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„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Sprechchöre und bun te Plakate machten auf das Anliegen der knapp 1000 Schüler und Studenten aufmerksam. Am Kriegerdenkmal fand am Freitag die erste Fridays-for-Future-Demo in Freising statt. 

Der Protest ist angekommen

Erste Fridays-for-Future-Demo in Freising: 1000 Schüler gehen auf die Straße

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Der Protest ist in Freising angekommen: Beim ersten Friday-for-Future demonstrieren knapp 1000 Schüler und Studenten friedlich.  

Freising – Der Zug bewegt sich langsam vom Kriegerdenkmal Richtung Bahnhof: Mit bunten Plakaten und lauten Sprechchören ziehen etliche Schüler und Studenten, unter ihnen einige Eltern und Großeltern, bei der ersten Fridays-for-Future-Demo durch die Domstadt. Der Klima-Protest hat Freising erreicht – und er war weder zu übersehen, noch zu überhören.

Begleitet von zwei Streifenwagen und drei Polizei-Transportern demonstrieren an diesem Freitag knapp 1000 Teilnehmer friedlich in Freising. „Das sind viel mehr, als wir erwartet haben“, sagt Malena Günther begeistert. Die 18-Jährige hat vor Kurzem die Fridays-for-Future-Ortsgruppe in Freising gegründet und auch die Demo mitorganisiert. Die Resonanz ist überwältigend. „Das war die erste, aber nicht die letzte Demo“, sagt Günthers Kollegin Johanna Bucher. „Wir planen das jetzt regelmäßig.“

Engagement in der Freizeit

Anders als in anderen Städten wird in der Domstadt aber nicht während der Schule, sondern am Nachmittag demonstriert. Anders sehen die Organisatoren die Veranstaltung nicht durchführbar. Das zeige aber auch, dass sich die Schüler durchaus in ihrer Freizeit engagieren, sagt Günther, die gerade mitten im Abitur steckt. Eine Mutter ergänzt: „Genau, die Schüler demonstrieren nach der Schule – bei strahlendem Sonnenschein nach wochenlangem Regen.“

„Super, dass die Jugend auf die Straße geht“

Viele Eltern sind mitgekommen, um ihre Kinder zu unterstützen. „Ich finde es super, dass die Jugend wieder auf die Straße geht“, erklärt Larissa Röder-Schwung, die mit ihren Töchtern Lea und Winnie gekommen ist. „Ich fühle mich auch mitverantwortlich für die aktuelle Situation und wünsche mir, dass noch mehr Unterstützung von den Eltern und der älteren Generation kommt.“

Uta und Ulrich Bomme, beide 71, lassen sich nicht bitten: „Wir waren schon drei Mal in München mit dabei“, sagt die Rentnerin aus Attenkirchen. Mit ihrem Mann trägt sie ein Banner mit der Aufschrift „Oma und Opa stehen hinter Euch Kids!“ durch die Straßen. „Der Klimaschutz liegt uns ganz furchtbar am Herzen. Die Regierung muss endlich anders handeln – und wir auch“, betont die Seniorin. Während die Bommes zu den ältesten Demonstranten gehören, ist Julietta eine der jüngsten, die sich für den Klimaschutz stark machen. Die Achtjährige ist mit ihren Eltern hier und trägt stolz ein selbst gebasteltes Plakat.

Protest in Freising angekommen

Auf der kleinen Bühne am Kriegerdenkmal feiern die Organisatoren das Engagement der Freisinger Schüler und Studenten. Die Demo in der Domstadt an diesem Freitag ist nur eine von 1700 weltweit. Die Veranstalter wollen den Jugendlichen Mut machen, dass sich ihr Einsatz lohnt. Gemeinsam könne man viel erreichen. Grünen-Politiker Christian Magerl ruft der Menge zu: „Ich bin stolz und glücklich, dass so viele bereit sind, Verantwortung für unseren Erdball zu übernehmen.“ Der Protest ist in Freising angekommen.

Lesen Sie auch: Kämpfer fürs Klima: Dieser Freisinger Großvater (68) ruft am Freitag zu Demo auf und Wegen Valerie (12) verschenkt die Stadt Moosburg jetzt Saatgut an alle

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