+
Waschen, schneiden, fönen: Barbier Lecho Aman vom Classic’s Barbershop in Freising bringt den Schülern am Berufetag in der Luitpoldhalle nicht nur sein Handwerk näher, sondern verpasst Alec auch ein kleines Umstyling.

Fit für die Zukunft

Freisinger Berufetag: Landkreis-Schülern lernen Ausbildungsberufe kennen

  • schließen

Zum Freisinger Berufetag kamen rund 600 Schüler in die Luitpoldanlage. Über 20 Betriebe stellten sich vor, um den Schülern die verschiedenen Ausbildungsberufe näherzubringen. 

Freising – Ein Glas fürs Weißbier, eins fürs Pils, und ein Weißweinglas sieht anders aus als das für Rotwein: Claudia Maisberger vom gleichnamigen Hotel und Gasthof in Neufahrn versucht, den Schüler, die an ihren Stand in der Luitpoldhalle kommen, spielerisch den Beruf des Hotelfachmanns näherzubringen. Die Chefin des Gasthofs ist eine von 22 Frauen und Männern, die beim Freisinger Berufetag rund 600 Acht- und Neuntklässlern aus den Mittel- und Berufsschulen sowie dem Förderschulzentrum ihre Arbeit vorstellten.

Maisberger wird unterstützt von ihrer Auszubildenden Miriam Wiesheu. „Die Gastronomie hat einen schlechten Ruf. Ich möchte den Jugendlichen zeigen, dass der unbegründet ist“, sagt die Auszubildende im zweiten Lehrjahr. Ihre Chefin ist bereits zum dritten Mal am Berufsinfotag vor Ort – auch, um junge Leute für ein Praktikum oder eine Lehre in der Gastronomie zu begeistern. „Vor 15 Jahren ließ sich der Nachwuchs noch mit einem Fingerschnippen finden“, sagt Maisberger. „Ich denke, alle Unternehmen, die heute hier sind, müssen sich ein bisschen um junge Leute bemühen.“

Gegenüber gelingt das Lencho Aman scheinbar mühelos. Alle Stühle vor seinem „Barber-Shop“-Stand sind besetzt. Der Barbier, der im Classic’s Barbershop in Freising arbeitet, bringt den Buben den Beruf des Friseurs näher – kurzes Umstyling inklusive. „Im Sommer hat ein Azubi seine Lehre bei uns abgeschlossen, im Januar fängt ein neuer an“, berichtet Mayde Karahan, die mit ihrem Mann Erkan den Barbershop sowie das New Cut Studio in der Domstadt betreibt. Dass sich gerade sehr viele junge Männer um eine Lehrstelle bewerben, wundert Karahan nicht: „Bärte sind zur Zeit unglaublich modern.“ Das Ehepaar Karahan legt wert darauf, aktiv auf Berufsanfänger zuzugehen. „Wir sind ein junges Team. Uns ist es wichtig, dass gerade die Azubis Spaß in ihrem Job haben.“

Filigranes Handwerk: Sophie Sibille aus München betreibt eine Meisterwerkstatt für Holzblasinstrumente. Sie hat sich auf Querflöte und Oboe spezialisiert. An ihrem Stand lernen die Schülerinnen, mit welchem Werkzeug sie arbeitet.

Während sich in der einen Halle die Buben über Berufe wie Dachdecker, Schreiner, Landschaftsgärtner und Erzieher informieren, schnuppern die Mädchen in der Halle nebenan in Bereiche wie Mechatronik, Metallbau und das Bäckerhandwerk. „Diese Geschlechtertrennung ist historisch gewachsen“, erklärt Jugendpflegerin Regina Cordary, die den Infotag organisiert. Der Arbeitskreis „Mädchen“ habe die Veranstaltung bereits vor über zehn Jahren organisiert, um Mädchen geschlechtsuntypische Berufe näherzubringen. „Vor etwa sechs Jahren hat sich der Arbeitskreis Jungen und Beruf angeschlossen, seither findet der Tag für alle statt.“ Einen Vorteil habe die Trennung von Mädchen und Buben zusätzlich. „So lenken sie sich nicht ab“, sagt Cordary mit einem Augenzwinkern.

Die Mädchen, die Holzblasinstrumentenbaumeisterin Sophie Sibille zusehen, lernen, welches Spezialwerkzeug man braucht, um eine Querflöte zu reparieren. Nebenan dürfen die Teilnehmerinnen unter Anleitung von Fahrzeugsattler und Feintäschner Michael Auer Schlüsselanhänger aus Leder stanzen. Auer und Sibille sind selbstständig, mehr als ein Praktikum bieten sie nicht an. Auer betont: „Ich stehe für das Handwerk hier. Ich möchte zeigen, wie viele Berufsmöglichkeiten es gibt.“ mh

Lesen Sie auch: Wege aus der Einsamkeit: Caritas-Verband zeigt Perspektiven für Langzeitarbeitslose auf

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zollings CSU-Bürgermeisterkandidat Markus Staudt möchte ein lösungsorientiertes Miteinander
Markus Staudt steigt in Zolling für die CSU in den Ring. Im Interview spricht er über das Bürgerhaus, seine Lieblingsplätze und darüber, wieso Kinder ihm ihre Stimme …
Zollings CSU-Bürgermeisterkandidat Markus Staudt möchte ein lösungsorientiertes Miteinander
ÜWG-Bürgermeisterkandidat Georg Völkl möchte in Zolling neuralgische Stellen beseitigen
Er sitzt fest im Gemeinderatssattel und kandidiert bereits zum zweiten Mal als Bürgermeister: Georg Völkl (ÜWG). Im Interview spricht er über seine Visionen für Zolling. 
ÜWG-Bürgermeisterkandidat Georg Völkl möchte in Zolling neuralgische Stellen beseitigen
UBZ-Bürgermeisterkandidat Helmut Priller möchte in Zolling Wohnraum schaffen
Helmut Priller möchte in Zolling der neue UBZ-BÜrgermeister werden. Im Interview spricht er über bezahlbaren Wohnraum, das Bürgerhaus und die schönen Ecken Zollings. 
UBZ-Bürgermeisterkandidat Helmut Priller möchte in Zolling Wohnraum schaffen
Landratskandidat Helmut Petz (FW) will Siedlungsdruck bekämpfen, um Heimat zu bewahren
Helmut Petz (FW) will der Freisinger Landrat werden. Im Interview spricht er über seine Vorhaben und darüber, was ihn am Landkreis stört.
Landratskandidat Helmut Petz (FW) will Siedlungsdruck bekämpfen, um Heimat zu bewahren

Kommentare