Schülerinnen und Schüler des Camerloher-Gymnasiums mit Schulleiterin Andrea Bliese (im Hintergrund)
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Das neue Schuljahr beginnt, wie das alte aufgehört hat: mit Maskenpflicht im Unterricht. Die Schülerinnen und Schüler des Camerloher-Gymnasiums kehrten bereits im Juli unaufgeregt zum Mund-Nase-Schutz zurück. Schulleiterin Andrea Bliese (im Hintergrund) bezeichnete es als notwendigen Schutz, um Präsenzunterricht aufrechterhalten zu können – so wie andere Schulleiterinnen und Schulleiter auch.

Unterschiedliche Ansicht bei anderen Corona-Themen

„Unangenehm, aber vernünftig“: Für den Präsenzunterricht nehmen Schulen Unannehmlichkeiten in Kauf

  • Manuel Eser
    VonManuel Eser
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Für Präsenzunterricht nehmen die Schulen die Maskenpflicht in Kauf. Nicht bei jedem Corona-Thema aber herrscht bei den Leiterinnen und Leitern Einigkeit.

Freising – Mit Maske, dafür aber im Klassenzimmer und nicht vor dem heimischen Computer beginnt am Dienstag der Schulunterricht. Leiterinnen und Leiter weiterführender Schulen begrüßen die entsprechenden Regelungen im Dienste des Präsenzunterrichts. Bei Themen wie Impfaktionen und vor allem Luftfilter scheiden sich indes die Geister.

Karin Schmidt, Rektorin der Moosburger Georg-Hummel-Mittelschule, ist froh, mit ihren Schülerinnen und Schülern am Dienstag in Präsenz starten zu können. „Wir alle haben erfahren, welche psychosozialen Nachteile Kinder und Jugendliche durch lange Schulabwesenheit erleiden können.“

„Positives Signal, nicht automatisch ganze Klassen in Quarantäne zu schicken“

Auch mit der Rückkehr der Maskenpflicht während des Unterrichts können sich die Schulleiterinnen und -leiter angesichts der Umstände gut anfreunden. So bezeichnet Bernd Friedrich, Leiter der Freisinger Karl-Meichelbeck-Realschule, es als „vernünftige Anordnung, die zwar unangenehm ist, aber im Interesse der Gesundheit aller umgesetzt werden muss“.

Eine „Quarantäne mit Augenmaß“, von der die bayerische Staatsregierung spricht, begrüßt Gerd Preuß, Leiter der Wirtschaftsschule in Freising. „Es ist ein positives Signal, nicht automatisch ganze Klassen in Quarantäne zu schicken, sondern einzelne Schüler im nahen Umfeld.“ Zudem kann die Quarantäne nach fünf Tagen bei einem negativen PCR-Test enden. Wie lange eine Quarantäne Sinn mache, müssten die medizinischen Experten entscheiden, betont Schmidt. „Klar ist, je kürzer die Abwesenheit aus der Schule nötig ist, umso besser für unsere Jugendlichen.“

„Kann nicht einschätzen, ob eine Impfung bei Jugendlichen risikofrei ist“

Ministerpräsident Markus Söder hat es angeregt, das Freisinger Schulamt koordiniert es bereits: Impfaktionen an Schulen für 12- bis 16-Jährige. BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl hat gegenüber dem FT schon signalisiert, dass er gern bereit ist, Impfteams an Schulen zu schicken, sofern wenigstens 15 bis 20 Jugendliche zusammenkämen.

„Wir unterstützen selbstverständlich diese Maßnahme, da sie am wirkungsvollsten ist“, betont Friedrich. Auch Schmidt will eine Abfrage bei den Eltern starten, betont aber auch: „Ich kann natürlich nicht einschätzen, ob eine Impfung bei Jugendlichen risikofrei oder überhaupt sinnvoll ist.“ Auch das müssten Wissenschaftler und Ärzte bewerten.

„Keine Studien, die eine Infektionsreduktion durch solche Geräte zeigen“

Preuß wäre es lieber, Aktionen an mobilen Impfstellen als an Schulen zu organisieren. „Da die Eltern bei der Impfung Minderjähriger anwesend sein müssen, bedarf es eines größeren organisatorischen Aufwands.“ Er sagt aber auch: „Es ist alles zu unterstützen, was die Impfquote in der Bevölkerung erhöht.“

Die Karl-Meichelbeck-Realschule verfügt über keine mobilen Luftfiltergeräte. Laut seiner Informationen, so Schulleiter Friedrich, sei das klassische Lüften wirksamer. Laut der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin würden diese Geräte auch nichts helfen, wenn der direkte Sitznachbar eines Schülers ansteckend sei. „Es gibt meines Wissens keine Studien, die eine Infektionsreduktion durch solche Geräte gezeigt haben.“

„Entscheidung pro Luftfilter wäre sinnvoller gewesen“

Die Georg-Hummel-Mittelschule ist bereits mit einer „recht modernen Lüftungsanlage“ ausgestattet, wie Rektorin Schmidt berichtet. „Zum Glück!“ Dennoch habe man mache Räume, in denen schlecht gelüftet werden kann, mit mobilen Filtergeräten oder CO2-Ampeln ausgestattet. Und Schmidt ist mit der Stadt Moosburg im Austausch, wie die Luftqualität noch weiter optimiert werden kann. Bei weiteren Anschaffungen müsse man aber auch laufende finanzielle Kosten im Blick haben – Kundendienste und Filteraustausch zum Beispiel.

Die Wirtschaftsschule hat zwar in allen Räumen CO2-Messgeräte, aber keine Luftfilteranlagen angeschafft – eine Entscheidung, mit der Preuß inzwischen hadert. „Wäre die Pandemie nach drei Monaten vorbei gewesen, wären teure Filteranlagen nutzlos in der Ecke gestanden. Jetzt, mit auftretenden Mutanten und mit der Einsicht, dass uns die Pandemie länger erhalten bleibt, wäre eine Entscheidung pro Luftfilteranlagen sinnvoller gewesen. Vor allem in der kalten Jahreszeit, wo Fensterlüftung nicht durchgängig möglich ist.“

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