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„Entscheidung tut im Herzen weh“: Freisinger Tafel muss Dienst wegen Corona einstellen

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Von: Manuel Eser

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Bild aus besseren Zeiten: Für die Mitarbeiter der Tafel ist die Ausgabe von Lebensmitteln eine Herzensangelegenheit. Doch jetzt ist Vorsitzendem Peter Bach (r.) das Risiko für die Mitarbeiter zu groß. © Archiv: Lehmann

Aufgrund des grassierenden Coronavirus muss die Freisinger Tafel ihren Dienst mit sofortiger Wirkung einstellen. Die Entscheidung ist Vorsitzendem Peter Bach nicht leichtgefallen.

Freising – Es war wohl die schwerste Entscheidung, die Peter Bach als Vorsitzender der Freisinger Tafel je treffen musste: Der Verein stellt seinen Dienst aufgrund des Coronavirus mit sofortiger Wirkung ein. Der Vorstandsbeschluss fiel in Abstimmung mit Experten. Betroffen sind mehr als 500 Freisinger, die von der Lebensmittelausgabe Woche für Woche profitieren. „Die Entscheidung tut uns im Herzen weh“, betonte Bach am Montag auf FT-Nachfrage. „Aber es gab für uns keine andere Alternative.“ Es gehe hier um den Schutz der eigenen Mitarbeiter. „Rund 80 Prozent unserer Austeiler sind älter als 60 Jahre und haben zum Teil erhebliche Vorerkrankungen“, berichtete der Tafel-Vorsitzende. Damit fielen seine Mitarbeiter genau in die größte Corona-Risikogruppe. „Das Risiko können wir nicht verantworten.“

„Wir haben einen Krisenstab gebildet“

Wie Bach mitteilte, kämen pro Woche 210 Abholer zur Tafel. „Wenn man bedenkt, dass die auch Lebensmittel für ihre Familien abholen, werden 500 bis 550 Leute mit unseren Lebensmitteln versorgt.“ Bach geht davon aus, dass die Tafel-Klienten einige Wochen ohne die Unterstützung des Vereins über die Runden kommen. „An Weihnachten haben wir zum Beispiel auch zwei Wochen geschlossen.“

Die Entscheidung, die Ausgabe von Lebensmitteln einzustellen, fiel am Montagvormittag. „Wir haben einen Krisenstab aus Vorstandsmitgliedern und Fachleuten gebildet“, erklärte Bach. Ausschlaggebend für den Beschluss sei dabei nicht die Ausrufung des Katastrophenfalls durch Ministerpräsident Markus Söder gewesen, aber die dynamische Entwicklungen am Sonntag mit geplanten Grenzschließungen. „Da war uns klar, dass wir nicht, wie vorgesehen, noch eine Woche abwarten, sondern gleich schließen müssen, bevor sich jemand von unseren Mitarbeitern infiziert.“

„Wir öffnen, sobald es wieder geht“

In Kontakt steht die Tafel mit der Organisation Foodsharing, die ihre Sammelstelle bei der Hochschulgemeinde Freising hat. Bisher sah die Kooperation so aus, dass die Tafel Lebensmittel an Foodsharing weiterreichte, die man selbst nicht ausgeben oder aufheben konnte. Die Tafel stellt den Partnern nun die eigenen Lebensmittel-Kontingente in den Geschäften und Märkten zur Verfügung. Man dürfe aber die Leistungsfähigkeit bei Foodsharing nicht überschätzen. „Dort ist man guten Willens, aber es gibt auch nur ein paar Mitarbeiter.“

Wann die Tafel ihren Betrieb wieder aufnehmen kann, steht in den Sternen. „Wir öffnen, sobald es wieder geht, aber wir müssen die Entwicklung abwarten.“

Die Entwicklungen und Neuigkeiten zum Coronavirus in Freising lesen Sie immer aktuell hier.

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