag wurde er in Allershausen zum Direktkandidaten der FW im Bundeswahlkreis 214 gewählt. Der Mann, der ein Bewerber mit Leidenschaft und einer „gewissen Ernsthaftigkeit“ sein will, bekam am Montag nicht nur Rückendeckung von 15 FW-Anhängern (er selbst enthielt sich der Stimme bei der Nominierung), sondern auch vom Bundes- und Landesvorsitzenden der Freien Wähler, Hubert Aiwanger.

Angriffslustig war schon das, was der Vorsitzende der FW-Kreisvereinigung, MdL Benno Zierer, zur Begrüßung sagte: Die FW hätten es nicht nötig zu bluffen und bräuchten sich auch nicht künstlich aufzublasen. Noch kampflustiger gab sich Aiwanger: „Wir müssen da rein, weil dieses Land uns braucht!“, rief er zum Sturm auf den Bundestag auf. Denn die FW stünden für eine Politik des Ausgleichs. Er, so Aiwanger, würde für eine Kanzlerin Merkel nicht die Hand heben. Die CDU müsse zusehen, dass sie „aus der Geiselhaft Merkels“ herauskomme und „die Dame auswechselt“. Denn deren „Politik des Scheiterns“ spalte das Land ebenso wie das Verhalten von zwei anderen Frauen: Sahra Wagenknecht (Linke) und Frauke Petry (AfD). Deshalb: Wer gegen Merkel sei, solle FW wählen. Denn wer im September aus Protest bei der AfD sein Kreuz mache, der sorge lediglich dafür, dass die linken Parteien die Regierung bilden werden. Und wenn zu den Zeiten, als der Ansturm der Flüchtlinge so groß war, nicht die Landräte und Bürgermeister funktioniert hätten, dann hätte es schon nach wenigen Wochen „bürgerkriegsähnliche Zustände“ in Deutschland gegeben, streichelte Aiwanger die kommunalpolitische Seele.

Robert Weller gab sich da moderater: Zunächst einmal sagte er, dass die FW die Fünf-Prozent-Hürde knacken könnten. Schließlich gebe es in Deutschland 420 000 unabhängige „Freie“, die die Leitlinien der FW vertreten. Zudem wolle er „jede Stimme, die droht, zur AfD abzuwandern, mit einem konsequenten konservativen Kurs holen“. Denn eine Partei, die neben Pegida marschiert und auf ihren Plakaten Slogans der NPD kopiere, sollte nicht im Bundestag sitzen. Bei der vergangenen Bundestagswahl waren die FW auf ein Prozent der Stimmen gekommen. Er und die Freien Wähler würden dafür sorgen, dass die Menschen Politik wieder verstehen. Dass die FW das könnten, hätten sie in den Kommunen und in der Landespolitik bewiesen. Man müsse jetzt „die Schwäche der großen Parteien im Bund ausnutzen und den Bürgern eine Alternative sein. Eine vernünftige Alternative, eine mit Herz, Verstand und Vernunft.“

Wahlkampfthemen der FW, so hatte zuvor Aiwanger angekündigt, würden die sichere Rente, die Energiewende („Die ist völlig zum Erliegen gekommen“) oder auch der Kampf gegen die Privatisierung von Autobahnen („ein riesiger Fehler“) sein. Aiwanger: „Wir haben ein attraktives Angebot. Jetzt müssen wir es nur noch nach draußen bringen.“ Die FW stünden für das Ziel, die Bürger nicht weiter zu verunsichern, sondern das Vertrauen in die Politik zurückzugewinnen. Denn, so Weller: „Die Vernunft ist verschwunden.“

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