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Grüne Perspektive: Im Rahmen des Wahlkampfs begrüßte Johannes Becher mit Schauspieler Hannes Jaenicke einen prominenten und kampflustigen Unterstützer auf der Terrasse des Naturfreundehauses.

Er mischt im Wahlkampf mit

TV-Star Hannes Jaenicke giftet gegen Söder - aber eine Sache findet er gut an ihm

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Er ist prominent, er ist Grünen-Parteimitglied und er ist engagiert: Hannes Jaenicke (58), Schauspieler und Umweltaktivist. 

Freising – Eine bessere Wahlkampfunterstützung konnten sich die Grünen im Landkreis Freising also fast nicht wünschen. Zumal der kein Blatt vor den Mund nahm.

Der weite Blick ins Moos und auf die Isarauen, Sonnenschein und kühlender Wind, bayerische Brotzeit und grüne Politik – so sah am Montag der Landtagswahlkampf der Grünen im Landkreis Freising aus. Und selbst die Tatsache, dass man zuvor einige Strapazen auf der Radltour von Hummel zum Naturfreundehaus bei Rudlfing auf sich genommen hatte, trübte die Freude nicht. Immerhin war Schauspieler und Grünen-Mitglied Hannes Jaenicke (58) mit von der Partie. Die Aufgabe des Umwelt- und Tierschützers: Landtagsdirektkandidat Johannes Becher und den Grünen im Landkreis Rückenwind für den 14. Oktober verschaffen.

„Klimaschutz und dritte Startbahn schließt sich aus!“

Im blauen T-Shirt und lässigen Jeans saß Jaenicke auf der Terrasse des Naturfreundehauses und ließ sich die Brotzeit schmecken. Johannes Becher klärte den Mann, der am Ammersee wohnt, über die in den Augen der Grünen größte Bedrohung für Mensch und Umwelt im Landkreis Freising auf: die dritte Startbahn. Live von der Terrasse aus und auf Plänen zeigte Becher dem Schauspieler, wo sie liegen würde. Und Becher versicherte ihm, dass angesichts einer Kapazität von 480 000 Flugbewegungen im Jahr und einer Stagnation der Flugbewegungen bei etwas über 400 000 der Bedarf für eine weitere Piste nicht gegeben sei. Außerdem: „Klimaschutz und dritte Startbahn schließt sich aus!“ Becher gab sich optimistisch: „Wenn wir alle zusammenhalten und am 14. Oktober das Ergebnis rauskommt, das wir uns erhoffen, dann wird da die Startbahn begraben.“

„Ich wünsche mir, dass die CSU mit uns koalieren muss“

Welches Ergebnis sich Jaenicke bei der Landtagswahl erhofft, daraus machte er keinen Hehl: „Ich wünsche mir, dass die CSU mit uns koalieren muss.“ Denn: „Die Grünen sind das einzige Korrektiv in der Politik.“ 

Und noch etwas: Auch wenn Ministerpräsident Markus Söder so lüge, „wie ich als Schauspieler es nicht einmal hinbekäme“, auch wenn Söder „über Leichen geht“, auch wenn er „karrieristisch“ sei, so sei er doch einer, der „wenigstens zuhört und auch seine Meinung ändert“. 

Und deshalb glaubt Jaenicke, der für Bündnis 90/Die Grünen auf 16, vielleicht sogar 18 Prozent hofft, dass man in einer Koalition schon mit dem Ministerpräsidenten reden könne. Und noch ein Appell: „Nur auf ihm rumhacken, bringt nichts.“

Passend dazu bekam Jaenicke als Geschenk Produkte aus der Aufgemuckt-Wahlkampagne überreicht. Motto „Lasst euch Bayern nicht versödern!“ 

Fans spannender Rededuelle müssen auf ein Schmankerl vor der Landtagswahl in Bayern wohl verzichten. Der BR hat Pläne für ein TV-Duell zunächst auf Eis gelegt. Der Grund ist kurios.

Andreas Beschorner

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