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ICE Trasse: Freisinger Lokalpolitiker warnen vor „gigantischer Zerschneidung der Landschaft“

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Von: Manuel Eser

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Ein ICE steht an einem Bahnhof.
Die geplante ICE-Trasse von Ingolstadt zum Flughafen sorgt für Aufregung. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Lokalpolitiker warnen vor einer ICE-Trasse, die quer durch den Landkreis Freising entstehen könnte. Die FDP macht einen Alternativvorschlag.

Freising – Die Planung eines Fernverkehrsbahnhofs am Flughafen sorgt bei Landtagsabgeordnetem Johannes Becher (Grüne) und FDP-Kreisrat Tobias Weiskopf für Kopfschütteln – aus unterschiedlichen Gründen. Von „Größenwahn“ ist genauso die Rede wie von einer „gigantischen Zerschneidung der Landschaft“ im Landkreis Freising.

Wie berichtet, soll die überregionale Schienenverkehrsanbindung des Münchner Flughafens in vier Stufen erfolgen. Mit dem, was zunächst geplant ist, kann MdL Becher mitgehen. „In Stufe 1 und 2 geht es um bekannte Maßnahmen, die sich teilweise schon im Bau befinden und unabhängig vom Flughafen sinnvoll sind“, sagte Becher dem FT. Dazu zählt der Erdinger Ringschluss.

Grünen-Abgeordneter spricht von „Größenwahn“

Stufe 3, die diverse ÜFEX-Verbindungen zum Flughafen vorsieht, etwa aus Passau, Salzburg und Nürnberg, ordnet Becher dann schon der Kategorie „Wunschzettel“ zu. Spätestens bei Stufe 4 kommt er richtig in Fahrt. Direktverbindungen aus Zürich oder Italien zum Flughafen oder Züge, die zwischen Wien und München noch einen Stopp am Airport einlegen, gehören für Becher zur „Kategorie Größenwahn“. „Das muss insgesamt ein ziemlich großer neuer Fernbahnhof werden. Und bis diese Trassen – wenn man das wirklich ernsthaft will – gebaut sind, werden viele von uns in Rente sein. Oder schon einen Schritt weiter.“

Was Becher besonders stört, ist aber die anvisierte ICE-Trasse von Ingolstadt über Neufahrn mit Anschluss Flughafen nach München. Denn die ginge quer durch die Landschaft, etwa durch die Isarauen. „Es kann ja jeder selber auf die Karte schauen und überlegen, wo man da im Landkreis Freising eine neue ICE-Trasse durchbauen will.“

FDP-Kreisrat plädiert für anwohner-verträgliche Lösung

Weiskopf hält es zwar für richtig, den Flughafen ans Fernverkehrsnetz anzuschließen. Denn um Reisen klimaneutral zu machen, sei müsse dem innerdeutschen Flugverkehr etwas Attraktives entgegengesetzt werden – eben ein gut ausgebautes Hochgeschwindigkeitsnetz auf der Schiene. Was die Staatsregierung im Verkehrsausschuss an Plänen präsentiert habe, verdiene indes den Titel Machbarkeitsstudie nicht. Denn bei den Zukunftsprojekten bleibe viel im Vagen. Stichwort: ICE-Trasse.

„Der Vorschlag der Staatsregierung klingt nach einer gigantischen Zerschneidung der Landschaft.“ Die dafür nötigen Neubautrassen würden wohl auch durch den Landkreis Freising führen. „Die Fernverkehrsanbindung sollte allerdings möglichst verträglich für Anwohner und Umwelt geschehen.“ Weiskopf erwartet hier „sofortige Transparenz“.

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Weiskopf weist darauf hin, dass die FDP bereits vor zwei Jahren als Alternative eine Bündelung einer solchen Trasse entlang der A 92 vorgeschlagen habe. „Damit könnte auch die hoch frequentierte Bestandsstrecke zwischen Landshut und München entlastet und lauter Güterverkehr an den anliegenden Gemeinden Eching und Neufahrn vorbeigeführt werden.“

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