Wer sich ein Hopfenkranzerl flechten will, der muss erst einmal Hopfen zupfen – wie hier Jakob, Lion und Lukas, die gestern auf dem Freisinger Marienplatz unter Anleitung von Theresa Lehner ganz geschickt zu Werke gingen.Gleixner

Hopfakranzlfest

Hopfen - viel mehr als nur Bier

Freisign - Die Hopfazupf in der Holledau läuft. Da gehören Hopfakranzl dazu. Und wo es Hopfakranzl gibt, da gibt es auch das Hopfakranzlfest. Zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebotes heuer in der Bierstadt Freising.

Zum elften Mal hat sich der Hopfenland Hallertau Tourismus e.V. schwer ins Zeug gelegt, hat das Hopfakranzlfest auf die Beine gestellt. Zum ersten Mal war Freising der Ort des Geschehens rund um das „Grüne Gold“, zum ersten Mal war gestern das Gelände rund um die Mariensäule mit Hopfendolden geschmückt. Schirmherr Thomas Becker, als Inhaber des Lehrstuhls für Brau- und Getränketechnologie der TUM, sprach bei der Eröffnung gestern auf dem Marienplatz von einer Renaissance des Hopfens. Bei der Herstellung von Spezialbieren sei in den vergangenen Jahren viel geschehen. Aber es gebe auch noch viel zu tun und zu forschen – freilich immer im Rahmen des bayerischen Reinheitsgebots, das heuer bekanntlich seinen 500. Geburtstag feiert und das Freising dazu verhalf, in diesem Jahr das Hopfakranzlfest auszurichten. An den mit Hopfendolden geschmückten Standl rund um den Marienplatz waren aber nicht nur die traditionellen Hopfakranzl (auch in Herzform) zu ergattern, es gab auch Hollerdauer Hopfa-Gwand’l und Hopfen-Schmuck aus der Hallertau. Die Bühne, die man auf dem Marienplatz aufgebaut hatte, war groß. Sehr groß. Dort fanden nicht nur Gespräche statt, die Moderator Alexander Nadler mit Vertretern der Kommunalpolitik und mit dem Dreigestirn der Hopfenhoheiten führte, dort gaben sich auch Musikgruppen aus der Hallertau die Ehre: Die Familienmusik Ossiander, der Musikverein Zolling und auch die Holledauer Hopfareisser, die Geschwister Laschinger und Sauglocknläutn, dazu Vorführungen des Volkstanzkreises Freising und des Trachtenvereins Almrausch-Edelweiß. Sie alle standen nacheinander auf der Open-Air-Bühne und sorgten dafür, dass sich die Besucher trotz feuchter und kühler Witterung wohl fühlten. Zum Wohlbefinden trugen auch die zahlreichen Schmankerl-Stände bei: Räucherfisch, Wildragout, Grillgut, Käse, Kaffee und Kuchen – es musste nicht immer Hopfen sein. Für Spezialisten eine Herausforderung, für Laien eher ein Glücksspiel – das war das Hopfensackschätzen: Was wog der Sack voller Hopfen, den Hopfenland Hallertau Tourismus da ausgestellt hatte? Dass Hopfen mehr ist als Bier, das wurde spätestens dann klar, als man auch Hopfenprosecco, Hopfenschokolade und Hopfensenf probieren und kaufen konnte.

Andreas Beschorner

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