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Zur Pressekonferenz hatten am Freitagnachmittag BI und Grüne geladen: Michael Roth, Sebastian Habermeyer und Manfred Drobny (v.l.)

Transgourmet und die Folgen

Was den Gegnern „schwer im Magen liegt“

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Freising - Wenn Transgourmet kommt, dann wäre das „ein Dammbruch“ in der Ansiedlungspolitik Freisings. Sagen die Gegner des Projekts. Beweis: Schon jetzt verhandele die Stadt mit einer weiteren „Food-Spedition“. Sagen die Grünen.

Der Stadtratsbeschluss zur Durchführung eines Bürgerentscheids war noch gar nicht gefallen, da hatte die BI „TransgourNEE“ schon eine Pressemitteilung verfasst und hatten die Grünen bereits zur Pressekonferenz geladen.

Bei der war dann auch ein Kamerateam anwesend, um einen Film für die Homepage der Bürgerinitiative zu drehen. Und bei der machten die Grünen deutlich, dass sie die BI unterstützen. Denn: Würde Transgourmet kommen, mache man aus den Clemensängern, einem Areal für hochwertiges Gewerbe mit guten Arbeitsplätzen, „ohne Not ein Vorort-Schmuddel-Gewerbegebiet mit Logistikern“, wie Manfred Drobny sagte. Nur weil man „schnelles Geld machen“ wolle, lasse man die Ansiedlung eines solchen riesigen Bauwerks zu, betonte auch Sebastian Habermeyer. Lärmbelastung, die Tatsache, dass nach der Ansiedlung von Transgourmet sofort der Ruf nach neuen Gewerbegebieten laut würde, dass es aber noch genügend Areal in Bauabschnitt 1 der Clemensänger gebe – das alles spreche eh schon gegen Transgourmet, jenes „falsche Projekt am falschen Standort“, wie Michael Roth von der BI sagte. Was den Grünen aber „besonders schwer im Magen liegt“, so Habermeyer, sei der Ikea-Effekt.

 Im Klartext: Als sich Ikea in Eching ansiedelte, habe es nicht lange gedauert, da kamen weitere Möbelgiganten in das Gewerbegebiet. Und Ähnliches drohe Freising, wenn so „ein großer Brummer“ da sei. Schon jetzt stehe die Stadt in Verhandlung mit einem weiteren Food-Logistiker, verriet Habermeyer. Noch laufe das alles nicht-öffentlich, aber allein die Tatsache, dass die Verhandlungen weit gediehen seien, zeige doch, wohin der Weg führe. Nämlich „in eine komplette Schieflage“, so Habermeyers Warnung. Sowohl die Grünen als auch die BI betonten, dass sie keine Nein-Sager sind. Erstens, weil man durchaus für Gewerbeansiedlung in den Clemensängern sei, aber eben für hochwertiges Gewerbe, das zu Freising passe und nachhaltig sei, zweitens, weil man die Frage des Bürgerentscheids mit „Ja“ beantworten müsse, um Transgourmet zu verhindern. Und das sei wichtig – nicht nur für die umliegenden Anwohner, sondern auch für Freising, das sich laut Roth „nicht unter Wert verkaufen“ dürfe. Transgourmet, das wäre nach Ansicht der Gegner der Beginn einer „Abwärtsspirale hin zum Industriegebiet“. 

Sollte der Nahrungsmittel-Logistiker nach Freising umziehen, „dann gibt es keine Regeln mehr“, prophezeite Roth der Stadt und den Bürgern. Und noch etwas: Transgourmet spüle durch den Kauf des Grundstücks (von rund 20 Millionen Euro ist die Rede) viel Geld in die Kasse. Das sei aber doch „gleich wieder weg“, so die BI-Vertreter. Und was dann an Gewerbesteuer fließe, das sei wahrlich nicht atemberaubend, verriet Habermeyer. Nicht umsonst sei Transgourmet in anderen Kommunen wie Neufahrn „abgeblitzt“.

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