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„Das Problem geht uns alle an“: Professorin Charlotte Streck (r.) sprach in der HWST darüber, wie bald zehn Milliarden Menschen unter den erschwerten Bedingungen des Klimawandels ernährt werdern können. 

Verbundskolleg

Ernährung in Zeiten des Klimawandels: HSWT schließt sich mit anderen Unis zusammen

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Im Jahr 2050 müssen fast zehn Milliarden Menschen ernährt werden. An der Lösung dieses massiven Problems forscht auch die HWST - und beschreitet dafür neue Wege.

Freising – Die Herausforderung für die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist riesig: In Zeiten massiver Veränderungen durch den Klimawandel gilt es, eine immer größere Masse an Menschen zu ernähren. „Mit unseren grünen Wissenschaftszweigen sind wir prädestiniert, an Lösungen zu forschen“, betont HSWT-Präsident Eric Veulliet. „Aber eine einzelne Hochschule kann das nicht wuppen. Das ist nur im Zusammenschluss möglich.“

Umso wichtiger ist das BayWISS-Verbundskolleg „Life Sciences und Grüne Technologien“, das am Dienstagabend feierlich eröffnet wurde. Bei Verbundskollegs handelt es sich um Zusammenschlüsse mehrerer Universitäten, die dazu dienen, durch Vernetzung Synergieeffekte zu erzielen. So werden etwa Doktoranden in einem Verbundskolleg von mehreren Professoren gemeinsam betreut und vom Freistaat finanziell unterstützt – bei der projektspezifischen Ausstattung und bei Weiterbildungsmaßnahmen zum Beispiel.

HSWT schließt sich mit zwei Unis zusammen

„Aktuell beteiligen sich rund 150 Promovierende und ihre Betreuer-Tandems an insgesamt zehn thematischen Verbundkollegs“, berichtet Michaela Stegmann von der HSWT, die das Verbundkolleg „Life Sciences und Grüne Technologien“ koordiniert hat. Die Kooperation der HWST mit der Uni Bayreuth und der TH Deggendorf ist der jüngste Zusammenschluss im Rahmen des BayWiss, dem Bayerischen Wissenschaftsforum, in dem alle bayerischen Unis und Hochschulen vernetzt sind. „Wir unterstützen Promotionsprojekte im Bereich der Lebens- und Umweltwissenschaften“, erklärt Stegmann. „Der Fokus liegt auf Ernährungssicherheit, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, Wasser, Klimawandel und Management natürlicher Ressourcen.“

Veuillet betonte am Dienstag vor mehr als 50 Zuhörern, darunter auch der neue HSWT-Honorarprofessor Christian Magerl, die Bedeutung des Verbundkollegs: „Es ist ein Paradebeispiel für Kooperationen zwischen Institutionen.“

Ernährungssicherheit wird zum drängenden Problem

Dass es auf Zusammenarbeit ankommt, betonte auch Professor Charlotte Streck in ihrem Gastvortrag. Die Honorarprofessorin der Uni Potsdam sprach über die Zukunft der Ernährung. Vieles liege im Argen: Auf der einen Seite würden über 800 Millionen Menschen hungern, auf der anderen zwei Milliarden Menschen an Fettleibigkeit leiden. „In den reichen Ländern essen die Menschen zu viel Fleisch, in anderen haben sie gar keinen Zugang zu gesunder Nahrung“, betonte Streck. Das müsse sich ändern.

Die größten Herausforderungen seien dabei der Bevölkerungswachstum und der Klimawandel. „Schon jetzt müssen 7,5 Milliarden Menschen ernährt werden. Bis 2050 werden es fast zehn Milliarden sein“, berichtete die Professorin. Der Klimawandel führe zu massiven Ernteverlusten, unter denen nicht nur die ärmeren Länder zu leiden hätten. „Ernteverluste führen zu Preissteigerung und damit zu Konflikten etwa durch zunehmende Migration“, erklärte die Professorin. „Das Problem geht uns alle an.“

Professor Stark: „Ernährungsverhalten muss sich ändern“

Um das zu lösen, müsste sich die Landwirtschaft ändern (Senkung von Treibhausgasen, Stopp der Entwaldung), aber auch das Ernährungsverhalten der Menschen in den reichen Ländern (weniger Fleisch, mehr Hülsenfrüchte). „Außerdem geht ein Drittel der Nahrungsmittel, die produziert wird, verloren – entweder weil die Lebensmittel verderben oder weil sie verschwendet werden“, sagte Streck. „Auch das muss sich ändern.“

Lesen Sie auch: Vegane Revolution: Ein Start-up aus Freising hat eine pflanzliche Alternative zur Kuhmilch entwickelt. Förster aus Freising berichtet: So steht es um unsere heimischen Wälder.

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