Gericht verhängt Bewährungsstrafe  

Hausmeister plündert Schulsafe

Freising – Wegen besonders schweren Diebstahls ist ein früherer Hausmeister einer Freisinger Schule zu acht Monaten verurteilt worden. Der inzwischen arbeitslose Mann hatte den Safe in den Räumlichkeiten der Schulleitung geöffnet und zirka 1000 Euro gestohlen. Das Amtsgericht Freising setzte die Freiheitsstrafe zur Bewährung aus.

Mit der Verlesung der Vorstrafenliste des im Landkreis Miesbach lebenden Angeklagten bekam der Fall einen faden Beigeschmack: Der Alkoholiker ist dreifach vorbelastet. Zwei Mal stand er wegen Trunkenheitsfahrten vor Gericht. Zudem wurde er 2006 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Vergewaltigung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Jeder Verein muss für Mitglieder, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, ein Führungszeugnis vorlegen. Der Angeklagte war aber nach seiner Haft an einer Schule beschäftigt worden.

Nach seiner Verurteilung im Jahr 2006 war der Angeklagte frühzeitig entlassen worden. Vermutlich hatte er zwei Drittel der Strafe verbüßen müssen. Der Rest wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungszeit beendete er ohne weitere Vorfälle – bis zu dem Einbruch in die Schule war er nicht mehr als Straftäter in Erscheinung getreten.

Der Angeklagte war Anfang des Jahres mit seinem Schlüssel ins Gebäude gelangt, drang ins Zimmer der Schulleitung ein und fand dort den Schlüssel für den Safe. Bei dem Versuch, an das Geld zu gelangen, beschädigte er zunächst den Schrank, in dem sich der Safe befand. Aus diesem entnahm er anschließend das Bargeld in Höhe von 1024 Euro sowie ein Messer, das einem Schüler abgenommen worden war. Das Messer befand sich bei der Festnahme im Besitz des Mannes.

Der seinerzeit offenkundig hochgradig alkoholabhängige Angeklagte gab an, dass er Geld für Hochprozentiges benötigt habe. Das Gericht und die Staatsanwaltschaft schlossen eine alkoholbedingte Enthemmung zum Zeitpunkt des Einbruchs deshalb nicht aus. Als schuldunfähig nach Paragraf 20 des Strafgesetzbuchs gilt der frühere Hausmeister allerdings nicht. Denn er war in der Lage, den Schlüssel gezielt zu suchen und ihn nach der Tat zurückzulegen.

Neben seinem umfassenden Geständnis hielt das Gericht dem Mann auch zu Gute, dass er sich offenkundig ernsthaft um sein Alkoholproblem kümmert. Der Angeklagte habe sich aufgerafft und Kontakt mit dem „Blauen Kreuz“ aufgenommen, argumentierte Richterin Tanja Weihönig in ihrer Urteilsbegründung. Das „Blaue Kreuz“ ist eine christliche Vereinigung, die Hilfe zur Selbsthilfe bei Suchtkrankheiten leistet. Nach Informationen des Gerichts bemüht sich der Angeklagte um die Aufnahme in eine Tagesklinik.

Das Urteil lautet auf besonders schweren Diebstahl, Sachbeschädigung sowie Hausfriedensbruch. In Fällen, bei denen mehrere Straftaten verwirklicht sind, ziehen Gerichte den höherwertigen Vorwurf für ihre Urteilsfindung heran. Schwerer Diebstahl ist mit Strafen von drei Monaten bis zu zehn Jahren belegt. Als Bewährungsauflage ordnete die Richterin 60 Sozialstunden an. Der Mann wurde verpflichtet, sich in ambulante Therapie zu begeben. Das Gericht stellt ihm zudem einen Bewährungshelfer an die Seite.

Rubriklistenbild: © dpa

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