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Viele Fische sind noc h nach Rechtslage immer unverkäuflich. Den mutmaßlichen Malachit-Täter zwingt das Landratsamt nun immerhin zu Maßnahmen. 

Malachit in der Moosach

Fisch-Skandal: Amt rät Züchtern zu Fördertopf, die reagieren verärgert

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Das Landratsamt Freising rät den unschuldig in Not geratenen Fischzüchtern aus dem Landkreis Freising, Fördergelder zu beantragen. Die halten das für „Augenwischerei“.

Freising Das Landratsamt Freising nimmt den Fischzüchter Bernd Kiffner offenbar stärker in die Mangel. Wie die Behörde mitteilte, müsse der Geschäftsmann aus dem Kreis Dachau, der die Moosach mutmaßlich mit Malachit verunreinigt hat, auf der von ihm gepachteten Anlage verschiedene Sanierungsmaßnahmen ergreifen.

Zwar habe das Gewässermonitoring ergeben, dass sich der Gehalt des verbotenen Fischarzneimittels in dem ausgeschwemmten Material bereits reduziert habe, berichtet Amtssprecher Robert Stangl. „Um dies künftig aber vollständig zu unterbinden, müssen einige Teiche stillgelegt, bei anderen Staustufen eingebaut werden. Um bestimmte Teiche als Absatzbecken verwenden zu können, muss die Wasserführung zum Teil umgeleitet werden.

Ratschlag des Landratsamts: „Das geht komplett am Ziel vorbei“

Den unschuldig betroffenen Fischzuchtbetrieben an der Moosach rät das Landratsamt, Mittel aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) zu beantragen. „Das Landratsamt kann hier nur als Vermittler auftreten“, schreibt Stangl. Weitere Fördermöglichkeiten würden mit den übergeordneten Behörden abgestimmt.

Für Peter Baumgartner, einen der beiden betroffenen Züchter, geht das „komplett am Ziel vorbei“, wie er sagt. Dieser Fonds habe gar nicht das Ziel, Sanierungsmaßnahmen zu bezuschussen. Ein Blick auf die entsprechende Homepage zeigt: Der EMFF ist ein Investitionsfonds, um Wirtschaftswachstum und Beschäftigung anzukurbeln. Er kommt etwa zum Einsatz bei der Umstellung auf nachhaltige Fischerei und bei der Erschließung neuer Wirtschaftstätigkeiten – in der Regel mit einem Fördersatz von 50 Prozent. 

Malachit in Moosach: Züchter würden auf Kosten sitzen bleiben

Aber selbst wenn die unschuldigen Fischzüchter tatsächlich Gelder aus dem EMFF erhalten würde, blieben sie trotzdem auf der Hälfte der Kosten sitzen. „Und die Entsorgung des Schlamms müsste ich auch bezahlen“, betont Baumgartner und stellt klar. „Ich möchte, dass die Moosach saniert wird, aber nicht mit meinem Geld.“

In die selbe Kerbe schlägt sein ebenfalls betroffener Berufskollege Benjamin Nadler. „Dieses Hilfsangebot ist eine Augenwischerei, damit das Landratsamt selbst gut dastehen kann“, betont Nadler. Über das Schreiben der Behörde habe er sich „sauber geärgert“, genauso wie über einen Brief, den er zuvor vom Amt erhalten habe. „Dort hat es geheißen, dass ich mir Gedanken machen soll wegen der Gewässersanierung“, berichtet er. „Warum ich? Ich habe den Schaden doch nicht verursacht.“

Dazu passt, dass das Wasserwirtschaftsamt den Fischzüchtern bereits vor Wochen zu Sanierungsmaßnahmen geraten haben, auf Nachfrage aber auch eingeräumt hat, dass die Betroffenen die Kosten erstmal selbst tragen müssten. Das Landratsamt Freising wiederum hatte versäumt, rechtzeitig eine Klage auf Gewässerverunreinigung an den Start zu bringen. Das aber wäre für die Züchter eine wichtige Grundlage für Schadensersatzforderungen gewesen. Die SPD hatte Landrat Josef Hauner (CSU) daraufhin dazu aufgefordert, den Betrieben endlich zu helfen und ihnen nicht noch mehr Steine in den Weg zu legen. 

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