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Urkunde in Grün: Christian Magerl (3. v. l.) wurde am Mittwoch zum Honorarprof essor der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ernannt. Mit dabei war die HSWT-Familie mit (v. l.) Präsident Eric Veulliet, Bernd Hertle, Eckhard Jakob, Dekanin Carola Kuss, Richard Mergner (Bund Naturschutz) und Heike Hempel. 

Er ist einer von fünf 

Hohe Ehre: HSWT ernennt Ex-Abgeordneten Christian Magerl zum Honorarprofessor

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Christian Magerl wurde zum Honorarprofessor der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ernannt. Er ist erst die fünfte Person, der diese hohe Ehre zuteil wurde.

Freising – Wenn Christian Magerl (64) einen Schlips trägt, dann muss das schon ein besonderer Anlass sein. Am Mittwoch hatte Magerl eine Krawatte angelegt – des Anlasses würdig. Denn der Biologe und Politiker wurde zum Honorarprofessor der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) ernannt. In 50 Jahren HSWT ist Magerl erst die fünfte Person, der diese hohe Ehre zuteil wurde.

„Sie sind ein Botschafter der HSWT“

Seit 34 Jahren lehrt der promovierte Biologe an der Hochschule – immer ehrenamtlich und unentgeltlich, wie Präsident Eric Veulliet in seiner Ansprache im HSWT-Gebäude am Staudengarten sagte. Doch das allein war es nicht, was Fakultät und Senat dazu bewog, Magerl mit der Honorarprofessur zu würdigen. „Sie verkörpern die Werte und den Sinn der grünen Hochschule, Sie sind ein Botschafter der HSWT“, sagte Veulliet zu dem Mann, der zwei Laudationes hören durfte.

Startbahn-Kämpfer „mit ganz viel Herzblut“

Die eine kam von Professor Bernd Hertle von der Fakultät für Gartenbau und Lebensmitteltechnologie: Magerl vereine fachlich fundiertes Wissen mit großer Ausstrahlung und didaktischem Geschick. Magerl komme konsequent mit dem Fahrrad zu den Veranstaltungen, praktiziere also auch den Umweltschutz und sei deshalb ein echtes Vorbild. Der neue Professor sei „eine herausragende Person des öffentlichen Lebens“, die als Landtagsabgeordneter (von 1986 bis 1998 und von 2003 bis 2018) auch über Bayern hinaus Spuren hinterlassen habe. Und er sei ein Startbahn-Kämpfer „mit ganz viel Herzblut“.

Magerl „tut der Hochschule gut“

Die zweite Laudatio kam von Richard Mergner, dem Vorsitzenden des Bund Naturschutz Bayern. Magerl sei „ein Urgestein des BN“, dessen Freisinger Kreisgruppe er auch 35 Jahre lang geleitet habe. Er sei „ein Freisinger Ureinwohner“ und ein „Zoon politikon, wie es Seinesgleichen sucht“. Mergner war sich sicher: Magerl „tut der Hochschule unheimlich gut“. Dann gab es in dem Hörsaal mit grünem Boden und grünen Wänden aus den Händen Veulliets die Urkunde für den Grünen-Politiker, der sich seit Jahrzehnten für Umweltschutz und Artenvielfalt einsetzt.

„Dankbar“, dass die Jugend aufbegehrt

Es folgte Magerls erste „Vorlesung“ als Professor. Die begann damit, dass er sich für die „schöne Zeit“ bedankte und versicherte, der Umgang mit den jungen Menschen habe ihm „viel gebracht“. Jene jungen Menschen, die seit 2018 in Massen auf die Straße gehen, um für Klimaschutz zu demonstrieren, machen Magerl froh. „Dass die Jugend aufbegehrt, wundert mich nicht, sondern dafür bin ich dankbar“, sagte er, nachdem er in seinem Festvortrag den Klimaschutz in Deutschland seit den 80er Jahren beleuchtet hatte. Sein ernüchterndes Fazit: „Die Politik hat viele Ziele und Vorgaben beschlossen, aber leider die meisten verfehlt.“ Das Klimapaket der Bundesregierung sei teilweise „ein Offenbarungseid“. Und weil viele Menschen zwar Klimaschutz fordern, aber nach dem Motto „me not“ handelten, brauche man auf staatlicher Ebene „klare Leitplanken“. Denn „noch können wir die Welt retten“, schloss sich Veulliet dem Appell von Professor Magerl an.

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