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Spezielle Mischung aus hell und düster: Die Band Grandshe iks machte sich mit Groove und Liebe zum Detail auf die Suche nach Frank Zappas letzten Geheimnissen.

Im Freisinger Lindenkeller

Die Träume von Frank Zappa: Grandsheiks liefern grandiose Hommage an den Rocker

Sie als Cover-Band zu bezeichnen, wäre frevelhaft: Die Grandsheiks lieferten im Freisinger Lindenkeller eine grandiose Hommage an den amerikanischen Rockmusiker Franz Zappa.

Freising – Es gibt Musiker, deren Werk weit über den Tod strahlt – in der Komplexität und Genialität längst noch nicht gänzlich erforscht. Zweifelsohne der König unter ihnen: Frank Zappa. Im Freisinger Lindenkeller machte sich die Band Grandsheiks mit Groove und Liebe zum Detail auf die Suche nach den letzten Geheimnissen. Gerade so, als wäre Zappa selbst auf der Bühne gestanden – ein Konzert, eine Hommage und ein grandioser Abend.

Faszinierende Virtuosität

Es wäre geradezu frevelhaft, bei den Grandsheiks von einer Cover-Band zu sprechen. Vielmehr erzählen sie die Träume von Frank Zappa in bester Mothers-of-Invention-Tradition weiter, erfinden sie neu und bleiben doch auf dem Sheik-Yerbouti-Pfad, irgendwo zwischen dem Laurel Canyon und der Bandheimat Mainz.

Mit „Joe´s Garage“, dem Titelsong der gleichnamigen Rockoper, präsentierte die Band eines von Zappas gefälligeren Werken in faszinierender Virtuosität – ein Song, der den Lindenkeller in die Saturday-Night-Show beamte. Die Band, die in dieser Formation seit 2012 on the road ist, zeigte sich perfekt eingespielt und dem Zappa-Gesamtwerk natürlich vollends vertraut. Ganz wunderbar die stimmliche Leistung von Maximilian Hilbrand, der nie ganz weit weg ist vom Vorbild, aber auch nie so nahe, um affektiert zu sein. Diese spezielle Melange zwischen düster und hell aufleuchtend, genau richtig um die Texttiefen des Oeuvres zielsicher auszuschöpfen. Dann das wilde „I am the slime“ und das rumpelnde „Montana“ vom Album „Over Night Sensation“, die gänzliche geniale Bandbreite von Zappa von den Grandsheiks wiederbelebt. Jene heiße Mischung von Blues, Rock’ n’ Roll und Jazz, die heutzutage längst von radiotauglichem Geklimper abgelöst wurde – inklusive den Vorahnungen von Captain Beefhearts „Trout Mask Replica“ im Gepäck.

Grandsheiks hätten Hunderte von Zuschauern verdient

Auch nur vorgetäuscht die Blues-Anleihen für ein, zwei Noten, dann wieder dieser ganz eigene Zappa-Groove mit „Flakes“ vom berühmten Album Sheik Yerbouti im zweiten Teil, ausgefeilt die musikalischen Nuancen zwischen den Zeilen. Und auch das merkt man den Grandsheiks sofort an, diese Liebe zum musikalischen Schabernack, ohne dabei je die Virtuosität zu verlieren. Avantgardistisch mit eindeutigen Zweideutigkeiten, und auch über längere Distanzen wie bei „Inca Roads“ verlieren sie kein Publikum, sondern gewinnen immer noch mehr Sympathie für das Außergewöhnliche, das lange nicht Gehörte, das Vermisste. Prägnant auch die Solo-Leistungen: Daniel Guggenheim am Saxophon und Keyboard, Jörg Heuser an der Gitarre und Gesang, Andi Mertens am Bass und Gesang, Christan Majdecki an den Drums und Thomas Schmittinger an der Gitarre und Gesang.

Die Grandsheiks holten die besten Herzschläge von Frank Zappa nach Freising – und sie hätten Hunderte von Zuschauern verdient. Eine Formation, die ganz ohne Zweifel auch im Laurel Canyon willkommen sein würde – allerdings werden sie für ganz viele weitere Konzerte hier in der Gegend gebraucht. Richard Lorenz

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