Hereinspaziert: In seinem Innenhof hat Fotograf Herbert Bungartz sein Atelier erweitert.
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Hereinspaziert: In seinem Innenhof hat Fotograf Herbert Bungartz sein Atelier erweitert.

Passbilder unter dem Pavillon

Im Frischluft-Atelier: Wegen Corona hat ein Freisinger Fotograf sein Studio nach draußen verlegt

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Auch Fotografen haben es schwer in der Pandemie: Um sich über Wasser zu halten, hat Herbert Bungartz aus Freising jetzt ein Freiluft-Fotostudio eröffnet.

Freising – Keine Feste, so gut wie keine Hochzeiten oder Kommunionen: Auch Fotografinnen und Fotografen trifft die Corona-Pandemie hart. „Übrig bleiben gerade nur noch Pass- beziehungsweise Bewerbungsbilder“, sagt Herbert Bungartz vom gleichnamigen Fotostudio in Freising. Um sich über Wasser zu halten, hat der 65-Jährige nun ein Freiluft-Atelier eröffnet.

Wenn die Passbilder wegfallen, brauche ich gar nicht mehr zu öffnen

Fotograf Herbert Bungartz

„Aufnahmen im Studio waren eine Zeit lang inzidenzunabhängig“, erklärt Bungartz. Freilich unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen: Der Mund-Nasen-Schutz durfte erst kurz bevor die Kamera klickte abgenommen werden. Diese Regelung ist jedoch gekippt beziehungsweise an die Sieben-Tage-Inzidenz gekoppelt worden. „Aber wenn mir die Passbilder auch noch wegfallen, brauche ich gar nicht mehr zu öffnen“, dachte sich Bungartz.

Auch Regenwetter ist kein Problem

Doch Not macht erfinderisch: Um weiterhin fotografieren zu können, hat er sein Fotostudio an der Prinz-Ludwig-Straße 16 kurzerhand erweitert beziehungsweise nach draußen verlegt. In dem Innenhof, in dem auch sonst Außenaufnahmen gemacht werden, hat Bungartz am Wochenende einen weißen Pavillon mit zwei offenen Seiten aufgebaut. Dort kann er weiterhin Passbildaufnahmen anbieten. Denn in der Aufstellung des bayerischen Gesundheitsministeriums, auf der Betriebe und Geschäfte stehen, die inzidenzunabhängig geöffnet haben dürfen, ist unter anderem auch „Fotografieren durch Fotografen im Freien“ gelistet.

„Der Pavillon ist überdacht, also ist auch Regenwetter kein Problem. Ich habe ihn ein bisschen eingerichtet, das Ambiente im Hof ist ohnehin ganz schön“, sagt Bungartz, der seinen Beruf seit über 30 Jahren ausübt. Und weil das Freiluft-Atelier nicht zur Straße hin liege, brauche sich auch niemand um neugierige Blicke von Passanten zu sorgen.

Die Kunden sind mit dem Alternativangebot zufrieden

An Tag eins sei das Experiment bereits gut angelaufen. „Die Kunden waren hochzufrieden. Zum einen, weil sie nicht extra einen Test brauchen, und zum anderen, weil sie auf Nummer sicher gehen können und das Geschäft gar nicht erst betreten müssen“, sagt Bungartz. „Ich hoffe, dass die Leute das weiter so gerne annehmen. Es gibt ja doch viele, die dringend Passbilder brauchen.“ Natürlich sei die neue Aktion auch eine Maßnahme, um präsent zu bleiben – und wieder voll loslegen zu können, sobald die Pandemie durchgestanden ist.

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