Klimaschützer demonstrieren auf Korbiniansbrücke in Freising
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„Run Forest Run“: Angelehnt an den Filmklassiker Forrest Gump raten Klimaschutzaktivistinnen und -aktivisten dem Wald bei der Demo auf der Korbiniansbrücke in Freising zur Flucht vor den zu hohen CO2-Emissionen.

Sprecherin zieht Bilanz nach globalen Klimastreik

Fridays for Future kritisiert Stadt Freising - zwei Projekte „absolutes No-Go“

Fridays for Future stellt der Stadt Freising eher ein schlechtes Zeugnis aus. Zwei Projekte seien ein absolutes No-Go.

Freising – Um die 200 deutsche Städte haben sich dem von Fridays for Future (FFF) aufgerufenen Klimastreik am Freitag angeschlossen, darunter auch Freising. Trotz weitgehend schlechtem Wetter solidarisierten sich zahlreiche Freisinger auf der Korbiniansbrücke mit einer deutlichen Forderung an die Politik: Keine weiteren leeren Versprechen mehr!

Die Botschaften auf den Bürger-Plakaten waren unmissverständlich: „There is no planet B“, „Parks statt Parkplätze“ oder „Naherholung statt Fernstraßen“. Auch die dritte Start- und Landebahn beschäftigt die Beteiligten nach wie vor – so recht glauben, dass die wirklich „beerdigt“ ist, will keiner. Die Idee, eine Brücke für den Widerstand zu nutzen, war geschickt gewählt: Die Freisinger konnten so problemlos mitgebrachte Schilder und Banner anbringen. Gleichzeitig das Symbol: eine Brücke schlagen zwischen den Forderungen und der Umsetzung.

Zwei Projekte stoßen Fridays for Future sauer auf

Genau an diesen Umsetzungen, so Katharina Klimm von FFF Freising, würde es noch ziemlich hapern in der Domstadt. Sehr gefreut habe sie hingegen die große Resonanz auf die kreative Demo, bei der eigentlich durchgängig Bürger vor Ort waren, um zu zeigen: So geht’s nicht weiter! Und auch Klimm bestätigt, dass zwar die Klimaproblematik samt Lösungsansätzen inzwischen bei den Leuten angekommen sei, aber die dringend nötige politische Bewegung in die richtige Richtung leider noch fehle. Der Stadt stellt sie trotz zahlreicher Bemühungen ein eher schlechtes Zeugnis aus.

Zum Beispiel stößt die Umgestaltung des Johannisparks in Freising zu einer Haltestelle für Touristenbusse den FFF-Aktivisten sauer auf. Die Grünfläche sollte laut Klimm lieber ökologisch aufgewertet werden. Ein absolutes No-Go für Klimm: der Ausbau der Schlüterbrücke. Hier würden bessere Straßen nur noch mehr Verkehr generieren, also genau das Gegenteil von dem, was eigentlich erreicht werden soll. Zwar wäre bei der Diskussion der Stadträte über den Ausbau eine Stellungnahme vom Mobilitätsbeauftragten auf dem Tisch gelegen – beachtet wurde diese ihrer Meinung nach allerdings nicht ausreichend.

Klimaschützer: Freising muss an Tempo zulegen

Überhaupt müsse Freising an Tempo zulegen: FFF fordert eine Umsetzung der Klimaneutralität nicht bis 2035, sondern schon bis spätestens 2030. Zugelegt werden müsse auch beim Ausbau der Radinfrastruktur, der ÖPNV-Stärkung oder der Reduktion der Flächenversiegelungen. Dass vieles so langsam voranschreite, sei für Klimm „enttäuschend“.

Freising, so Klimm, gebe sich durchaus Mühe, aber es sei halt noch viel zu tun. Daher seien Demonstrationen nach wie vor wichtig. Beispiel Klima-Resolution: Freising habe hier einen wichtigen Schritt gemacht, allerdings würden noch lange nicht bei allen Entscheidungen die Klimaschutz-Aspekte ausreichend beachtet werden. Gerade in diesen Punkten müssen Bürger verstärkt fordern, dass klimapolitische Ziele deutlicher verfolgt werden.

Corona-Effekte wecken nur geringe Hoffnungen

Die Hoffnung, dass es durch die Corona-Pandemie zu einem Sinneswandel bezüglich Konsum und Umweltschutz kommt, ist bei Klimm eher klein. Zwar habe der Verkehr abgenommen, aber das sei halt nur ein kurzfristiges Phänomen. An den Möglichkeiten für eine „enkeltaugliche Zukunft“ würde es nicht mangeln, aber oftmals eben am Willen. Dennoch bleibt sie optimistisch: „Wir wollen versuchen, die geringe Chance, die wir noch haben, zu nutzen.“

Richard Lorenz

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