Das Bachinger Moos bei Vötting könnte durch gezielte Wiedervernässung große Mengen an Treibhausgasen binden.
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Das Bachinger Moos bei Vötting könnte durch gezielte Wiedervernässung große Mengen an Treibhausgasen binden.

Wiedervernässung von Flächen bei Vötting und Sünzhausen soll starten

Grünes Licht für Renaturierung des Freisinger Mooses - Pilotprojekt auf den Weg gebracht

Das Freisinger Moos soll renaturiert werden. Für ein Pilotprojekt unterstützt die Stadt Freising jetzt den Bund Naturschutz.

Freising – Ein Pilotprojekt zur Renaturierung des Freisinger Mooses wurde in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses auf den Weg gebracht. Die Stadt Freising unterstützt das Projekt „Dachauer-Freisinger-Erdinger Moos: Modellregion für Niedermoorschutz“, das der Bund Naturschutz (BN) beantragt hatte. Teile des Bachinger Moos in Vötting und bei Sünzhausen könnten durch gezielte Wiedervernässung große Mengen an Treibhausgasen binden.

Moorlandschaft ursprünglicher Bedeutung zuführen

Die Stadt Freising verfügt dort gemeinsam mit anderen Grundstückseigentümern über ein weites Areal. Zum Umdenken in der Nutzung sind da auch die Land- und Forstwirtschaft gefragt. Bemühungen zur Renaturierung des Freisinger Moos gibt es bereits seit einigen Jahren im Rahmen des Klimaschutzprogramms Bayern 2050 (KLIP). Schritt für Schritt möchte man die Moorlandschaft wieder seiner ursprünglichen Bedeutung zuführen.

Über Jahrhunderte hinweg haben Moore eine wichtige Rolle für das Klima gespielt. Durch hohe Grundwasserstände konnten Pflanzen nach dem Absterben nur unvollständig abgebaut werden. Das von den Pflanzen produzierte Kohlendioxid wurde in Form von Torf gespeichert. Durch Absenken des Grundwasserspiegels in den letzten Jahrhunderten wurden die Torfschichten brüchig, Treibhausgase wurden freigesetzt.

Wasser für Anhebung der Grundwasserstände ausreichen verfügbar

In verschiedenen hydrologischen Studien im Rahmen des KLIP seien bereits Überlegungen angestellt worden, wie und ob eine Wiedervernässung gelingen könne, informierte die KLIP-Beauftragte der Regierung von Oberbayern, Landschaftsökologin Cornelia Siuda. Das Ergebnis: Wasser für eine Anhebung der Grundwasserstände sei ausreichend verfügbar. Die Möglichkeiten einer solchen Maßnahme sollen nun genauer untersucht werden.

Dass man die Landwirte mit ins Boot holen sollte, das war Anton Frankl (FSM) ein besonderes Anliegen. Entsprechende Öffentlichkeitsarbeit müsse erfolgen. Seiner Ansicht nach berge die Renaturierung sogar Chancen für die Bauern. Zum einen gewähre die Regierung Fördermittel für alternative landwirtschaftliche Nutzung. Zum anderen sei eventuell ein „Flächentausch“ möglich. Mit den Landwirten müsse man auf gleicher Augenhöhe verhandeln. Erfolgreiche Zusammenarbeit gebe es bereits beim Trinkwasserreservoir der Stadt Freising im Moos bei Vötting.

Stadt Freising unterstützt das Projekt jährlich

„Diejenigen in die Verantwortung nehmen, die für die Senkung des Grundwasserstands hauptsächlich verantwortlich sind“, forderte Hans Hölzl (FSM) mit Hieb auf die Flughafenbetreiberfirma FMG. Robert Weller (FW) wies darauf hin, dass man bei eventuellen Grundstücksverhandlungen auch den Radwegebau in Richtung Giggenhausen und die Hochwasserschutzmaßnahmen im Auge behalten sollte.

Das BN-Projekt wird von der Stadt Freising über vier Jahre hinweg mit einem jährlichen Anteil von 3000 Euro unterstützt.

Maria Martin

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