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Patienten, die mit Husten oder Schnupfen ins Klinikum kommen, müssen einen Mund-und Nasenschutz tragen. Den gibt es an der Aufnahmetheke ode r am Empfang. 

Das Virus der Verunsicherung

Freisings Hausärztesprecher: „An Coronavirus wird man sich gewöhnen müssen“

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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Der Landkreis Freising ist einer der Corona-Schwerpunkte in Bayern. Hausärztesprecher Georg Miedl fordert allerdings: „Aufregung runterfahren“. 

Landkreis – Der Landkreis Freising ist einer der Corona-Schwerpunkte in Bayern. Am Mittwoch hat sich die Zahl der Erkrankten auf 14 erhöht. Auch die sieben neuen Fälle – laut Landratsamt handelt es sich dabei ausnahmslos um Kontaktpersonen des Erstinfizierten – wurden im Klinikum Freising aufgenommen. 13 Coronavirus-Patienten seien „klinisch stabil“, teilte das Landratsamt mit, ein Fall sei noch medizinisch abzuklären.

Allgemeine Verunsicherung ist problematisch

Gesundheitsamt und Medizinern bereitet aber noch ein Virus Sorge – das der allgemeinen Verunsicherung. In der Praxis von Dr. Georg Miedl, Hausarzt und Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands, glühen die Telefone. Der Ansturm besorgter Patienten übertrifft alles, „was ich in 18 Jahren Praxis bisher erlebt habe“, berichtet Miedl. Diese Aufregung müsse man jetzt „runterfahren“. Miedl betont: „Alle Erkrankungen nehmen einen leichten Verlauf – wie bis auf eine Ausnahme in NRW alle Fälle in Deutschland.“ Um die Situation richtig einzuordnen, seien einige Fakten wichtig.

Im Verdachtsfall sollen sich Erkrankte telefonisch an ihren Hausarzt wenden. Der bestellt dann den Patienten bei einschlägiger Corona-Symptomatik gesondert in die Praxis ein, wo ein Rachenabstrich gemacht und an ein Labor geschickt wird. Das war bisher bei Dr. Miedl noch in keinem einzigen Fall nötig. Was Georg Miedl aber durchaus diagnostiziert, sind die letzten Fälle der auslaufenden Grippewelle und zahlreiche Fälle grippaler Infekte, die derzeit sehr häufig sind. Eine gute Nachricht: Die Chance, dass es sich bei Husten oder Schnupfen um Corona handelt, ist gering.

Miedl: An Coronavirus gewöhnen

Allerdings werde die Zahl der Coronakranken zunehmen. Noch sei es möglich, so Miedl, jeden Fall einzeln zu erfassen. „Gut möglich, dass sich das bald ändert und aufgrund der Menge neuer Fälle nicht mehr möglich ist“, räumt Miedl ein. Dann werde es vor allem wichtig sein, „dass alles kontrolliert abläuft“. Bei leichter Symptomatik sei dann durchaus denkbar, dass Infizierte nicht mehr ins Klinikum müssen, sondern den Infekt zuhause auskurieren – wie jetzt bei der Grippe. Miedls Botschaft: An das Coronavirus werde man sich gewöhnen müssen – zu Panik bestehe dabei aber absolut kein Anlass.

Allerdings läuft auch nicht alles rund: Miedl bestätigt, dass es etwa bei der Schutzbekleidung für Ärzte einen argen Engpass gibt. Um einen Abstrich zu machen, benötigt der Mediziner Haube, Maske, langärmligen Kittel und Handschuhe. Masken sind aber praktisch nur noch auf dem Schwarzmarkt zu haben – für rund 150 Euro. Miedl: „Und die kann ich dann nur einmal benutzen.“

Hinweise und Empfehlungen des Gesundheitsamts Freising:

  • Wer entsprechende Symptome bei sich beobachtet, sollte sich zunächst telefonisch beim Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel. 116-117) melden.
  • Wer zu den Kontaktpersonen eines Infizierten zählt, wird vom Gesundheitsamt angerufen. Die Liste der Kontaktpersonen wird vom Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit den Infizierten laufend aktualisiert, priorisiert und nacheinander abgefragt.
  • Wer Fragen zum Thema COVID-19 im Landkreis Freising hat, kann sich an das Bürgertelefon wenden. Es ist von 10 bis 15 Uhr unter Tel. (0 81 61) 60 06 01 erreichbar. Wegen der hohen Nachfrage kann es zu Verzögerungen und Wartezeiten kommen.
  • Für Großveranstaltungen gilt: Durchführung oder Absage liegen im Ermessen des Veranstalters.
  • Umfassende Infos beim Robert-Koch-Institut unter www.rki.de.

Die aktuelle Entwicklung zum Coronavirus im Landkreis Freising lesen Sie immer aktuell hier.

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