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Die Freisinger Hilfsgemeinschaft der Dialysepatienten und Transplantierten gibt es seit 30 Jahren.

Ein Akt der Nächstenliebe

Freisinger Hilfsgemeinschaft: Warum das Thema Organspende jeden etwas angeht

Die Freisinger Hilfsgemeinschaft der Dialysepatienten und Transplantierten gibt es seit 30 Jahren. Anlässlich der Feier machten die Verantwortlichen deutlich, warum das Thema jeden betrifft.

Freising – Die Organspende ist „praktizierbare Nächstenliebe“: Das sagte der Vorsitzende des Bundesverband Niere, Helmut Bruhnke, anlässlich der Jubiläumsfeier zum 30-jährigen Bestehen der Hilfsgemeinschaft der Dialysepatienten und Transplantierten Freising am Sonntag im Marstall des Freisinger Landratsamtes.

Mit einem funktionierenden Transplantat überleben zu dürfen, sei ein Geschenk für jeden Einzelnen und seine Familie. Allerdings gehe die Organspendenbereitschaft zurück. Bruhnke wünscht sich mehr Transplantationsbeauftragte in deutschen Kliniken.

Aus den zwölf Gründungsmitgliedern, die sich 1988 zur Selbsthilfegruppe zusammengeschlossen hatten, ist mittlerweile eine Gemeinschaft von 65 Mitgliedern entstanden. Sie informieren und unterstützen sich gegenseitig, wodurch die Krankheit besser bewältigt werden kann. Ortsvorsitzender Günter Schott dankte den vielen Referenten, die sich im Lauf der Jahre mit ihrem Wissen und ihrer Kompetenz eingebracht hätten. Medizinische Vorträge habe es gegeben, Fragen zur richtigen Ernährung und zu sozialen Themen seien beantwortet worden.

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Gerade in den Anfangsjahren hätten die Mitglieder trotz Dialyse viele Reisen unternommen. Daran sei das Interesse mittlerweile leider zurückgegangen, bedauerte der Vorsitzende. Der Grund dafür sei die Altersstruktur des Vereins. „Wir brauchen dringend jüngere Mitglieder“, sagte Schott mit Nachdruck. Jeden ersten Samstag im Juni organisiert der Verein den „Tag der Organspende“ in der Freisinger Innenstadt. Das sei ein sehr wichtiger Termin, betonte Schott. An Infoständen werden die Bürger über das Thema aufgeklärt. „Vergelt‘s Gott an alle Mitglieder, die sich da alle Jahre engagieren.“

Treue Mitglieder: Urkunden und Ehrennadeln für 20-, 25- und 30-jährige Mitgliedschaft erhielten Marion Zach, Josefine und Martin Täschner, Günter Schott, Blasius Altmann, Getraud Dreier, Renate Erbe, Anneliese und Robert Gintenreiter sen., Christiane Heinrich-Frosch, Edgar Heinrich, Karin und Wolfgang Jokisch, Elfriede und Robert Gintenreiter sowie Fritz Schauer. Gratulationen gab es von den Vorsitzenden Günter Schott (r.) und Franz Bauer (l.) sowie von Hannes Haun von der AOK Freising (2.v.r.) und Helmut Bruhnke vom Bundesverband Niere (3.v.r.). Foto: MAM

Kritisch äußerte sich Helmut Bruhnke vom Bundesvorstand des Bundesverbands Niere. Der internationale Vergleich zeige, dass Deutschland in Sachen Organspende zu den Schlusslichtern gehöre. Seien es 2011 noch mehr als 1000 Organe gewesen, die verstorbenen Spendern entnommen und transplantiert werden konnten, so sei die Zahl aktuell unter 800 gesunken. Transplantationsbeauftragte an Kliniken würden nicht ausreichend finanziert, so Bruhnke.

Viel Geld in die Hand genommen habe die AOK Freising für die Hilfsgemeinschaft, sagte Vertreter Hannes Haun. 124 000 Euro habe die Gesundheitskasse an der Wippenhauserstraße heuer bereitgestellt.

Die Freisinger Hilfsgemeinschaft kümmert sich aber nicht nur in Sachen Organspende, sondern auch um Dialysepatienten. Davon gebe es rund 20.000 in der Bundesrepublik, informierte Siegfried Bäumel, Vorsitzender der Hilfsgemeinschaft der Dialysepatienten und Transplantierten Regensburg/Straubing. Er betonte: „Wir alle tragen Verantwortung, durch eine Organspende Leben zu retten.“ Zum Schluss wurden 16 Frauen und Männer für 20-, 25- und 30-jährige Mitgliedschaft geehrt. Maria Martin

Gut zu wissen

Die Freisinger Hilfsgemeinschaft trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat zum Stammtisch im Weißbräu Huber.

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