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Zeitnah wieder arbeiten gehen möchte Martina Seele. Dafür braucht die zweifache Mutter für ihre sechsjährige Tochter einen Platz in der Mittagsbetreuung.

Fehlende Betreuungsplätze für Grundschüler

„Für die Familie ist das eine belastende Situation“

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Freising - Die Anspannung bei Martina Seele aus Freising ist groß: Die zweifache Mutter möchte gerne wieder in ihren Beruf einsteigen. Mit ihrem Arbeitgeber ist sie bereits im Gespräch. Doch was fehlt, ist eine Betreuung für ihre sechsjährige Tochter. Einen Platz in der Mittagsbetreuung bekommt sie aber erst dann vorrangig, wenn sie ein Arbeitsverhältnis nachweisen kann. Ein Teufelskreis.

In knapp einem Jahr läuft die Elternzeit von Martina Seele aus Freising aus. Deshalb bemüht sich die Bankangestellte bereits darum, wieder an ihren alten Arbeitsplatz zurückzukehren – zu 60 Prozent. Aktuell gibt es eine freie Stelle, und die würde die 42-Jährige auch gerne annehmen. Wenn nicht das Problem mit der Kinderbetreuung wäre. Für ihren dreijährigen Sohn hat Martina Seele einen Kindergartenplatz – „das war kein Problem“, erzählt sie. Anders sieht es mit der Betreuung ihrer sechsjährigen Tochter aus, die im September eingeschult wird. „Ich kann, wenn ich vormittags arbeite, frühestens um 13.30 Uhr zuhause sein“, erzählt die zweifache Mutter. Um die Zeit zwischen Schulschluss und Feierabend zu überbrücken, müsste ihre Tochter bis 14 Uhr in die Mittagsbetreuung gehen. „Mit der Lösung würden wir gut zurechtkommen.“ Aber in der Vöttinger Mittagsbetreuung ist derzeit kein Platz frei. „Wir stehen auf der Warteliste relativ weit hinten“, berichtet Seele.

 Den Grund kennt sie: Weil sie in Elternzeit ist und kein Arbeitsverhältnis nachweisen kann, habe sie keinen vordringlichen Bedarf. Doch ein Arbeitsverhältnis kann die 42-Jährige erst eingehen, wenn auch die Betreuung der Kinder geregelt ist. Der fehlende Platz in der Mittagsbetreuung „verbaut mir den Einstieg in den Beruf“, sagt sie. „Für die ganze Familie ist das eine belastende Situation“, berichtet Martina Seele. Wenn sich die Betreuungssituation nicht bald klärt, „bin ich wohl gezwungen, meine unbefristete Stelle aufzugeben. Das möchte ich eigentlich nicht. Es ist gerade alles sehr schwierig“, fasst es die 42-Jährige zusammen. „Die Anspannung ist groß. Und man wird unzufrieden, weil man nicht weiß, wo’s hingeht.“ 

Martina Seele weiß, dass sie kein Einzelfall ist. Das geht auch aus einem Protokoll hervor, dass Elternvertreter der Freisinger Hortinitiative nach einem Gespräch Mitte Juni mit OB Tobis Eschenbacher und Karl-Heinz Wimmer von der Stadtverwaltung zusammengefasst haben: „Die Warteliste zur Nachmittagsbetreuung für Grundschulkinder enthält zirka 25 Kinder für eine Hortbetreuung und zirka 25 Kinder für eine Mittagsbetreuung“, heißt es in dem Schreiben. Im Hinblick auf derzeit noch fehlende Hortplätze entspannt sich die Lage ab September: Im Pallottihaus wird eine dritte Gruppe eröffnet, und der eingruppige Kinderhort St. Peter und Paul, der bisher unter der Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge im Jugendhilfeverbund Nord war, wird im Herbst in die städtische Einrichtung Neustift II integriert (siehe Kasten). „Wir haben die Wartelisten für die Hortgruppen abgearbeitet“, berichtet Wimmer mit Blick auf 50 freie Plätze, die ab September zur Verfügung stehen. „Baustellen“ gebe es hingegen noch bei der Ganztags- und bei der Mittagsbetreuung. Aber auch hier sei man bemüht, eine Lösung zu finden. Martina Seele hofft, dass sie für ihre Tochter einen Platz in der Vöttinger Mittagsbetreuung bekommt. Dann würde sich auch die Situation zuhause wieder bessern. Die Nachricht, dass ab September zumindest für ausreichend Hortplätze in Freising gesorgt ist, „stimmt mich schon Mal positiv“.

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