Auch die Untere Altstadt soll nach dem Willen einzelner Parteien im Freisinger Stadtrat zur Fußgängerzone werden. Diverse Anträge dazu wurden jetzt zurückgestellt. Lehmann
+
Auch die Untere Altstadt soll nach dem Willen einzelner Parteien im Freisinger Stadtrat zur Fußgängerzone werden. Diverse Anträge dazu wurden jetzt zurückgestellt.

Anträge von Linken und Grünen vertagt

Gesamt-Fußgängerzone in Freising wird nicht sofort ausgewiesen - in zwei Jahren wird erneut debattiert

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
    schließen

Aus den Anträgen der Grünen und Linken wird vorerst nichts Über eine Gesamt-Fußgängerzone in Freising wird erst 2023 wieder diskutiert.

Freising – Die Freisinger Innenstadt wird, wenn sie denn umgebaut ist, zur verkehrsberuhigten Zone, und zwischen Amtsgerichtsgasse und Ziegelgasse wird eine Fußgängerzone eingerichtet. Das ist seit 1. Oktober 2014 Beschlusslage. Diverse Parteien haben allerdings beantragt, dass auch die Untere Altstadt plus angrenzende Gassen zur Fußgängerzone wird. Und zwar am besten schon jetzt und sofort. Zwei Stunden diskutierte der Stadtrat am Donnerstag intensiv über die Anregungen und Vorschläge. Ergebnis: Die Anträge werden für zwei Jahre zurückgestellt.

ÖDP-Antrag rechtlich nicht umsetzbar

Vor allem die entsprechenden Anträge der Freisinger Linken und der Grünen standen im Brennpunkt der Diskussionen. Denn das Ansinnen der ÖDP, den Abschnitt zwischen Amtsgerichtsgasse und Bahnhofstraße schon jetzt als Fußgängerzone auszuweisen, war rechtlich nicht umsetzbar, weil ein höhengleicher Ausbau derzeit nicht gegeben sei.

Blieben also die beiden anderen Anträge, die die seit Fertigstellung der Arbeiten in der Unteren Altstadt zu beobachtende Entwicklung zum Anlass nahmen, den Verkehr völlig aus der gesamten Stadt verbannen zu wollen. Dabei sagte OB Tobias Eschenbacher in seiner ersten Einschätzung, dass er generell nichts gegen eine Ausweitung der Fußgängerzone habe. Er bitte aber, den Innenstadtumbau erst einmal abzuschließen, dann das derzeit gültige Verkehrskonzept umzusetzen und zu beobachten, und danach eventuell über eine Ausweitung der Fußgängerzone zu entscheiden.

Beschlossenes Konzept nicht „umschmeißen“, sondern ihm eine Chance geben

Dieser Meinung und Vorgehensweise schlossen sich Reinhard Fiedler (FSM), Hubert Hierl und Jürgen Mieskes (beide CSU), Jens Barschdorf (FDP) sowie Richard Grimm (FW) an. Tenor aller Wortmeldungen: Nicht schon während der Umbaumaßnahmen das beschlossene Konzept „umschmeißen“, sondern den Leuten die Chance geben, sich an die neue Regelung zu gewöhnen. Erst wenn man dann feststelle, dass es nicht das erhoffte gute Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und Pkw-Lenkern gebe, könne man über eine Fußgängerzone nachdenken.

Gar nicht so dramatisch wie die Antragsteller sah die Situation Peter Warlimont (SPD). Die Genossen hatten, wie berichtet, an mehreren Tagen die Situation in der Unteren Altstadt beobachtet und die Verkehrsströme gezählt. Fazit: Eine Gefährdungslage sei so nicht erkennbar, es gebe auch „keine dauernde Gockelparade“ an Autos, so Warlimont. Die Fußgängerzone sei für die SPD nur die „Ultima Ratio“.

„Wir wollen die Fußgängerzone - jetzt und sofort“

Auf der anderen Seite standen die Fraktionen, die mit der Einführung einer Fußgängerzone nicht mehr länger warten wollen: Nicolas Graßy (Linke) sagte, jetzt sei alles nur „Flickwerk“, man habe es nun in der Hand, in den fertiggestellten Bereichen eine Fußgängerzone auszuweisen. Ulrich Vogl (ÖDP) erinnerte an den vor rund 20 Jahren verlorenen Bürgerentscheid: „Seit 20 Jahren rede ich an die Sache hin. Heute ist vielleicht die Nacht, in der es wahr wird.“ Werner Habermeyer (Grüne) verstand auch nicht, wieso man jetzt noch die Sache verzögern solle, statt gleich und sofort „Nägel mit Köpfen zu machen“. Susanne Günther (Grüne) forderte: „Wir wollen die Fußgängerzone – jetzt und sofort.“

Doch dazu kam es nicht: Auf Antrag von Robert Weller (FW) wurden die Anträge für zwei Jahre zurückgestellt, um sie nach Abschluss des Innenstadtumbaus neu zu prüfen. Mit 21:16 Stimmen votierte der Stadtrat dafür. 2023 trifft man sich also zu diesem Thema wieder.

Im Freisinger Stadtrat entschied sich die Mehrheit für den vierspurigen Ausbau der Schlüterbrücke. Dem Beschluss ging eine Mammut-Diskussion voraus.

Alle Neuigkeiten und Nachrichten aus Freising und der Region lesen Sie immer aktuell hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare