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In eine vollbesetzte Open-Air-Arena verwandelte sich der Marienplatz am Freitagabend, als die „Rockklassiker“ die Bühne enterten. Auditorium wie Künstler waren heiß auf Rock, da machten auch die kühlen Temperaturen nichts aus

Rockklassiker-Open-Air am Marienplatz

Heißer Rock in der kühlen Nacht

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Es kam, wie es kommen musste. Wenn die Größen der Freisinger Rockszenen zusammentreffen, wenn sich so viele Sänger, Gitarristen & Co. auf der Bühne das Mikro und die Kabel zu den Verstärkern in die Hand geben, dann kann sich dem kein Zuhörer entziehen. Dann wird der Marienplatz zur Open Air-Arena. Dann rockt die Innenstadt, und ein bisserl Sentimentalität und Good-Old-Times-Feeling schwingen auch mit.

Vor 43 Jahren trat er das erste Mal im Freisinger Jugendclub auf: Band-Urgestein Hannes Sammann. Rechts: Helge Köckert

Es war sicherlich einer seiner schwersten Gänge, als Richy Kehr am Freitagabend bei den „Rockklassikern“ gegen 22 Uhr die Treppe zur Bühne hinaufstieg: Das Publikum erwartete vollen stimmlichen Einsatz, wollte mitgerissen werden, wollte Hits aus den 70ern, 80ern und 90ern mitsingen. 

Und das Publikum bekam es, konnte schon bei „Blinded by the light“ der Manfred Mann’s Earth Band richtig mitgehen. Dass Richy Kehr, der Frontman der Coverband 70 Cent, nur fünf Tage zuvor seinen guten Freund und Bandgitarristen Stefan Arden auf tragische Weise verloren hatte, merkte man Kehr auf der Bühne nicht an. 

Die Rollings Stones zelebrierten Wolfgang Beck und Günther Janovsky (vorne v. l.). Sie huldigten mit „Black Heart“ aber auch Deep Purple.

Neben der Bühne freilich, wo sich die Rockgrößen aus Freisinger Landen eingefunden hatten und ihren Auftritten entgegenfieberten, waren Schock und Trauer schon zu spüren. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb: Was an jenem Freitagabend musikalisch eher ruhig, sehr melodiös und mit tiefgründigen Texten aus der Feder von Songwriter Rafael Luto begonnen hatte, was mit einer musikalischen und auch optischen Reise zurück in die Flower-Power-Ära mit Summerwine seine wunderschöne Fortsetzung gefunden hatte, explodierte dann bei den „Rockklassikern“.

 Während die exquisiten Instrumentalisten wie Yogi Lang und Kalle Wallner von RPWL als fulminante Backline die Basis für eine zweieinhalbstündige Reise durch die Rockhistorie legten, wechselten vorne die Frontmen und Frontwomen immer wieder. 

Elke Hausmanninger faszinierte ihr die Zuhörer am Marienplatz mit dem Janis Choplin-Klassiker „A little piece of my heart“.

Und so feierten Rockgrößen wie die Kinks Wiederauferstehung, begrüßten Apollon’s Smile „Mrs. Robinson“, zelebrierten Wolfgang Beck und Günther Janovsky nicht nur wie seit vielen vielen Jahren die Rolling Stones, sondern machten mit „Black Night“ auch den Urgesteinen von Deep Purple alle Ehre, gab Elke Hausmaninger mit „A little piece of my heart“ die Janis Joplin, war eine fröhlich in das Publikum blickende Evi Melzer, die aber nichts von ihrer Rockröhre eingebüßt hat, mit von der Partie, enterte auch noch Gitarrenvirtuose Norbert Bürger die Bühne und trat ein Trio, das vor 29 Jahren bei den Rockklassikern aufgespielt und vor 43 Jahren im Jugendclub am Marienplatz zum ersten Mal öffentlich dem Rock’n’Roll huldigte: Helge Köckert, Hannes Sammann und Günter Oberprieler. Klar, dass es da mit „A whiter Shade of Pale“ und anderen Songs etwas sentimental wurde, dass da auch die Trauer um verstorbene Größen der Freisinger Szene mitschwang. Aber auch das gehört eben dazu, wenn man den Rock’n’Roll lebt.

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