U-Bahnlinie 6
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Die Verlängerung der U-Bahnlinie 6 in den südlichen Freisinger Landkreis ist so wohl kein Thema mehr. Symbolbild

Verkehrswertstudie im Kreistag vorgestellt

U6-Verlängerung laut Gutachten unrentabel - Landrat will aber am Ball bleiben

Die Verlängerung der U-Bahnlinie 6 in den südlichen Freisinger Landkreis ist so wohl kein Thema mehr. Ein Gutachten sorgte im Kreistag für große Ernüchterung.

Landkreis – Die Enttäuschung im Kreistag war am Donnerstagnachmittag groß: Auch ein neuerliches Gutachten zur Kosten-Nutzen-Analyse einer seit Langem in der Region gewünschten Verlängerung der U 6 von Garching bis in den südlichen Freisinger Landkreis hinein, hat den für eine Förderung notwendigen Faktor von 1,0 bei weitem nicht ergeben, wie in der Sitzung bekanntgegeben wurde. Die Firma Intraplan hat am Donnerstag im Kreistag ihr Gutachten vorgelegt und dabei einen Wert von 0,11 ermittelt. Trotzdem will der Landkreis an dem Thema dranbleiben. Bei den Kreisräten herrschte große Ernüchterung vor – aber auch der Wille, das Projekt weiter zu verfolgen.

„Mit der nunmehr von Intraplan vorgelegten Studie zum sogenannten Verkehrswert einer U-Bahn-Verlängerung von Garching-Forschungsgelände nach Neufahrn ist das Thema für den Landkreis Freising und die betroffenen Gemeinden bei weitem nicht erledigt“, äußerte sich Landrat Helmut Petz zu dem Ergebnis.

Petz: „Überlegungen zur Verwirklichung dieser Verbindung fortsetzen“

Wegen der hohen Bedeutung dieses Verkehrskonzeptes für eine bessere Verbindung zwischen den Forschungseinrichtungen in Freising-Weihenstephan und Garching, als attraktive Alternative zum Pkw für den nördlichen Münchner Raum auf dem Weg zum Flughafen und für eine bessere Erreichbarkeit des Münchner Nordens einschließlich Allianz-Arena aus dem Landkreis Freising, werde man die „Überlegungen zur Verwirklichung dieser Verbindung fortsetzen“, so Petz. Und: „Die vom MVV angedachte Schnellbuslinie ist hierbei eine erwägenswerte Alternative.“ Bereits seit mehreren Jahren wird eine Verlängerung der U 6 von Garching-Forschungszentrum zur S 1 in Neufahrn oder Eching oder zur S 8 in Hallbergmoos diskutiert. Bereits im Jahr 2009 gab es eine erste Untersuchung zu einer Verlängerung, die jedoch keinen ausreichenden Verkehrswert ergab.

Auf Grundlage aktueller Daten zu den Entwicklungen in den angrenzenden Gemeinden, an der TU und am Flughafen führten der Landkreis Freising und der MVV unter Einbeziehung der Gemeinden Neufahrn, Eching und Hallbergmoos sowie der Stadt Garching, der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und des Landkreises München heuer eine vergleichbare Verkehrswertuntersuchung durch, heißt es aus dem Landratsamt. Sie setzt die Fahrgastnachfrage und die zu erwartenden Kosten der verschiedenen möglichen Varianten der Verlängerung ins Verhältnis.

Bis zu 2000 Autofahrer zusätzlich würden laut Studie ihr Auto stehenlassen

So ergäben sich laut Studie beispielsweise zwischen Garching-Forschungszentrum und Neufahrn bis 2035 Fahrgastströme in Höhe von bis zu 4400 Fahrgästen pro Werktag und Richtung. Bis zu 2000 Autofahrer zusätzlich ließen demnach ihr Auto stehen und nutzten stattdessen die U-Bahn. Im Vergleich: In der Studie aus dem Jahr 2009 wurden für diese Relation nur bis 3500 Fahrgäste prognostiziert, rund 1000 zusätzliche Fahrgäste hätten laut der damaligen Studie ihr Auto stehen gelassen.

Allerdings stünden dem positiven Nutzen gemäß den Experten hohe Bau-, Betriebs- und Unterhaltskosten für die mit rund acht Kilometern vergleichsweise lange Strecke gegenüber. Die Energiebilanz wäre zudem, gemäß den Vorgaben der „standardisierten Bewertung“, bei einer Verlängerung der U-Bahn bei allen Varianten negativ. Das bedeute laut Gutachten, „dass kein positiver Nutzen für die Umwelt hinsichtlich der Abgasemissionen erzielt werden kann“. ft

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