Nur wenige Menschen konnten den Gottesdienst im Dom verfolgen. Er wurde aber auch virtuell übertragen.
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Nur wenige Menschen konnten den Gottesdienst im Dom verfolgen. Er wurde aber auch virtuell übertragen.

Ökumenisches Angebot im Freisinger Dom

„Der Tod ist eine Türe“: Gedenkgottesdienst für Corona-Opfer soll Angehörigen Trost spenden

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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119 Menschen aus dem Landkreis sind Corona bisher zum Opfer gefallen. Den Trauernden sollte ein ökumenischer Gottesdienst im Freisinger Dom Trost spenden.

Mit „Lebe wohl!“ war der Gottesdienst überschrieben, der auch virtuell verfolgt werden konnte und über viele Verlusterfahrungen der vergangenen Monate hinweghelfen sollte. Ein Bild der Freisinger Künstlerin Maria Kiess war im Dom aufgestellt: ein kleines Schiff mitten im aufgepeitschten Meer. Ein Sinnbild für Unsicherheit, Angst, auch für Panik und Ohnmacht, und für wachsende Ungeduld, wann denn „wieder Land in Sicht sei“ – so interpretierte Sabine Moosheimer, Gemeindereferentin der Pfarrei St. Georg, das Werk.

„Corona mutet uns viele Abschiede zu“, sagte Moosheimer. Sie denke nicht nur an Abschiede und Beerdigungen, die oft nicht so verlaufen seien, wie man es sich zum Trost wünschte. Sie denke auch an die vielen Menschen, die einsam gestorben seien. Sie denke an Kinder, denen seit Monaten der Kontakt zu Gleichaltrigen fehle, die „abgehängt seien in ihren Entwicklungschancen“. Sie denke auch an junge Erwachsene, die auf so vieles verzichten müssten – von der Schulabschlussfeier über den Besuch der Großeltern bis hin zum ungezwungenen Kennenlernen anderer.

Gemeindereferentin hat nicht nur Todesopfer im Blick

Sie denke auch an Geschäftsleute, Gastronomen und Kulturschaffende, die allesamt um ihre Existenz bangen. Und sie denke an den Seelenschmerz Alleinstehender ebenso wie an die, die an den Folgen dieser unberechenbaren Krankheit noch lange litten. „Lebe wohl!“ bedeute aber nicht nur Abschied, sondern sei auch als Perspektive gedacht: als Wunsch, dass es dem anderen gut geht, dass er wohl lebt.

„Mein Gott, was mutest du uns da zu?“ Das ist die Frage, die ihm in diesen Zeiten der Pandemie immer wieder in den Sinn komme, so der Freisinger Dekan Christian Weigl. Warum so viel Verlust an Kontakten, an Beziehungen, an erfüllter Lebenszeit? Eine Antwort darauf, so gestand Weigl, gebe es nicht. Warum Gott uns das zumute, warum der Tod Teil des Lebens ist, das wisse der Mensch nicht. Aber eines sei sicher: „Gott ist immer da.“

Tröstliche Worte vom Dekan

Sterben, so Weigl, sei eine Reise, der Tod eine Tür, „um durchzugehen“. Den Wunsch des Menschen, dass dort „irgendwer“ sein müsse, beantwortete er so: „Dieser irgendwer ist Gott.“ Und so bedeute „Lebe wohl!“, einen lieben Menschen herzugeben, aber auch, ihm zu sagen: „Du lebst anderswo weiter.“ Und dort, so spendete Weigl Trost und Zuversicht, sei man „viel mehr daheim, als wir es auf Erden sein können“.

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