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Weniger Straftaten, höhere Aufklärungsquote

Freising - ein heißes Pflaster für Ganoven

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Landkreis - Dem Bundesinnenminister schwebt – nach sächsischem Vorbild – eine Art „Polizei light“ vor. In Freising wären solche „Hilfs-Sheriff“ überflüssig. Die Gauner machen freiwillig einen Bogen um den Landkreis.

„Heikel“ sei diese Frage, heißt es bei den Inspektionen im Landkreis, man will den Vorschlag von Thomas de Maiziére nicht offiziell kommentieren. Die Vorstellung von nur kurz ausgebildeten Waffenträgern sorgt bei der Polizeigewerkschaft allerdings für Zornesausbrüche: Das sei „das Aberwitzigste, was ich jemals gehört habe“, schimpft etwa Herman Benker von der Gewerkschaft. Tatsache ist: Bisher kommt man mit den Gaunern im Landkreis sehr gut zurecht, trotz ständig steigender Belastung.

So ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Wohnungsaufbrüche von 53 auf 35 zurückgegangen, die der Diebstähle von 1002 auf 911. Die Aufklärungsquote dagegen ist von 60,4 auf 63,6 gestiegen. „Das liegt daran, dass wir so gut sind“, scherzt der Freisinger Inspektions-Vize Michael Ertl, um aber gleich ernst zu werden. Man habe tatsächlich viel investiert, viel Manpower in die Bekämpfung der Einbruchskriminalität gesteckt: Flyer, Aufklärung direkt an den Haustüren, Aktionen – „da ist viel passiert“.

Michael Ertl

Außerdem: „In der Region gibt es doch relativ viele Inspektionen“, sagt Ertl, im Vergleich zu manchen Gebieten in den neuen Bundesländern sei dank hoher Polizeipräsenz der „Verfolgungsdruck“ auf potenzielle Verbrecher hoch – so hoch, dass diese in andere Landstriche ausweichen würden. Tatsächlich ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im Bundesgebiet auch deutlich angestiegen.

Zudem hat die Polizei geschulte Helfer, die auch „Augen und Ohren“ der Gesetzeshüter sind: Die Freisinger Sicherheitswacht, die es – mit einer Unterbrechung – seit fast 20 Jahren gibt. 15 Stunden monatlich sind die Wachleute, die Jacken oder Shirts mit dem Aufdruck „Sicherheitswacht“ tragen, in der Domstadt unterwegs. Die drei Frauen und drei Männer melden verdächtige Vorkommnisse, Diebstähle – „oder wenn jemand auf der Straße angegangen wird“, wie Ertl ein Beispiel nennt. Die Sicherheitswachtler haben ein Funkgerät dabei.

Mit einer Art Wachpolizei hat die Sicherheitswacht aber gar nichts zu tun: Die zeige durch ihre Präsenz Zivilcourage, stellt Stadt-Sprecherin Christl Steinhart klar. Es gehe darum, einer „das geht doch mich nichts an-Haltung“ entgegenzutreten. Steinhart: „Die Mitglieder der Sicherheitswacht unterstützen damit die Arbeit der Polizei – die Verfolgung von Straftaten ist und bleibt aber Aufgabe der Beamten.“

In Moosburg muss man auf die Dienste einer solchen Sicherheitswacht verzichten. Sie hat das gleiche Schicksal erlitten wie die Freisinger Wacht vor sechs Jahren: Mitglieder zogen weg, veränderten sich beruflich oder hatte gesundheitliche Probleme. Während in der Kreisstadt die Wacht wieder komplett neu aufgestellt wurde, besteht die Sicherheitswacht in Moosburg nur noch auf dem Papier, berichtet Polizeichef Christian Bidinger. Seit etwa eineinhalb Jahren ist keiner der fünf Ehrenamtlichen, die im Oktober und November 2014 die 40 Stunden umfassende Ausbildung gemacht haben, mehr im Dienst.

Christian Bidinger

Grundsätzlich findet es Bidinger „immer gut, wenn Bürger aufmerksam sind und Beobachtungen machen, die wir als Polizei gar nicht machen können“ – ob als Sicherheitswacht, oder einfach als Nachbar. Ob es die von de Maiziére vorgeschlagene „Polizei light“ braucht? Da wird Moosburgs Polizeichef nicht konkret: „Grundsätzlich gilt: Je mehr Polizei sichtbar und präsent ist, desto besser.“

Ob es für die Moosburger Sicherheitswacht eine Zukunft gibt, ist ungewiss. Vorerst müssen die Beamten auf die Unterstützung der Bürger verzichten. „Glücklicherweise hat sich die Sicherheitslage in Moosburg verbessert – die Straftaten sind rückläufig“, sagt Bidinger mit Blick auf die Kriminalstatistik für 2015. Konkret bedeutet diese: 989 Straftaten wurden 2015 erfasst – 149 weniger als noch 2014.

69,1 Prozent der angezeigten Delikte konnten aufgeklärt werden. „Das ist die höchste Aufklärungsquote im Zehn-Jahres-Vergleich“, heißt es seitens der Polizei Moosburg.

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